Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Fulda, Andreas Maraun, begrüßte zahlreiche Gäste aus Partei, Kommunalpolitik und Gesellschaft und machte deutlich, dass sich die SPD bereits mitten im Wahlkampf befinde. So stehe für die Kommunalwahl eine „schlagkräftige Truppe“ bereit, die in den kommenden Wochen um jede Stimme kämpfen werde. Maraun ging ausführlich auf die aktuelle politische Lage ein und kritisierte dabei auch Bundes- und Landespolitik. In einer Regierung zu sein sei nicht automatisch positiv, wenn der Koalitionspartner in Berlin und Wiesbaden Entscheidungen treffe, die zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausfallen würden. Als Beispiele nannte er die Debatte um das Arbeitsgesetz sowie die Erbschaftssteuer und kritisierte Aussagen sowie Handlungen der CDU auf Bundesebene in diesem Kontext scharf. Mit Blick auf die Kommunalpolitik warnte Maraun vor einer zunehmenden furchteinflößenden Finanzlage: Immer neue Aufgaben würden an die Kommunen übertragen, ohne dass dafür ein finanzieller Ausgleich erfolge: „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch gefälligst.“ Dennoch werde die SPD für ein soziales Umfeld kämpfen. Ein „weiter so“, wie es die CDU in vielen Kommunen vertrete, dürfe nicht zugelassen werden.
Der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies betonte in seinem Grußwort, wie wichtig Solidarität für das gesellschaftliche Miteinander sei. Er erinnerte an engagierte Arbeitende, die etwa im Winterdienst größeres Chaos verhindert hätten. „Wer solche Menschen als faul bezeichnet, der hat nicht verstanden, worum es geht, wenn wir eine gute Gesellschaft miteinander sein wollen.“ Der Neujahrsempfang sei ein Moment, um zu reflektieren, wofür die Sozialdemokratie stehe, so Spies. „Die SPD setzt sich für diejenigen ein, die nicht reich oder mächtig genug sind, ihre Interessen selbst durchzusetzen.“ Daraus ergebe sich das Leitmotiv Solidarität, denn am Ende nütze die Politik der Sozialdemokratie allen Menschen – vor allem auf kommunaler Ebene.
Besonders das Thema Wohnen sei eine der zentralen sozialen Fragen, da bezahlbarer Wohnraum gesichert, Bürokratie und Zusatzkosten jedoch reduziert werden müssten. Landkreise seien dabei auch in der Pflicht, Ordnungswidrigkeiten beim Ausnutzen von Wohnraummangel strafrechtlich zu verfolgen. „Dies ist keine Frage von links oder rechts, sondern eine Frage des Anstands“. Spies warnte zudem von einer wachsenden Verunsicherung in der Gesellschaft. Kommunen seien der Ort, an dem Menschen den Staat unmittelbar erleben würden. Wenn immer mehr Aufgaben ohne ausreichende Finanzierung übertragen würden, könne dies nicht gut gehen. Es drohe der Verlust des Vertrauens in die Leistungsfähigkeit des Staates bei einem gleichzeitigen Gefühl der weltpolitischen Bedrohung, was ein Nährboden für rechtsextreme Kräfte sei. Für einen solchen Hass dürfe es in den Kommunen keinen Platz geben. „Antifaschismus ist Teil meines Diensteides“, betonte er. So rief Spies mit Blick auf die Kommunalwahl in rund sechs Wochen zu einem engagieren und selbstbewussten Wahlkampf auf. Kommunalwahlen würden vor Ort entschieden, durch Gespräche, Engagement und gute Ideen.
Im Anschluss folgte eine Fragerunde mit den Mitgliedern und Spies, bei der unter anderem die Themen Rechtsextremismus auf Social Media, Wohnen oder kommunale Finanzierung zur Sprache kamen. Abschließend wurden die Wahlplakate für den Kreistags- und Stadtwahlkampf vorgestellt. Kreistags-Spitzenkandidat Michael Busold betonte, Politik beginne mit dem Alltag der Menschen. Der Slogan „Weil du hier lebst“ stehe für Verantwortung und konkrete Lösungen. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem eine bessere ärztliche Versorgung, bezahlbares Wohnen, verlässliche und bezahlbare Mobilität sowie die Verbindung von Tradition und Fortschritt. Auch die SPD Fulda präsentierte ihre Plakate mit Forderungen nach günstigeren Fahrpreisen im ÖPNV, einer Gesamtschule, mehr Wohnungsbau und einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft.
