Lokales FD 24.02.2026

SPD-Stadtverband kritisiert Nahverkehr: Stadtbus bleibt „Stiefkind“

Fulda (pm/sim) – „Der öffentliche Personennahverkehr ist das Stiefkind der Stadt Fulda und bleibt es weiterhin“, kritisiert die SPD nach den Antworten des Magistrats auf zwei Anfragen in der letzten Stadtverordnetenversammlung.

Als Beispiel nennt SPD-Stadtverordneter Robert Vey den Hessentag 2026: Für Gäste werden kostenfreie Shuttle-Busse bereitgestellt – eine sinnvolle Maßnahme, die Zustimmung findet. „Warum aber ein kostenfreies Busangebot nur für die Gäste, nicht aber für die Bürgerinnen und Bürger Fuldas angeboten wird, dafür haben wir kein Verständnis“, betont Vey. Laut Magistratsantwort entstehen dafür Kosten von 45.000 bis 60.000 Euro. Eine Kostenbeteiligung des Landkreises kam nicht zustande. „Wo bleibt das Herz für diesen Personenkreis, warum gönnt man ihnen nicht dasselbe wie den auswärtigen Gästen?“ fragt Vey. Die Mehrkosten seien im Gesamtbudget des Hessentags mit über 8 Millionen Euro vernachlässigbar.

Die SPD kritisiert zudem die Fortsetzung des Nahverkehrsplans: Im Juni 2025 wurde die vierte Umsetzungsstufe angekündigt, im August jedoch zurückgezogen. Begründung: Wirtschaftlichkeitsprüfung und fehlende Busfahrer. „Eine sehr irritierende Antwort“, sagt Co-Vorsitzender H.-J. Tritschler. „Wie kann man etwas beschließen und ankündigen, bevor Wirtschaftlichkeit und Personalfrage geklärt sind? Die Personalsituation war doch vorher bekannt.“

Vey und Tritschler ziehen das Fazit: „Der Stadtbusverkehr spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle in der Stadtpolitik. Große Ankündigungen bei Nahverkehr, Eislauffläche oder Schlossgarten-Umgestaltung bleiben oft unfertige Projekte mit Schneckentempo.“

Die mangelhafte Förderung des Stadtbusverkehrs sei weder eine Antwort auf die alternde Stadtgesellschaft noch hilfreich für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung, die den Klimawandel berücksichtigt, so der SPD-Stadtverband Fulda abschließend.