Lokales FD 11.02.2026

Sören Pellmann in Fulda: Soziale Gerechtigkeit und Kommunalpolitik

Fulda (jah) – Mit einer gut besuchten Podiumsdiskussion im MagLab ist der Besuch des Linken-Bundestagsabgeordneten und Co-Fraktionsvorsitzenden Sören Pellmann in Fulda zu Ende gegangen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Initiativen, Gewerkschaften und Vereinen sprach er über soziale Gerechtigkeit, Kommunalfinanzen und den Hessentag.

Sören Pellmann (Mitte) war zu Gast in Fulda. Fotos: Janosch Hensel

Der Kreisverband Die Linke Fulda hatte am 10. Februar zu einem politischen Austausch eingeladen. Höhepunkt des Tages war die Podiumsdiskussion am frühen Abend im MagLab in der Fuldaer Lindenstraße. Zuvor hatte Pellmann bereits an Infoständen auf dem Fuldaer Bahnhofsvorplatz sowie in Hünfeld am Haunecenter das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern gesucht.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand unter anderem die Frage, wie Großveranstaltungen wie der Hessentag finanziert werden – und welche Auswirkungen sie auf die kommunalen Haushalte haben. Neben Pellmann nahmen an der Podiumsdiskussion außerdem Silvia Hable (stellvertretende Landesvorsitzende Die Linke Hessen), Robin Burkard (Spitzenkandidat für die Kommunalwahl) und Frieda Ernst teil. Pellmann betonte, dass er die Debatte bewusst nicht „von außen bewerten“ wolle: „Ich glaube, ich bin gut beraten, gar nicht von außen zu sagen: Das ist das richtige Konzept. Sondern erst einmal aufzunehmen, was hier vor Ort bewegt.“ Mit Blick auf die finanzielle Lage vieler Kommunen warnte der Bundestagsabgeordnete vor zusätzlichen Belastungen: „Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man die Pflichtleistungen gerade noch irgendwie hinbekommt, aber alles, was freiwillige Leistungen betrifft, sich nicht mehr leisten kann.“ Er verwies auf Städte, in denen Schwimmbäder, Bibliotheken oder Vereinsangebote gestrichen wurden. „Das sind Kommunen, in denen können wir nicht leben. Und ich will es auch nicht.“

Auch die ursprüngliche Idee des Hessentags nahm Pellmann in den Blick. Wenn das Fest als Ort des Miteinanders verstanden werde, könne es eine verbindende Wirkung entfalten. Gleichzeitig äußerte er deutliche Kritik an Entwicklungen, die er bei vergleichbaren Veranstaltungen beobachtet habe: „Es darf kein Sammelplatz oder Spielplatz für Militaristen sein. Es muss weltoffen sein – und es darf nicht dazu führen, dass Menschen verdrängt werden, nur weil sie nicht ins Stadtbild passen.“ Als Lösungsansatz verwies Pellmann auf das Motto der Linken zur Kommunalwahl: „Kümmern statt kürzen – das bringt es auf den Punkt. Wir müssen uns um unsere Städte und Gemeinden kümmern, statt sie kaputtzusparen. Mit Blick auf mögliche Kostensteigerungen mahnte er: „Die Gefahr besteht, dass man am Ende feststellt: Die Millionen haben nicht gereicht. Und dann bleiben die Kommunen auf dem Defizit sitzen.“

Der gebürtige Leipziger, der seit 2017 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter ist und seit 2025 gemeinsam mit Heidi Reichinnek die Fraktion Die Linke im Bundestag führt, machte deutlich, dass Kommunalpolitik für ihn ein zentrales Thema bleibt. Als langjähriger Stadtrat in Leipzig-Grünau sei ihm die Nähe zu den Menschen besonders wichtig Für den Kreisverband war die Veranstaltung zugleich ein Auftakt in die heiße Phase vor der Kommunalwahl am 15. März.