Zunächst schilderte ein Kriminalhauptkommissar seine Eindrücke von der ersten Vernehmung des 50-Jährigen. „Bei relevanten Dingen zur Tatzeit hat er sehr überlegt geantwortet. Bei Nebensachen war er dafür sehr redselig“, erinnerte sich der Kriminalhauptkommissar an die Vernehmung. Damals habe der 50-Jährige immer wieder betont, dass es keinen Streit oder Konflikt zwischen ihm und dem Ehepaar gegeben habe. Dass er am Tatabend nochmal zu dem Ehepaar zurückgefahren sei, habe der Angeklagte in der ersten Vernehmung damit erklärt, dass er sein Handy nicht habe finden können und gedacht habe, dass es noch bei dem Ehepaar liege. „Dabei sei er dann geblitzt worden“, so der Polizist. Zum Thema Leichenfund habe der 50-Jährige damals ausgesagt, dass er über seinen Chef darüber erfahren habe. „Er gibt zu das er bei der ersten Vernehmung Unwahrheiten erzählt hat“, sagte Verteidiger Christian Celsen zu Differenzen zwischen den Aussagen seines Mandanten bei der ersten polizeilichen Vernehmung und später vor Gericht.
Ein Nachbar des Ehepaars berichtete in seiner Zeugenaussage darüber, dass der 40-jährige Sohn des getöteten Ehepaars am Vormittag durchs Dorf geirrt sei und auch bei ihm geklingelt habe. Da niemand geöffnet habe, habe der Mann angefangen, mit der Gegensprechanlage zu sprechen, wie der Zeuge später anhand der Aufnahmen der Anlage festgestellt habe. Der verwirrt wirkende Mann habe immer wieder gesagt, dass er zuhause eingesperrt worden sei und seine Eltern mit dem Angeklagten weggefahren seien, um einen Ölofen zu besorgen und seit dem Vorabend nicht zurückgekommen seien. Etwa 40 Minuten später habe der 40-Jährige nochmal geklingelt, diesmal habe die Schwiegermutter des Zeugen das Klingeln gehört und ihn ins Haus gelassen. Der Zeuge sei gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin zum Haus des Ehepaars gegangen. Dabei sei ihm der unaufgeräumte Esstisch aufgefallen. „Das ist sehr untypisch. Es sah so aus, als hätten sie ungeplant schnell gehen müssen“, sagte der Zeuge. Als Schwester und der Schwager des 40-Jährigen eingetroffen seien und sich um ihn gekümmert hätten, seien die Blutspuren im Kellerraum entdeckt worden. Richter Dr. Jörg Weddig fragte den Zeugen, wie er die Glaubwürdigkeit des 40-Jährigen einschätze. „Wenn er die Dinge immer wiederholt und nichts sagt, was er irgendwo aufgeschnappt haben könnte, ist er glaubwürdig“, meinte der Nachbar.
Gehört wurde auch ein Berufsbetreuer, der seit 2021 vom Gericht bestellt unter anderem für die Gesundheits- und Vermögenssorge des behinderten Sohns des getöteten Ehepaars, der mittlerweile in einer Einrichtung untergebracht ist, zuständig ist. Er berichtete, in regelmäßigem telefonischem Austausch mit den Eltern und dem Sohn selbst gestanden zu haben und alle zwei bis drei Monate auch vor Ort gewesen zu sein. Er habe den Sohn auch etwa eine Woche nach der Tat gesprochen. Der 40-Jährige fühle sich in der Einrichtung, wo er nun lebe, wohl. „Wir haben nicht wirklich über den Vorfall gesprochen. Er weiß, dass seine Eltern tot sind und auch, wo sie begraben sind“, berichtete der Betreuer. In einem kurzen Gespräch habe der Sohn behauptet, dass sein Vater die Mutter mit einem Messer attackiert und erstochen habe. Diese Behauptung habe der Berufsberater allerdings nicht ernst genommen. Den getöteten Mann beschrieb der Zeuge als dominant und mit kurzer Zündschnur. Er sei schnell auf die Palme zu bringen gewesen, wenn etwas nicht so gelaufen sei, wie er sich das vorgestellt habe. „Es war nicht immer ganz so einfach mit ihm“, sagte er und betonte: „Er hat aber nie gebrüllt oder ist körperlich geworden“.
