Fußball 24.02.2026

Regionalliga – Enttäuschender Heimauftakt: Korzuschek droht Saisonaus

Fulda (pf) – War das bitter: Gegentore hergeschenkt, damit das Auftaktspiel nach dem Winter verloren und noch der beste Scorer verletzt: Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz setzte den Re-Start in der Fußball-Regionalliga Südwest in den Sand. Nach dem 0:2 gegen Schott Mainz heißt es knallhart analysieren und Wunden lecken, denn eine ganze Negativserie darf sich der Tabellen -13. nicht erlauben.

Tim Korzuschek geht bei seiner Auswechslung vom Platz – vielleicht sogar ein letztes Mal für diese Saison. Foto: Christine Görlich

Der bitterste Moment schon nach gut zehn Minuten: Tim Korzuschek wird nah an der Strafraumkante gefoult – zunächst unscheinbar, doch seine Bewegungen bedeuteten nichts Gutes: Der beste Fuldaer Scorer mit acht Saisontoren konnte den linken Arm kaum bewegen und musste runter. Die Diagnose verkündet Trainer Daniyel Cimen geknickt: Schultereckgelenksprengung. „Wir müssen jetzt schauen, ob das operativ oder konservativ behandelt wird“, so der Coach, der die bittere Nachricht anfügt: „Bei einer OP wäre die Saison gelaufen, im anderen Fall gibt es noch Restchancen für die letzten Spiele“. So oder so aber eine Katastrophe, ist die Nummer zehn der Fuldaer doch eine der vielseitigsten Waffen in der Offensive. „Das ist natürlich brutal für ihn und genauso bitter für uns. Ein Ausfall, der extrem wehtut, aber den wir auffangen müssen. Wir haben genug Spieler, die ihre Möglichkeiten und Einsätze bekommen wollen.“ Cimen und der ganze Verein wünschen Korzuschek eine schnelle Genesung nach diesem „Schock“.

Genauso unnötig war die Niederlage gegen Schott Mainz, gerade gemessen an der Zahl der Chancen: Nachdem Keanu Kraft der böse Fehlpass vor dem 0:1 unterlief, wurde es auf dem noch ungewohnten Rasen nach der Winterpause umso schwerer. „Natürlich weiß jeder Spieler, wenn sowas passiert, dass das nicht wieder vorkommen darf. Da vertrauen wir ihm aber auch“, will Cimen die Szene gar nicht mehr zu hoch hängen, sondern stellt generell fest: „Es ist sehr ärgerlich, wenn der Gegner in Führung geht, ohne eine Torchance zu haben“.

Denn die Möglichkeiten hatte vor und auch nach der Pause zum Großteil die SGB: Pourié mehrmals per Kopf, Dittmann, Hillmann. „Wir haben in dieser Saison auch schon mehrmals gezeigt, dass wir mit Rückständen richtig umgehen können. Aber diesmal haben wir das nicht geschafft. Es lag am Ende nur an uns – da sind Rasen oder Vorbereitung keine Argumente. Wir müssen es uns ankreiden, das Tor nicht gemacht zu haben“. Die „Geschenke“, die hinten verteilt wurden, passten zum gebrauchten Tag: „Das hatte mit Regionalliga wenig zu tun, auch wie wir das zweite Gegentor verteidigt haben. Das gilt es, knallhart anzusprechen und zu analysieren, aber dann den Blick auch sofort wieder nach vorne zu richten“, betont Cimen.

Besonders nach dem 0:2 waren Struktur und Ruhe verloren gegangen, die SGB lud Schott Mainz eher noch zu einem höheren Sieg ein, den unter anderem taktische Fouls durch Pomnitz und Göbel verhinderten. Leon Pomnitz fehlt nun obendrauf noch gelbgesperrt, wenn es zum neuen Schlusslicht Bahlinger SC geht. Und eins ist für dieses Spiel schon jetzt klar – nicht nur dem Trainer: „Wir brauchen Effizienz“. Trainiert werden soll am Montag nochmal auf Kunstrasen, ab Dienstag will die Barockstadt dann nur noch auf den Rasen gehen – so zumindest die Hoffnung.