Zunächst wurden die Preise aus der Aktion „Wir suchen den Publikumsliebling“ überreicht. Während der Jahresquerschnittsausstellung hatten die Besucher für ihr Lieblingswerk abstimmen können. Auf den ersten Platz war das Bild „Sturmblüte“ von Marc Kohlmann gewählt worden. Auf Rang zwei folgte „Mondscheinsonate“ von Tara Schöneberger. „Auch viele weitere Arbeiten wurden besonders häufig genannt“, sagte Anne Härtel-Geise, Vorsitzende des Kunstvereins Fulda, und nannte verschiedene Beispiele. Aus allen Teilnehmenden, die für ihren Favoriten abgestimmt hatten, waren Gewinner ausgelost worden. Andrew Simpson, der die Aufgabe an Angela Schwab übertrug, Karoline Pieritz, Leonie Steinherr, Michael Fuchs und eine weitere Person durften sich aus neun von den Mitgliedern des Kunstvereins zur Verfügung gestellten Bildern jeweils eins auswählen. Schwab hatte sich für einen Textildruck von Osaru Belo-Osagie entschieden und diesen aus organisatorischen Gründen schon im Vorfeld abgeholt. Die übrigen Gewinner oder ihre Vertreter nahmen ihre Bilder, die von Edda Kallenbach, Manfred Juraschek, Nacka Kovacic und Alexander Pazatka gestaltet worden waren, am Sonntag in Empfang.
In Anschluss hatten die Besucher die Möglichkeit, die aktuelle Ausstellung „Garten Eden“ in der Galerie des Kunstvereins zu besuchen. Diese zeigt Werke von Hanne Karch, Ulrike Schmelter und Marlies Ziemke, drei Künstlerinnen, die sich während ihres Studiums an der Akademie für Malerei in Berlin kennengelernt hatten und bereits mehrfach gemeinsam ausgestellt haben. In der Ausstellung in Fulda, die noch bis zum 8. März zu sehen ist, zeigen sie Bilder, in denen Natur, Farbe und persönliche Bildwelten auf vielschichte Weise zusammenfinden.
Schließlich füllte sich der Hauptraum wieder und es mussten sogar noch weitere Sitzgelegenheiten herbei geholt werden, weil das Interesse so groß war. Traudi Schlitt war aus Alsfeld gekommen, um aus ihrem im vergangenen November erschienenen Buch „So geht’s auch“ vorzulesen. Es handelt sich dabei um ihren fünften Sammelband, der Kolumnen enthält, die sie für die Oberhessische Zeitung schreibt. „Der neuste Band zeigt wieder sehr schön ihren Blick auf den Alltag: Ehrlich, humorvoll, manchmal nachdenklich und oft herrlich pointiert“, kündigte Härtel-Geise die Autorin, die auch schon einen Alsfeld-Krimi geschrieben hat und am zweiten arbeitet, an. In „So geht’s auch“ fänden sich Texte aus den vergangenen vier Jahren, berichtete Schlitt, also auch noch aus der Corona-Zeit und dorthin konnten sich alle auch nochmal kurz zurückerinnern, als die erste Kolumne vorgetragen wurde. „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ lautete der Titel und der Einstieg, dass er mittlerweile ja eher gar nicht mehr klingle, dafür aber sechs E-Mails innerhalb weniger Stunden über den aktuellen Standort des Pakets informieren, sorgte direkt für Schmunzeln im Publikum. Schlitt, die in Heubach aufgewachsen ist, in Fulda Abitur gemacht hat und nun schon viele Jahre in Alsfeld lebt, ist dem Kunstverein Fulda über persönliche Kontakte schon länger verbunden und hielt bereits zweimal die Laudatio zur Jahresquerschnittsausstellung des Vereins.
