Das Fuldaer Traditionsgeschäft Photo Porst in der Robert-Kircher-Straße schließt Ende Februar seine Pforten. Für Inhaber Roland Gottwald gaben zwei Gründe den Ausschlag: Zum einen tritt sein engster Mitarbeiter in den Ruhestand ein. Zum anderen macht die Veränderung im Passbildgeschäft dem Laden zu schaffen. „Das Geschäft bricht uns mehr und mehr weg, da es nun größtenteils von den Behörden übernommen wird. Das ist eine Frechheit“, kritisiert Gottwald. Gegen die niedrigen Preise könne ein kleineres Geschäft wie seines kaum noch konkurrieren. Seit Passfotos für Ausweisdokumente digital eingereicht werden müssen, haben viele Kommunen eigene Foto-Automaten aufgestellt, an denen die Bürger ihr Passfoto direkt vor Ort aufnehmen lassen können.
Auch Familie Daniel in Hünfeld will ihr Fotogeschäft aufgeben – das Passbild-Problem macht auch vor ihnen nicht halt. „Wir sehen einfach keine Perspektive mehr – es ist nicht mehr wie früher“, erklärt Betreiber Norbert Daniel. Allein durch die neue Passbild-Regelung fehlen ihm rund 340 Kunden. Daniel sieht dabei ein strukturelles Problem: „Wir sind damit nicht allein, in mittelgroßen Städten lohnen sich solche Geschäfte nicht mehr – erst in Städten wie Frankfurt kann es rentabel sein.“ Das zeige sich auch in seinem Umfeld: Er sei in einer WhatsApp-Gruppe mit zwölf weiteren Betreibern – sechs davon hätten bereits schließen müssen. Im Moment sucht Familie Daniel einen Interessenten, der das Geschäft übernehmen möchte.
