Seit dem 1. Juli 2014 ist Dag Wehner Bürgermeister von Fulda. Damals holte er 33 von 57 Stimmen und setzte sich gegen Michael Grosch (FDP) durch. 2020 wurde er mit 39 von 56 möglichen Stimmen erneut gewählt – ohne Gegenkandidaten. Auch diesmal gab es keinen Gegenbewerber. Seine dritte Amtsperiode beginnt nun im Juli dieses Jahres: Wehner freute sich am Montagabend im Fürstensaal über 37 von 53 Stimmen (eine Stimme war ungültig, dazu gab es sechs Nein-Stimmen und neun Enthaltungen). Großer Applaus brandete für den Bürgermeister auf. Zu den Gästen im Stadtschloss zählten die ehemaligen Oberbürgermeister Möller und Rhiel, der frühere Bürgermeister Dippel sowie Wehners Familie – seine Frau Diana und die beiden Töchter Milena und Tessa.
„Mit über Fraktions- und Koalitionsgrenzen hinausgehender Mehrheit“
In seiner Dankesrede zeigte sich Wehner bewegt: „Zuallererst danke ich Ihnen für das soeben mit meiner Wiederwahl ausgesprochene Vertrauen.“ Das Ergebnis mit 37 Ja-Stimmen mache deutlich, „dass ich von einer durchaus über Fraktions- und Koalitionsgrenzen leicht hinausgehenden Mehrheit in dieser Stadtverordnetenversammlung getragen werde.“
Seit nunmehr 11,5 Jahren stehe er in einer „sehr spannenden und von unterschiedlichsten Herausforderungen geprägten Phase der Stadtentwicklung“, so Wehner. Er nannte beispielhaft die Flüchtlingskrise seit 2015, die Corona-Pandemie ab 2020 sowie den Ukraine-Krieg mit erneuten Flüchtlingsbewegungen. All das habe die Stadt – und ihn selbst – gefordert.
Investitionen in Bildung, Soziales und Sport
Wehner hob darüber hinaus die Zusammenarbeit im Magistrat hervor: „Ich tue das im hauptamtlichen Magistrat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit meinen beiden Kollegen im Hauptamt, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Stadtbaurat Daniel Schreiner“, ebenso aber auch mit den ehrenamtlichen Mitgliedern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Die Zusammenarbeit sei „hervorragend, konstruktiv und harmonisch – selten und in vergleichbaren Städten sicherlich einigermaßen einzigartig“.
Allein in der laufenden Amtszeit von 2020 bis 2025 habe die Stadt neben hohen Unterhaltungsaufwendungen rund 74 Millionen Euro zusätzlich in den Schulbau und rund 20 Millionen Euro in Kindergärten investiert. Auch im Sportbereich seien mit der Stadionsanierung und zahlreichen Hallensanierungen wichtige Projekte umgesetzt worden. Ein Schwerpunkt lag zudem auf dem sozialen Zusammenhalt, so Wehner: Durch die Aufnahme von Quartieren wie Ziehers-Süd, Ostend, Nordend und aktuell dem Südend in das Landesprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ seien soziale Netze gestärkt sowie Stadtteilzentren und Jugendtreffs geschaffen worden.
Sicherheit und Großveranstaltungen
Auch die Sicherheit in der Innenstadt spiele eine immer größer werdende Rolle. Wehner verwies auf den Ausbau der Videosicherheit, die Einführung einer Waffenverbotszone und die enge Kooperation mit der Landespolizei. Trotz hoher Sicherheitsauflagen seien im vergangenen Jahr zahlreiche Großveranstaltungen möglich gewesen: vom Rosenmontagsumzug über Marathon und Triathlon, Domplatz-Konzerte bis hin zum Weihnachtsmarkt. „Wir haben unsere veranstaltenden Vereine und Organisationen stets eng begleitet und unterstützt, damit diese sicher stattfinden konnten“, so der Bürgermeister.
Blick nach vorn
Die kommenden Jahre sieht Wehner als große Aufgabe: „So wird es im Schwerpunkt darum gehen, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt Fulda zu sichern und den Haushalt zu konsolidieren.“ Gleichzeitig müssten Infrastruktur erhalten, Lebensqualität gesichert sowie die Herausforderungen von demografischem, digitalem und klimatischem Wandel gemeistert werden. Die Kommunalwahl im März und der Hessentag 2026 seien weitere Wegmarken.
Seine Botschaft zum Abschluss: „Lassen Sie uns deshalb die vor uns liegenden Aufgaben mit Herz, Verstand und Zuversicht gemeinsam angehen. Ich trete auch meine dritte Amtszeit mit Respekt, aber auch voller Zuversicht und Freude an.“
Glückwünsche und Blumen
Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann gratulierte ebenfalls: „Im Namen der Stadtverordnetenversammlung und natürlich auch ganz persönlich zu Ihrer erfolgreichen Wiederwahl für die dritte Amtszeit.“ Sie wünsche ihm „eine gute Hand für die Bewältigung aller Probleme“ und vor allem Gesundheit – „unser höchstes Gut“. Anschließend bat sie Wehners Frau Diana nach vorne und überreichte ihr einen Blumenstrauß als Dank für die Unterstützung: „Es soll ein kleines Dankeschön sein für die Unterstützung Ihres Gatten in all den Jahren.“
Mit langem Applaus und zahlreichen Glückwünschen endete der offizielle Teil – und für Dag Wehner beginnt nun am 1. Juli die dritte Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Fulda.
