Lokales FD 09.02.2026

Notfallvorsorge im Fokus: GSP-Vortrag mit Frank Reith

Fulda (pm/sim) – Die Flutkatastrophe im Ahrtal oder zuletzt der Stromausfall in Teilen Berlins haben gezeigt: Naturkatastrophen oder Schäden an der Infrastruktur treten schnell und oft unerwartet auf – und die Folgen für die Bevölkerung können verheerend sein. „Ob, vor allem aber wie wir uns selbst am besten auf solche oder ähnliche Gefahrensituationen vorbereiten können?“ Diese Frage stand im Zentrum des Vortrags von Frank Reith, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr beim Landkreis Fulda, bei der Veranstaltung der Fuldaer Sektion für Sicherheitspolitik (GSP).

Frank Reith (von links), Fachdienstleiter beim Landkreis Fulda für Gefahrenabwehr, stellte gemeinsam mit GSP-Sektionsleiter Michael Schwab vor, womit sich ein Haushalt auf Notfälle und Notsituationen vorbereiten kann. Foto: Gisbert Hluchnik

Wichtige Tipps vermittelt der „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Foto: Michael Schwab

Für den Abend hatte Reith mehrere graue Rollcontainer mitgebracht, gefüllt mit lebenswichtigen Materialien: Lebensmittelkonserven – auch für Tiere –, Wasser, ein Erste-Hilfe-Set, Schlafsäcke, einen kleinen Campingkocher, Streichhölzer und Toilettenpapier. Zudem zeigte er eine Mappe mit wichtigen Dokumenten, die im Ernstfall unersetzlich sind. Mit diesen Beispielen machte Reith sein Publikum auf die Notwendigkeit von Notfallvorsorge aufmerksam.

Ratgeber für Notfallvorsorge

Zu Beginn seines Vortrags im Bronnzeller Jägerhaus stellte Reith sein Konzept vor: „Wie gut sind wir eigentlich vorbereitet?“ Als Gastdozent für Krisenmanagement beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und ehemaliger Bundeswehr-Soldat mit Auslandserfahrung auf dem Balkan verfügt Reith über umfangreiche Expertise. Er erläuterte unter anderem die Größe des Landkreises, die 23 Gemeinden, Gefahrenschwerpunkte wie Autobahnen, Bahnstrecken und -tunnel sowie die Zuständigkeiten von Kreis, kreisfreien Städten, Ländern und Bund. Begleitend dazu verteilte er die Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Zuständigkeiten der Gefahrenabwehr

Die Abwehr von Großschaden- und Katastrophenlagen gehört zum Hauptgeschäft des Landkreises Fulda – rund um die Uhr. Die Gemeinden sind für die örtliche Gefahrenabwehr zuständig. Deutschland verfügt über ein integriertes Hilfeleistungssystem: Bund, Länder und Kommunen übernehmen jeweils unterschiedliche Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Zivilschutz.

Rettungsdienst und Ehrenamt

Reith lobte den Rettungsdienst im Landkreis Fulda als einen der besten in Hessen: 29 Fahrzeuge, 15 Rettungswagen täglich rund um die Uhr einsatzbereit, rund 35.000 Einsätze pro Jahr. Dennoch sei das Ehrenamt unverzichtbar, gerade angesichts künftiger Herausforderungen wie Terrorismus, Cyberattacken, Bürgerkriege, hybride Kriegsformen, Wirtschaftskrisen, Klimawandel, Flüchtlingskrisen oder Blackouts.

Von den Ukrainern lernen

Abschließend betonte Reith, wie wichtig es sei, aus internationalen Krisensituationen zu lernen. Die Bevölkerung in der Ukraine habe nach vier Jahren Krieg erhebliche Resilienz entwickelt und wisse, wie man mit Strom-, Wasser- oder Wärmeausfällen umgeht. „Daraus können wir nur lernen“, so Reith. GSP-Sektionsleiter Michael Schwab lobte den Vortrag: „Frank Reith hat hervorragende Einblicke über Zuständigkeiten, Potenziale der Gefahrenabwehr und eigene Handlungsmöglichkeiten vermittelt.“