Für den Abend hatte Reith mehrere graue Rollcontainer mitgebracht, gefüllt mit lebenswichtigen Materialien: Lebensmittelkonserven – auch für Tiere –, Wasser, ein Erste-Hilfe-Set, Schlafsäcke, einen kleinen Campingkocher, Streichhölzer und Toilettenpapier. Zudem zeigte er eine Mappe mit wichtigen Dokumenten, die im Ernstfall unersetzlich sind. Mit diesen Beispielen machte Reith sein Publikum auf die Notwendigkeit von Notfallvorsorge aufmerksam.
Ratgeber für Notfallvorsorge
Zu Beginn seines Vortrags im Bronnzeller Jägerhaus stellte Reith sein Konzept vor: „Wie gut sind wir eigentlich vorbereitet?“ Als Gastdozent für Krisenmanagement beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und ehemaliger Bundeswehr-Soldat mit Auslandserfahrung auf dem Balkan verfügt Reith über umfangreiche Expertise. Er erläuterte unter anderem die Größe des Landkreises, die 23 Gemeinden, Gefahrenschwerpunkte wie Autobahnen, Bahnstrecken und -tunnel sowie die Zuständigkeiten von Kreis, kreisfreien Städten, Ländern und Bund. Begleitend dazu verteilte er die Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Zuständigkeiten der Gefahrenabwehr
Die Abwehr von Großschaden- und Katastrophenlagen gehört zum Hauptgeschäft des Landkreises Fulda – rund um die Uhr. Die Gemeinden sind für die örtliche Gefahrenabwehr zuständig. Deutschland verfügt über ein integriertes Hilfeleistungssystem: Bund, Länder und Kommunen übernehmen jeweils unterschiedliche Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Zivilschutz.
Rettungsdienst und Ehrenamt
Reith lobte den Rettungsdienst im Landkreis Fulda als einen der besten in Hessen: 29 Fahrzeuge, 15 Rettungswagen täglich rund um die Uhr einsatzbereit, rund 35.000 Einsätze pro Jahr. Dennoch sei das Ehrenamt unverzichtbar, gerade angesichts künftiger Herausforderungen wie Terrorismus, Cyberattacken, Bürgerkriege, hybride Kriegsformen, Wirtschaftskrisen, Klimawandel, Flüchtlingskrisen oder Blackouts.
Von den Ukrainern lernen
Abschließend betonte Reith, wie wichtig es sei, aus internationalen Krisensituationen zu lernen. Die Bevölkerung in der Ukraine habe nach vier Jahren Krieg erhebliche Resilienz entwickelt und wisse, wie man mit Strom-, Wasser- oder Wärmeausfällen umgeht. „Daraus können wir nur lernen“, so Reith. GSP-Sektionsleiter Michael Schwab lobte den Vortrag: „Frank Reith hat hervorragende Einblicke über Zuständigkeiten, Potenziale der Gefahrenabwehr und eigene Handlungsmöglichkeiten vermittelt.“
