Seit Anfang Januar läuft das Training bei Schäfer wieder strukturiert und kontinuierlich. „Jetzt geht es so langsam sukzessive wieder bergauf. Ich habe schon ein paar Kilo verloren und fühle mich eigentlich ganz gut. Es geht definitiv in die richtige Richtung“, sagt Schäfer, der sich bei regelmäßigen Trainingseinheiten im Brauns Gym auf das große Event vorbereitet – die letzten Wochen verliefen allerdings nicht unbedingt nach den Vorstellungen des Amateurboxers: „Ich hatte ja bereits gesagt, über Weihnachten werde ich nicht viel machen und auch nicht bewusst verzichten. Das ist mit Familie und Kindern über die Feiertage einfach nicht möglich. Danach war ich im Urlaub – und kam erstmal krank zurück. Wenn die Kinder etwas haben, hat man das als Eltern auch schnell.“ So konnte Schäfer über einen längeren Zeitraum wenig bis gar nicht trainieren – ist dafür nun aber umso motivierter.
Der Trainingsschwerpunkt liegt aktuell klar auf der Kraftausdauer – der Fähigkeit, auch unter hoher Belastung stabil zu bleiben. Gleichzeitig arbeitet Schäfer verstärkt an der mentalen Seite des Boxens. Besonders das Sparring fordert ihn: „Das ist schon nochmal was anderes, mental damit umzugehen, dass da wirklich jemand vor dir steht, der dich treffen will. Das tut trotzdem weh. Und das muss man erstmal verarbeiten.“ Was ihn dabei am meisten überrascht, ist der Energieverbrauch: „Du verbrennst deinen Akku hier nicht nur durch Bewegung. Schon im Stehen, wenn du Schläge kassierst, das raubt dir Energie. Das ist auch mental extrem.“ Genau dort setzt sein Training aktuell an: ruhig bleiben, die Kontrolle behalten, nicht in Stress oder Panik verfallen. „Mit Hinblick auf den Kampf ist das viel Kopfsache. Zu realisieren: Das wird kommen – und ich bin darauf vorbereitet.“
Klarer Fokus im Training
Schäfers Trainer Alex Hergert bestätigt die positive Entwicklung. Auch er legt den Fokus auf die konditionelle Basis: „Wir arbeiten sehr viel an der Ausdauer. Die muss erstmal richtig reinkommen.“ Daneben gehe es um klare, einfache Abläufe: „Wir achten darauf, dass wir nicht zu viele Bewegungsabläufe haben. Lieber ein, zwei Basics, damit die Boxer nicht mit Informationen überrannt werden.“ Diese Basics werden dafür immer wieder trainiert – was oftmals monoton sein kann, das ist auch dem Coach bewusst. „Das wiederholt sich im Training ständig. Für manche ist das langweilig, aber das ist wichtig.“ Mit Schäfers Entwicklung zeigt sich Hergert derweil sehr zufrieden: „Er macht das wirklich gut.“
Fokus auf Umsetzung
Anstatt sich frühzeitig mit seinem Gegner, Albin Keune, zu beschäftigen, richtet Schäfer den Blick vor allem auf sich selbst. „Im Amateurbereich ist jeder mit sich beschäftigt, dass er das, was er lernt, auch umsetzen kann.“ Die Grundlagen stehen für ihn klar im Vordergrund – sie entscheiden darüber, wie er im Ring agieren kann. Mit jedem Training wächst die Sicherheit, mit jeder Einheit die Belastbarkeit. Bis zum Kampfabend am 25. April geht es für Steffen Schäfer darum, genau diese Fortschritte weiter zu festigen – körperlich, technisch und im Kopf.
