Lokales FD 26.02.2026

Kirche als Beziehung: Bischof Gerber wirbt für Präsenz in Krisen

Fulda (pm/jah) – Kirche beginnt dort, wo Menschen einander in Krisen nicht ausweichen, sondern einander tragen. Diese Perspektive hat Bischof Dr. Michael Gerber in seinem Fastenhirtenwort 2026 entfaltet. Der Fuldaer Bischof beschreibt Glauben als Beziehungsgeschehen „von Mensch zu Mensch und von Herz zu Herz“. Das Hirtenwort wurde am ersten Fastensonntag in allen Kirchen des Bistums verlesen; im Fuldaer Dom trug es der Bischof selbst vor.

Im Mittelpunkt seines Fastenhirtenworts steht eine Kirche, die aus Beziehung lebt und Menschen in Krisen nicht allein lässt. Bei der Verlesung im Fuldaer Dom am Sonntag hob Bischof Dr. Michael Gerber diesen Leitgedanken besonders hervor. Foto: Bistum Fulda / Dr. Arnulf Müller

In den Mittelpunkt seines Hirtenworts 2026 stellt Bischof Dr. Michael Gerber die Überzeugung, dass Glaube vor allem in persönlichen Beziehungen wächst. Kirche lebe „von Mensch zu Mensch und von Herz zu Herz“, betont der Bischof. In Zeiten von Krankheit, Einsamkeit oder existenzieller Verunsicherung komme es weniger auf schnelle Antworten als auf verlässliche Präsenz an. Dabei sei entscheidend nicht die schnelle Erklärung, sondern eine Haltung des aufmerksamen Zuhörens und des gemeinsamen Aushaltens von Spannungen.

Ausgehend von den Monaten seiner eigenen schweren Erkrankung beschreibt der Fuldaer Bischof, wie sehr ihn Gebet und persönliche Nachrichten getragen hätten. Diese Erfahrung verstehe er als Hinweis darauf, wie Kirche Zukunft gewinnt: durch verlässliche Präsenz in Krisenzeiten.

Geduld statt schneller Lösungen

Als biblisches Leitbild nennt Gerber die Begegnung von Maria und Elisabeth. Zwei Menschen in herausfordernden Situationen begegneten einander mit Offenheit und Vertrauen. Darin erkennt er ein Grundmuster kirchlichen Handelns: Beziehung stifte Hoffnung, bevor Antworten formuliert werden.

„Widerstehen wir dem Impuls, gleich eine Lösung zu finden“, heißt es im Hirtenwort. Geduldiges Zuhören eröffne Räume, in denen neues Vertrauen wachsen könne. Rückblickend sagt der Bischof: „Es mag etwas seltsam klingen: Ich möchte die vergangenen Monate nicht missen.“ Gott habe sich ihm gezeigt als derjenige, der in herausfordernden Situationen Beziehung schafft.

Fastengespräche und Materialien online

Begleitend zum Hirtenwort laden auch in diesem Jahr digitale Fastengespräche dazu ein, die Impulse der Fastenzeit gemeinsam zu vertiefen. In mehreren Online-Terminen geht es um die Begleitung von Menschen in Krankheit, Trauer und existenziellen Krisen.

Text, Fürbitten, Audioaufnahme sowie weitere Informationen zum Fastenhirtenwort und zu den begleitenden digitalen Fastengesprächen sind im Internet abrufbar unter: www.fastenzeit.bistum-fulda.de