In den Mittelpunkt seines Hirtenworts 2026 stellt Bischof Dr. Michael Gerber die Überzeugung, dass Glaube vor allem in persönlichen Beziehungen wächst. Kirche lebe „von Mensch zu Mensch und von Herz zu Herz“, betont der Bischof. In Zeiten von Krankheit, Einsamkeit oder existenzieller Verunsicherung komme es weniger auf schnelle Antworten als auf verlässliche Präsenz an. Dabei sei entscheidend nicht die schnelle Erklärung, sondern eine Haltung des aufmerksamen Zuhörens und des gemeinsamen Aushaltens von Spannungen.
Ausgehend von den Monaten seiner eigenen schweren Erkrankung beschreibt der Fuldaer Bischof, wie sehr ihn Gebet und persönliche Nachrichten getragen hätten. Diese Erfahrung verstehe er als Hinweis darauf, wie Kirche Zukunft gewinnt: durch verlässliche Präsenz in Krisenzeiten.
Geduld statt schneller Lösungen
Als biblisches Leitbild nennt Gerber die Begegnung von Maria und Elisabeth. Zwei Menschen in herausfordernden Situationen begegneten einander mit Offenheit und Vertrauen. Darin erkennt er ein Grundmuster kirchlichen Handelns: Beziehung stifte Hoffnung, bevor Antworten formuliert werden.
„Widerstehen wir dem Impuls, gleich eine Lösung zu finden“, heißt es im Hirtenwort. Geduldiges Zuhören eröffne Räume, in denen neues Vertrauen wachsen könne. Rückblickend sagt der Bischof: „Es mag etwas seltsam klingen: Ich möchte die vergangenen Monate nicht missen.“ Gott habe sich ihm gezeigt als derjenige, der in herausfordernden Situationen Beziehung schafft.
Fastengespräche und Materialien online
Begleitend zum Hirtenwort laden auch in diesem Jahr digitale Fastengespräche dazu ein, die Impulse der Fastenzeit gemeinsam zu vertiefen. In mehreren Online-Terminen geht es um die Begleitung von Menschen in Krankheit, Trauer und existenziellen Krisen.
Text, Fürbitten, Audioaufnahme sowie weitere Informationen zum Fastenhirtenwort und zu den begleitenden digitalen Fastengesprächen sind im Internet abrufbar unter: www.fastenzeit.bistum-fulda.de
