Leichtathletik 25.02.2026

Hallenmeisterschaften - HSV-Athletinnen mit starken Leistungen

Sindelfingen (jah/pm) – Starker Auftritt bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften U20 und den Deutschen Meisterschaften Winterwurf für die Leichtathletinnen des Hünfelder SV: Greta Ritz sprintete in Sindelfingen sensationell ins 400-Meter-Finale und wurde Achte, Edda Bischof verpasste im Diskus trotz großer Weite knapp den Endkampf. Für beide Athletinnen waren es wertvolle Erfahrungen auf nationaler Bühne – und ein Fingerzeig auf ihr Potenzial.

Fotos: Hünfelder SV

Der Hallen-Saisonhöhepunkt hätte für Greta Ritz kaum besser laufen können. Bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften U20 in Sindelfingen qualifizierte sich die 18-Jährige mit 57,88 Sekunden (Norm: 58,60 Sekunden) für die Titelkämpfe – trotz dreier erkältungsbedingter Trainingsausfälle im Dezember. 27 Athletinnen waren über 400 Meter gemeldet, Ritz rangierte in der Meldeliste lediglich auf Platz 18. Das Ziel: eine neue persönliche Bestzeit. Im dritten von sechs Vorläufen traf sie auf starke Konkurrenz. Die spätere Vorlaufschnellste Liyana Barragan De Luyz (OSC Berlin) gewann ihren Lauf in 56,02 Sekunden. Greta aber hielt dagegen – und steigerte ihre persönliche Bestleistung deutlich auf 56,62 Sekunden - eine Verbesserung um 1,26 Sekunden.

Dann begann das Warten. Nach und nach kristallisierte sich heraus: Nur wenige Läuferinnen blieben schneller. Am Ende stand fest – Greta Ritz gehört zu den besten acht U20-Läuferinnen Deutschlands - eine kleine Sensation.

Platz acht im Finale – und noch ein Jahr Zeit

Im Finale am Sonntag traten zwei Läufe mit jeweils vier Starterinnen an. Deutsche Meisterin wurde Eni Kuske (TSV Zirndorf) in starken 54,36 Sekunden. Für Greta Ritz sprang am Ende Rang acht heraus – ein Ergebnis, das vor den Meisterschaften kaum jemand erwartet hatte. Bemerkenswert: Als Athletin des jüngeren U20-Jahrgangs darf sie im kommenden Jahr erneut in dieser Altersklasse antreten.

Die Leistungsdichte war beeindruckend: 15 der gestarteten Athletinnen stellten neue persönliche Bestzeiten auf. Auch Ritz hat sich innerhalb eines Jahres um mehr als drei Sekunden über 400 Meter verbessert – eine enorme Entwicklung. Mit Blick auf die Sommersaison und ihre Spezialdisziplin, die 400 Meter Hürden, lassen die Hallenzeiten aufhorchen.

Edda Bischof riskiert – und wird nicht belohnt

Bei den Deutschen Meisterschaften im Winterwurf stand am Sonntag auch Edda Bischof im Diskuswurf der WJU18 im Ring. Mit 37,01 Metern hatte sie exakt die geforderte Norm (37,00 Meter) erfüllt. 18 Athletinnen waren startberechtigt, Edda rangierte auf Platz 17 der Meldeliste. Für sie war es der erste Einzelstart bei einer Deutschen Meisterschaft – und sie entschied sich bewusst fürs Risiko.

Im Einwerfen überzeugte sie mit soliden Versuchen im Sektor. Doch im Wettkampf lief es anders: Der erste Wurf landete im Netz, der zweite knapp außerhalb des Sektors. Auch der dritte Versuch – technisch stark und von der Weite her auf Finalkurs – verfehlte um wenige Zentimeter den gültigen Bereich. Das bittere Ergebnis: „ogV“ – ohne gültigen Versuch. Besonders schmerzhaft, weil die erzielte Weite im dritten Versuch für Rang acht und damit für den Endkampf gereicht hätte.

Starke Leistungen trotz schwieriger Bedingungen

Für beide Athletinnen bleibt die Teilnahme an nationalen Titelkämpfen ein großer Erfolg. Allein die Qualifikation für diese Meisterschaften unterstreicht ihr Leistungsniveau. Bemerkenswert ist dabei auch der Blick auf die Trainingsbedingungen: Während viele Konkurrentinnen auf moderne Anlagen zurückgreifen können, fehlen in Hünfeld teilweise grundlegende Einrichtungen – etwa ein eigener Diskusring oder eine komplette Wurfanlage. Umso höher sind die Leistungen von Greta Ritz und Edda Bischof einzuordnen. Gleichzeitig wird deutlich: Wer dauerhaft auf diesem Niveau mithalten will, braucht verbesserte Trainingsbedingungen.