Lokales FD 06.02.2026

Grüne kritisieren Gesetzentwurf zum Grünen Band

Wiesbaden (pm/sim) – „Wo Schutz draufsteht, muss auch Schutz drin sein – alles andere ist Etikettenschwindel“, erklärt Vanessa Gronemann, Sprecherin für Naturschutz der Grünen Landtagsfraktion, zum Gesetzentwurf der hessischen Landesregierung zum Grünen Band.

Vanessa Gronemann. Foto: Vanessa Gronemann

Daniel May. Foto: Aurelia Schulz

Die Grünen sehen die Pläne der Landesregierung äußerst kritisch. Das Grüne Band ist das Nationale Naturmonument entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, in dem Naturschutz und Erinnerungskultur zusammen gedacht werden. „Der Gesetzentwurf zerschneidet dieses Schutzgebiet, senkt die Standards ab und erlaubt ausgerechnet in den sensibelsten Bereichen künftig wirtschaftliche Nutzung“, kritisiert Daniel May, Grüner Ansprechpartner für den Landkreis Fulda. Künftig soll nur noch rund die Hälfte der bisherigen Fläche offiziell Schutzgebiet sein. Aus einem zusammenhängenden Schutzraum werde damit ein Flickenteppich. Das zentrale Ziel, einen durchgehenden Biotopverbund zu schaffen, werde aufgegeben – mit gravierenden Folgen für den Artenschutz. Besonders gefährdete Arten wie die Wildkatze, die auf große, vernetzte Lebensräume angewiesen sind, verlieren damit einen wichtigen Rückzugs- und Wanderkorridor.

Zudem werde eine neue Gebietskulisse geschaffen, die fachlich kaum nachvollziehbar sei: Schutzgrenzen verlaufen teilweise mitten durch Flurstücke, was weder praktikabel noch sinnvoll sei und zu unnötiger Bürokratie sowie hohem Verwaltungsaufwand führe. Besonders widersprüchlich sei, dass in der sogenannten Schutzzone künftig forstwirtschaftliche Nutzung erlaubt sein soll. „Eine Schutzzone, in der gewirtschaftet werden darf, verdient ihren Namen nicht. So wird der Schutzgedanke des Grünen Bands bis zur Unkenntlichkeit verwässert“, so Gronemann. May abschließend: „Wer den Schutzraum halbiert, Flächen zerschneidet und den Biotopverbund aufgibt, schwächt nicht nur den Artenschutz, sondern auch die Verbindung von Natur- und Erinnerungskultur – und untergräbt damit das Ziel, das Grüne Band perspektivisch als Unesco-Weltnatur- und Weltkulturerbe weiterzuentwickeln.“