Nach den Worten des Bürgermeisters ist „der bauliche und technische Zustand der städtischen Schwimmbäder in Fulda unterschiedlich zu bewerten“. Für das Freibad Rosenau erklärte Dag Wehner: „Das Freibad Rosenau ist grundsätzlich in einem guten Zustand, weist jedoch altersbedingte Defizite insbesondere in den Umkleide-, Sanitär- und Funktionsbereichen sowie bei der Steuerungs- und Regeltechnik der Wasseraufbereitung auf.“ Hier bestehe „kurzfristiger Modernisierungsbedarf, der bereits aufgegriffen wurde“. Konkret seien bereits Fördermittel bewilligt worden: „Für die Sanierung der Umkleide- und Funktionsbereiche sowie den Austausch der Wasseraufbereitungstechnik wurden Landesfördermittel bewilligt. Die Umsetzung der Maßnahmen ist vorgesehen und dient der nachhaltigen Sicherung des Freibadbetriebs.“
Deutlich kritischer stellt sich die Lage im Sportbad Ziehers dar, das als zentrale und ganzjährig genutzte Schwimmsportstätte eine wichtige Rolle für Vereine, Schulen und den Breitensport spielt. Laut Wehner weist es „einen deutlich umfassenderen baulichen, technischen und energetischen Sanierungsbedarf auf“. Neben der Erneuerung der Lüftungsanlage sei vor allem die Substanz betroffen: „Insbesondere eine Betonsanierung der Tragekonstruktion des Schwimmbeckens sowie weitere bautechnische, energetische und technische Erneuerungs- und Sanierungsmaßnahmen“ seien notwendig. Diese Schritte seien erforderlich „für den langfristigen Substanzerhalt, die Betriebssicherheit und die Energieeffizienz der Einrichtung“ und gingen „über eine reine Instandhaltung hinaus“.
Um diese Aufgaben stemmen zu können, greift die Stadt auf Förderprogramme zurück. Über die hessischen Schwimmbadinvestitionsprogramme „SWIM“ und „SWIMplus“ seien bereits erhebliche Mittel bewilligt worden. „In Summe wurden hier über die Jahre 2020 bis 2025 Zuschüsse in Höhe von 894.000 Euro bewilligt.“ Zusätzlich komme Unterstützung vom Landkreis Fulda, wie Dag Wehner betonte: „Wir sind dem Landkreis Fulda sehr dankbar dafür, dass er wegen der hohen Bedeutung der Fuldaer Bäder für den Schwimmunterricht in den Schulen von Stadt und Landkreis einen Zuschuss in Höhe von einer Million Euro bewilligt hat.“
Offen ist derzeit noch, ob auch Mittel aus dem kommunalen Anteil des Infrastrukturprogramms des Bundes genutzt werden können. Grundsätzlich werde jede Möglichkeit geprüft, so Wehner: „Die Stadt Fulda prüft sämtliche investive Maßnahmen auf eine mögliche Förderfähigkeit durch Bund, Land Hessen und die Europäische Union.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass es hier noch viele Unklarheiten gibt: „Zu den Rahmenbedingungen des Sondervermögens des Bundes liegen dem Magistrat noch keine weiteren Erkenntnisse vor. Derzeit laufen der Gesetzgebungsprozesses des Landes, sowie die Ausgestaltung des Förderprogramms.“
Die Diskussion zeigt jedenfalls, wie wichtig die beiden Schwimmbäder für die Stadt sind – nicht nur als Orte für Freizeit und Sport, sondern auch für den Schulschwimmunterricht und das gesellschaftliche Leben. Mit bereits bewilligten Fördergeldern und weiteren Prüfungen versucht Fulda, die Weichen für den langfristigen Erhalt zu stellen. Wie schnell die nächsten Schritte umgesetzt werden können, hängt jedoch maßgeblich von den weiteren Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene ab.
