Seit Mai rollen die blauen E-Bikes durch die Innenstadt und an zentrale Knotenpunkte. An fünf Stationen – unter anderem in der Löherstraße und am Bahnhofsvorplatz – stehen derzeit 40 Räder bereit. Die Idee: Radverkehr stärken und ihn besser mit Bus und Bahn verzahnen. Nach rund neun Monaten zieht die Stadt eine erste Bilanz – mit klaren saisonalen Schwankungen. „Die Nutzung des FuldaBike ist über die Wintermonate wie zu erwarten merklich zurückgegangen“, erklärte Stadtbaurat Daniel Schreiner im Rahmen der letzten Stadtverordnetenversammlung. Dennoch sei der Betrieb keineswegs zum Stillstand gekommen: „Auch über die kalte Jahreszeit konnten wir täglich mehrfache Nutzungen verzeichnen.“ Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: „Mit über 730 Fahrten im Juni und über 550 Fahren in den darauffolgenden Sommermonaten, sind im Dezember nur noch knapp 130 Fahrten getrackt“, so Schreiner. Für das Frühjahr rechnet die Stadt wieder mit steigenden Werten – auch, weil das Netz wächst. „Insbesondere da in der Schulstraße der sechste Standort im Stadtgebiet installiert wird“, kündigte er an.
Touristen fahren vor, Vielfahrer sollen folgen
Auch zur Frage, wer die Räder nutzt, gibt es erste Erkenntnisse. „Bisher haben wir einen Überschuss an touristischen Fahrten“, sagte Schreiner. Das werde sich aber voraussichtlich ändern: „Dieser Überschuss wird sich im Laufe der nächsten Monate egalisieren, da insbesondere die Nutzung für Vielfahrer durch angepasste Tarife attraktiver wird.“
Ein weiterer Befund: Die meisten Nutzer bringen ihr Rad dorthin zurück, wo sie es ausgeliehen haben. „Die Fahrräder werden überwiegend am selben Standort zurückgegeben, wodurch eine Umverteilung der Räder bislang größtenteils nicht notwendig ist“, erklärte Schreiner. Eine Ausnahme bilde die Station in der Löherstraße. Dort sei die Differenz von Ab- und Anfahrten zwar gering – 571 Ankünfte zu 555 Abfahrten – das Problem liege jedoch in der Größe der Station: „Da die Station viel kleiner ist, kommt es schnell zu einer Überbelegung.“ Abhilfe soll eine Erweiterung in unmittelbarer Nähe schaffen.
Kaum Vandalismus an den Rädern
Erfreulich fällt die Bilanz beim Thema Sicherheit aus. „Der Vandalismus an Rädern und Stationen ist marginal, auch aufgrund der diebstahl- und vandalismussicheren Konstruktion“, so Schreiner. Der bislang größte Schaden: besprühte Räder. Mehr Sorgen bereiten dagegen die öffentlichen Radreparaturstationen, etwa am Bahnhofsvorplatz und am Esperantoplatz. „Hier werden leider regelmäßig Werkzeuge geklaut“, berichtete der Stadtbaurat.
