Die Stellungnahme des Vereins Fulda stellt sich quer im Wortlaut:
„Die Person, die während der Veranstaltung lautstark protestierte und anschließend unter Anwendung körperlicher Gewalt aus dem Saal entfernt wurde, stand nachweislich in keinerlei organisatorischem, personellem oder inhaltlichem Zusammenhang mit dem von Fulda stellt sich quer organisierten Protest oder dem Demokratiebündnis. Nach übereinstimmenden Informationen befand sich diese Person bereits seit Öffnung der Veranstaltung als regulärer Gast in der AfD-Veranstaltung. Zudem stammt sie nach unseren Erkenntnissen weder aus Fulda noch aus dem Landkreis Fulda und verfügt über keine sozialen oder politischen Bindungen in die Region. Nach Recherchen besteht darüber hinaus der begründete Verdacht, dass diese Person regelmäßig als Gast an AfD-Veranstaltungen teilnimmt. Eine Zuordnung zum lokalen Gegenprotest ist damit ausgeschlossen.
Vor diesem Hintergrund ist nicht auszuschließen, dass es sich bei dem Vorfall um eine bewusst in Kauf genommene oder sogar gezielt herbeigeführte Provokation handelte, die im Nachgang politisch und medial instrumentalisiert wurde. Die AfD hat den Vorfall umgehend genutzt, um ein Zerrbild demokratischen Protests zu zeichnen und friedliches zivilgesellschaftliches Engagement zu diskreditieren. Verantwortung für Eskalationen trägt dabei auch der Veranstalter selbst, der durch Dramatisierung, einseitige Schuldzuweisungen und eine aggressive politische Inszenierung zur Zuspitzung der Situation beigetragen hat.
Fulda stellt sich quer e. V. erklärt sich ausdrücklich solidarisch mit den Jugendlichen und jungen Menschen, die zum Ende der Veranstaltung ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrnehmen und Kritik an der AfD äußern wollten. Politischer Protest – auch in zugespitzter Form – ist ein legitimer Bestandteil demokratischer Auseinandersetzung, insbesondere dann, wenn er sich gegen rassistische, ausgrenzende und demokratiefeindliche Positionen richtet. Die pauschale Kriminalisierung junger Protestierender sowie der Versuch, berechtigte Kritik als „Störung“ oder „Extremismus“ darzustellen, ist ein bekanntes Muster der AfD und dient der Einschüchterung sowie der Delegitimierung gesellschaftlichen Widerspruchs.
Zugleich stellt der Verein klar, dass er körperliche Gewalt in jeder Form ablehnt. Dass eine Person im Rahmen einer politischen Veranstaltung zu Boden gebracht und unter Anwendung von Zwang aus dem Saal entfernt wurde, wirft jedoch ernsthafte Fragen nach der Verhältnismäßigkeit des Vorgehens und nach der Verantwortung der Veranstalter auf. Die Eskalation innerhalb der AfD-Veranstaltung steht in keinem Zusammenhang mit der von Fulda stellt sich quer organisierten Demonstration vor dem Bürgerhaus, die friedlich, bunt und ohne polizeiliches Einschreiten verlief.
Wir weisen entschieden zurück, dass der Vorfall dem Umfeld unseres Vereins zugerechnet wird. Eine solche Darstellung ist sachlich unzutreffend und geeignet, den guten Ruf unseres Vereins sowie das Engagement vieler ehrenamtlich Aktiver zu beschädigen. Fulda stellt sich quer e. V. behält sich vor, bei fortgesetzter falscher Zuordnung oder irreführender Berichterstattung presserechtliche Schritte zu prüfen. Auch künftig werden wir uns solidarisch, entschlossen und gewaltfrei gegen Rechtsextremismus, Rassismus und die Politik der AfD positionieren.“
