Sporer kritisierte die Politik der CDU scharf: „Die CDU behauptet, Frauenpolitik zu machen. Wenn die CDU Frauenpolitik macht, dürfen Frauen mitreden, aber nicht zu laut – und nur, wenn das Protokoll vorher genehmigt ist.“ Auch andere Gruppen müssten demnach ihre Beiträge abstimmen lassen.
Ein weiteres zentrales Thema war die Verkehrspolitik. „Fulda liebt Autos. Wenn es nach der CDU ginge, bekäme jedes Auto einen Sitz im Stadtparlament. Wir Grünen reden von Verkehrswende.“ Die Friedrichstraße könne eine lebendige Fußgängerzone sein, doch die Stadt habe Angst vor Fußgängern, kritisierte Sporer. „Wir haben beantragt, die Löhrstraße ebenfalls zur Fußgängerzone zu machen. Das stieß nicht bei der CDU, sondern bei der Interessengemeinschaft der Löhrstraße auf Widerstand.“ Auch die Baupolitik geriet unter Kritik: „Fulda baut gern viel und teuer. Viele Projekte führen häufig zu Verzögerungen und Unmut. Die CDU schiebt die Verantwortung gern auf uns.“
Mit Blick auf die Kommunalwahl sagte Sporer: „Wir Grünen bleiben dran, auch nach 45 Jahren Opposition. Wir bleiben laut und unbequem. Bei dieser Wahl gibt es eine realistische Chance für eine neue Mehrheit. Fulda hat Zukunft – und sie soll nicht wie die Vergangenheit aussehen.“
Erfolge der Grünen hob Sporer hervor: „Unsere Ideen sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Klimaschutzplan und der Verkehrsentwicklungsplan sind einstimmig im Stadtparlament verabschiedet worden. In beiden Plänen sind sehr viele unserer grünen Ideen enthalten. Das Problem ist aber wieder die Langsamkeit. Die Pläne werden nur im Schneckentempo verzögert oder gar nicht umgesetzt. Dafür braucht es uns Grüne in der nächsten Stadtverordnetenversammlung, um hier endlich Dampf zu machen.“
Carl Vogel ergänzte: „Standhaft, trotz Schieflage – das ist unser Anspruch. Wir wollen sachlich diskutieren, unsere Ideen konsequent umsetzen und eine respektvolle politische Kultur pflegen.“ Er betonte die Rolle der jungen Generation: „Die jungen Leute hier haben das Potenzial, die Richtung zu ändern. Sie bringen frischen Wind, Mut und neue Perspektiven in die kommunale Politik.“
Vogel sprach auch über mögliche Koalitionen: „Wir werden ergebnisoffen koalieren, wenn wir eingeladen werden, aber unsere Grundvorstellungen – insbesondere Klimaschutz – bleiben unverhandelbar. Wir wollen Verantwortung übernehmen und unsere Ideen konsequent durchbringen.“ Abschließend betonte er: „Standhaft bleiben – nicht nur am Aschermittwoch, sondern im Wahlkampf und in der nächsten Legislaturperiode.“
Der politische Aschermittwoch machte deutlich, dass die Fuldaer Partei Bündnis 90/Die Grünen weiterhin kritische Impulse setzt, die Verkehrswende und den Klimaschutz vorantreibt und ihre Standpunkte konsequent vertritt. „Fulda hat Zukunft. Und wir sorgen dafür, dass sie nicht aussieht wie die Vergangenheit“, schloss Sporer seine Rede.
