Die Besucher können ihren Moment in dem Echokabinett somit akustisch mitgestalten und verwandeln ihn in einen zeitlich begrenzten - und damit einzigartigen - Klangmoment. Tischers Projekt nimmt die Besucher mit in eine Klangwelt, zu realen wie auch imaginären Orte. Er führt sie an das Mittelmeer, lässt sie in einen „Cosmic Ocean” schweben, auf Bahnhöfen in England und Deutschland stehen und in einem Straßencafé in Spanien Platz nehmen. Sie verweilen in Kirchen und Kathedralen in Frankreich und Italien, erleben die vier Winde der Erde, stehen in einer Tropfsteinhöhle, wandeln auf einem Gipfel der Anden durch Machu Picchu und fahren in einem imaginären Aufzug nach „unten” und landen in dem ruhenden Auge eines Sturmes. Man könnte diese “Reise” als eine Abfolge von Traumstationen beschreiben, intensiviert durch Tischers klangliche und musikalische Bearbeitung. Ein zentrales Stilmittel ist dabei das „Echo”, welches den Aufenthalt im Echokabinett in ein imaginäres Erlebnis verwandelt – eine hörbare Fata Morgana. Alles, was in dieser Ausstellung erlebt wird, lässt sich unter dem Oberbegriff des Echos zusammenfassen - und zwar nicht nur im akustischen, sondern auch visuellen Sinne, denn zwei Videoinstallationen greifen das Thema ebenfalls auf. Das „Echo” ist untrennbar mit dem Faktor „Zeit” verbunden: Es ist die zeitverzögerte Wiedergabe eines Lautes – oder eines Bildes, eines Signales, einer Erinnerung.
Ohne „Zeit” kein „Echo” Diese Ausstellung kann vom 19. Februar bis 31. Mai im Vonderau Museum erlebt werden. Vernissage mit kurzem Konzert ist am 18. Februar, 19 im Vonderau Museum. In der 150-Jährigen Geschichte des Museums ist Frank Tischer der erste Musiker, dem die Möglichkeit einer eigenen Ausstellung beziehungsweise Installation eingeräumt wird. „Das empfinde ich als große Ehre“, so Tischer.
„Ich bedanke mich zu aller erst bei meiner Frau Antonia, die mich in Allem unterstützt und hinter mir steht. Durch ihre Art die Welt zu sehen und zu hören, gibt sie mir neue, künstlerische Anregungen, die für meine Arbeit und mein Schaffen so wichtig sind. Meinen herzlichen Dank auch an Dr. Verse, Rainer Diegelmann und das gesamten Museumsteam, für die Möglichkeit und Unterstützung, meine Vision eines ‚Echokabinetts‘ umsetzen zu können”, so Tischer zum Abschluss.
