Lokales FD 20.02.2026

Einsamkeit betrifft alle Generationen – SPD-Diskussionsabend

Edelzell (sk) – Mit Staatssekretärin Manuela Strube gab es in Edelzell auf Einladung des SPD-Ortsvereins Fulda-Süd-Mitte eine engagierte Diskussion zum Thema „Einsamkeit – eine soziale und politische Herausforderung“.

Staatssekretärin Manuela Strube war zu Gast in Fulda. Foto: Stefan Krug.

Einsamkeit betreffe „alle Generationen” und alle „sozialen Schichten” betonte Strube. In anderen Ländern sei sie als politische Aufgabe schon stärker in den Fokus gerückt. In den USA und in Japan gebe es eigene Ministerien, während sie hier sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene als „Querschnittssaufgabe” in mehreren Ministerien angesiedelt sei. Manuela Strube selbst ist seit 2024 Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, davor war sie SPD-Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin in Baunatal.

Schon in ihrer Begrüßung hatte Silvia Hillenbrand, frühere SPD-Landtagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeisterin von Großenlüder, auf die Wichtigkeit hingewiesen: „Einsamkeit ist ein Thema, das uns vielleicht alle einmal betrifft, worüber aber kaum gesprochen wird.” Dem schloss sich Strube an: „Einsamkeit gibt es in Fulda, Hessen, Deutschland – praktisch überall. Sie betrifft alle Generationen, mittlerweile auch sehr viele junge Menschen.” Gerade die „sogenannten sozialen Medien” würde zur Vereinsamung beitragen. Weiter betreffe sie nicht nur Arme: „Oft sind es auch reiche Menschen, die einsam sind und allein zu Hause sitzen.” Ein Problem sei es, dass sie nicht messbar sei. Manche seien allein und zufrieden während andere sich auch unter vielen Menschen einsam fühlen.

Strube kam gut vorbereitet und erwähnte die Fuldaer Beteiligung am Programm „Gemeinsam aus der Einsamkeit” insbesondere unter Beteiligung der Hochschule und der Wohlfahrtsverbände. Anwesende Vertreter der Caritas, der Diakonie, der AWO und des paritätischen Wohlfahrtsverbands verwiesen auf besondere Gefährdungsfaktoren wie Alter, Wohnungslosigkeit, psychische und Suchterkrankungen. Oft sei es auch schwierig, Betroffene zu erreichen. Ein besonderes Problem sei die geringe finanzielle Förderung der Hilfen. Hier konnte Strube nur Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung mit höheren Steuereinnahmen machen – aber immerhin sei es in Hessen gelungen, alle vorhandenen Programme im bisherigen Umfang ohne Einschränkungen weiter zu fördern.

Die Fuldaer SPD habe das Thema schon im länger im Blick. Die Fraktionsvorsitzenden Michael Busold (Kreistag) und Jonathan Wulff (Stadtverordnetenversammlung) hatten entsprechende Anfragen eingereicht. Busold berichtete aus der Antwort. „Eigene Aktivitäten des Kreises sehen wir nicht.” Es sei auf Angebote von Vereinen hingewiesen worden. Gerade Einsparungen im sozialen Bereich seien durch Landrat Bernd Woide in den vergangenen Jahren thematisiert worden: „Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass hier nicht die Schere ansetzt.” Auch Wulff erwähnte viele Angebote, die vom Magistrat genannt worden seien. Die Problematik sei, Betroffene auch zu erreichen: „Wir haben die Zielgruppe, auch Angebote – aber viele Menschen, die wir nicht finden.“

In der weiteren engagierten Diskussion wurde deutlich, wie vielschichtig das Thema ist: Von der Einsamkeit junger Studierender, welche unter Coronabedingungen ihre Jugend verbrachten, über die Situation älterer Menschen, die allein in viel zu großen Häusern und Wohnungen leben, die für Kommunen ausufernden Kosten durch Vorschriften zum Betreuungsschlüssel in Kindergärten, bis hin zu den gesenkten Zuschüssen für „Gemeindepflegerinnen” wurde ein breiter Querschnitt an Themen angesprochen. So versprach Strube auch, einiges an Anregungen mitzunehmen. Abschießend fasste sie noch etwas wichtiges zusammen: „Wichtig ist es, dass wir die Mitmenschen im Blick haben. Wir kümmern uns zu oft nur um uns selbst und alles andere ist uns egal.”

Diskussionsabend der SPD Fulda-Süd-Mitte. Fotos: Stefan Krug