Lokales FD 27.02.2026

Direkter Dialog mit der Politik: „dialogP“ an der Konrad-Zuse-Schule

Hünfeld – Von Silas Messing – Politik hautnah erleben konnten am Freitag Schüler der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld. Im Rahmen des Projekts dialogP diskutierten sie den Vormittag mit Abgeordneten des Hessischen Landtag über selbstgewählte politische Themen. Die Jugendlichen hatten die Fragestellungen zuvor im Unterricht erarbeitet – und nutzten nun die Gelegenheit, ihre Perspektiven direkt mit Landespolitikern auszutauschen.

Von Links: Gerhard Bärsch (AfD), Thomas Hering (CDU), Dr. Matthias Büger (FDP), Tanja Hartdegen (SPD) und Daniel May (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Silas Messing.

Schulleiter Jörg Demuth eröffnete die Veranstaltung und begrüßte neben den Schülerinnen und Schülern auch Lehrkräfte, Vertreter des Staatlichen Schulamtes, des Schulträgers Landkreis Fulda sowie die Projektverantwortlichen. Besonders hob er das Format hervor: „Es ist ein ganz fantastisches Format, dass man unmittelbar die Möglichkeit hat, mit unseren Abgeordneten ins Gespräch zu kommen.“ Politik aus dem Schulbuch sei das eine – sie jedoch aus erster Hand zu erleben, vermittle ein ganz anderes Verständnis für Entscheidungsprozesse und politische Herausforderungen.

Durch das Programm führten die Schülerinnen Pia Assel und Alexandra-Cristina Simon. In ihrer Moderation betonten sie die Bedeutung des persönlichen Austauschs in einer Demokratie. Per Grußwort – das zu Beginn eingespielt wurde – unterstrich Landtagspräsidentin Astrid Wallmann die Rolle des Dialogs: Demokratie lebe vom Austausch unterschiedlicher Standpunkte und vom Engagement junger Menschen.

Anschließend stellten sich die anwesenden Landtagsabgeordneten – Thomas Hering (CDU), Gerhard Bärsch (AfD), Tanja Hartdegen (SPD), Daniel May (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Matthias Büger (FDP) – persönlich vor und beantworteten im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern Fragen zu ihrem Werdegang, ihren politischen Schwerpunkten und ihrer Motivation für ihr Engagement im Hessischen Landtag.

Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Wege in die Politik verlaufen können – vom früheren Polizeibeamten über die Juristin bis hin zum Mathematiker oder Bildungspolitiker. Persönliche Einblicke – etwa in frühere Berufswünsche mit 16 Jahren – sorgten für eine lockere Atmosphäre und machten die Politiker für die Jugendlichen greifbar.

Im Mittelpunkt standen jedoch die inhaltlichen Diskussionen. An mehreren Thementischen debattierten die Schülerinnen und Schüler unter anderem über das Wahlalter ab 16, mentale Gesundheit junger Menschen sowie Demokratiebildung im Unterricht. Besonders das Thema politische Mitbestimmung bewegte viele: Sollte das Wahlalter gesenkt werden? Wie kann politische Bildung verbindlicher im Schulalltag verankert werden? Und welche Verantwortung trägt die Politik für die psychische Gesundheit junger Menschen?

Das Besondere am dialogP-Format: Die Abgeordneten wechselten im Rotationsprinzip etwa alle acht bis zehn Minuten den Tisch. So konnten alle Gruppen mit jedem Politiker ins Gespräch kommen und unterschiedliche Positionen der Fraktionen kennenlernen. Zum Abschluss wurden mithilfe von Pro- und Contra-Karten gemeinsame Stimmungsbilder eingeholt – ein sichtbares Zeichen dafür, wie vielfältig Meinungen auch innerhalb einer Schülerschaft sind.

Ein interaktives Quiz („Kahoot“) lockerte die Veranstaltung zusätzlich auf und testete das politische Wissen von Schülerinnen, Schülern und Abgeordneten gleichermaßen.

Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: dialogP war mehr als nur eine schulische Veranstaltung. Es war gelebte Demokratie. Die Jugendlichen konnten ihre Anliegen direkt platzieren, Argumente austauschen und politische Prozesse besser nachvollziehen. Die Abgeordneten wiederum erhielten unmittelbare Einblicke in die Gedankenwelt der jungen Generation. Die Botschaft des Vormittags war klar: Demokratie lebt vom Mitreden – und genau das wurde an der Konrad-Zuse-Schule eindrucksvoll praktiziert.

„dialogP“ an der Konrad-Zuse-Schule. Fotos: Silas Messing.