Lokales FD 08.02.2026

Bunter Protest in Johannesberg gegen die AfD – 90 Demonstranten

Fulda (sk) -  Bunt, fröhlich und manchmal auch laut war es auf einer Demonstration vor dem Bürgerhaus in Johannesberg am Samstagabend. Drinnen hatte die AfD zum Auftakt des Wahlkamps zur Kommunalwahl mit mehreren Rednern eingeladen. Draußen forderte „Fulda stellt sich quer“ (FSQ): „Klare Kante gegen die AfD – kein Platz für Hass, Hetze und Demokratieverachtung,” Laut Polizeiangaben waren 90 Demonstranten gekommen.

Foto: Stefan Krug

Die Polizei war nicht nur mit Kräften der Polizei Fulda, sondern auch mit Kräften einer Einsatzgruppe vor Ort und sicherte genügend Abstand zwischen AfD-Anhängern und Demonstranten: Begrüßt wurden erstere mit lauten Rufen „Kein Platz für Nazis” und „Alerta Antifaschista”. Organisator Andreas Goerke hielt eine Rede, in der er betonte, der AfD dürfe nicht unwidersprochen eine Veranstaltung überlassen werden: „Nicht, weil sie eine ‘andere Meinung hat’. Sondern weil sie systematisch spaltet, gezielt hetzt und demokratische Instrumente missbraucht – gerade dort, wo Politik konkret wird: In der Kommune.”

Dazu verwies er auf die Einschätzung des Verfassungsschutzes, der mehrere Landesverbände als rechtsextrem einstuft und warf der Partei auch auf kommunaler Ebene in Fulda vor, jenseits von Provokationen und Parolen konkret wenig zu tun. Besonderen Unmut erzeugen bei ihm die Akteneinsichtsausschüsse im Stadtparlament zu FSQ und WelcomeIn, die außer Kosten von 20.000 Euro als Ergebnis hatten, dass „kein einziger der AfD-Vorwürfe belegt wurde”. Trotzdem würden AfD-Vertreter die dort geäußerten Vorwürfe wiederholen. Goerke warf der AfD weiterhin vor, in den lokalen Kommunalvertretungen zu den Themen Wohnungsbau, Verkehr, soziale Infrastruktur, Haushaltsstabilität und Fachkräftemangel nur „Provokation und Realitätsverweigerung” zu liefern.

„Remigration” bezeichnete er als „Wort, dass alles entlarvt”. Es bedeute eine „ideologische Kampfansage”, die sich gegen „Menschen, Nachbarn, Kollegen und Familien” richte. Remigration greife die Menschenwürde an und sei in ihrer Wirkung verfassungsfeindlich, so Goerke weiter.

Besonders scharf kritisiert er die Haltung der AfD zu sozialen Fragen. „Die AfD tut so, als vertrete sie soziale Interessen, grenzt aber gleichzeitig Menschen aus“, so Goerke. „Solidarität gilt bei der AfD nur für wenige – das ist keine Sozialpolitik, das ist Auslese.“ Während die AfD auf Angst, Hass und Schuldzuweisungen setzt, zeigt Fulda tagtäglich, dass Demokratie funktioniert. Demokratische Parteien ringen um Lösungen, streiten hart, aber respektvoll – und übernehmen Verantwortung.

 „Demokratie bedeutet Zusammenarbeit trotz Unterschiede“, sagt Goerke. „Die AfD verweigert genau das – und stellt sich damit selbst außerhalb des demokratischen Konsenses.“ Der Verein ziehe daraus eine klare Konsequenz: „Wir rufen auf: Wählt demokratische Parteien – keine Extremisten.

Setzt ein Zeichen gegen Hass, Hetze und autoritäres Denken.”

„Fulda ist stärker als rechte Parolen“, so Andreas Goerke abschließend: „Wir stellen uns quer – aus Überzeugung, aus Verantwortung und aus Liebe zu dieser Stadt.“

Demonstration in Johannesberg. Fotos: Stefan Krug