Zu Beginn begrüßte MIT-Kreisvorsitzender Florian Wehner den Staatsminister und die zahlreichen Gäste. Er betonte die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Landkreis Fulda und Bayern, sowohl weltanschaulich als auch politisch, und hob hervor, dass man beim Thema innere Sicherheit ähnlich denke. Wehner würdigte außerdem das große ehrenamtliche Engagement, insbesondere bei den Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsorganisationen. „Das Engagement der Ehrenamtlichen ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft“, sagte er.
Auch der CDU-Kreisvorsitzende Frederik Schmitt hieß Herrmann offiziell willkommen. Er lobte, dass der Landkreis Fulda im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Mitglieder in den Freiwilligen Feuerwehren Hessens habe, und würdigte das Engagement von Rettungsdiensten und Polizei. Schmitt unterstrich zudem die Rolle der Bundeswehr in der Region und die Bedeutung der bevorstehenden Kommunalwahlen: „Es macht es noch besonderer, dass Sie nach Fulda gekommen sind und uns hier in der Region unterstützen“, sagte er.
Sicherheit als Kernaufgabe des Staates
In seinem Vortrag machte Herrmann deutlich, dass Sicherheit die Kernaufgabe des Staates sei. „Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Aber der Staat hat die Pflicht, die Menschen bestmöglich zu schützen“, sagte er. Ein funktionierender Rechtsstaat müsse handlungsfähig sein und konsequent gegen Kriminalität und Extremismus vorgehen. Bayern sei nach Angaben des Landeskriminalamts weiterhin das Bundesland mit der niedrigsten Kriminalitätsrate in Deutschland, deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, gefolgt von Baden-Württemberg und Hessen. Gemeinsam bilde man den „sicheren Süden Deutschlands“. „Diese Daten zeigen, dass eine konsequente Sicherheitspolitik Wirkung entfaltet“, sagte Herrmann.
Ein besonderer Dank des Ministers galt Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten. „Allein in Bayern engagieren sich rund 450.000 Menschen in Feuerwehren und Hilfsorganisationen – viele davon ehrenamtlich. Dieses Engagement ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Bevölkerungsschutzes“, sagte er. Sicherheit umfasse nicht nur die Bekämpfung von Straftaten, sondern auch Katastrophen- und Zivilschutz. Mit Blick auf die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 sprach sich Herrmann für dauerhaft höhere Investitionen in Vorsorge und Ausstattung aus. Kommunen stünden in der Verantwortung, Einsatzkräfte angemessen auszurüsten und auf neue Bedrohungslagen vorzubereiten. „Solidarität und Verantwortungsbewusstsein sind tragende Säulen unseres Gemeinwesens“, fügte er hinzu.
Extremismus und Migration
Deutliche Worte fand Herrmann zum Thema Extremismus. Er warnte vor Gefahren durch Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus. „Wer demokratische Grundwerte infrage stellt – etwa durch Forderungen nach einem ‚Kalifat‘ –, überschreitet rote Linien“, sagte er. Der Rechtsstaat müsse hier konsequent handeln. Zugleich kritisierte Herrmann die Alternative für Deutschland (AfD), die in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet wird, und betonte: Demokratie müsse aktiv verteidigt werden und lebe vom Engagement überzeugter Demokratinnen und Demokraten.
Ein weiteres zentrales Thema war die Migrationspolitik. Herrmann sprach sich für klare Grenzkontrollen und die konsequente Durchsetzung geltenden Rechts aus. Er verwies auf gesunkene Flüchtlingszahlen und verstärkte Kontrollen an den deutschen Grenzen, insbesondere in Bayern. „Ziel ist es, geordnete Zustände herzustellen und die Kommunen zu entlasten. Wer dauerhaft bleiben darf, muss konsequent integriert werden – in Sprache, Arbeitsmarkt und unsere Werteordnung“, sagte er.
Wirtschaft, Verwaltung und Verteidigung
Neben sicherheitspolitischen Fragen ging Herrmann auch auf wirtschaftliche Aspekte ein. Mittelstand, Landwirtschaft und kommunale Entwicklung seien tragende Säulen des Wohlstands. Übermäßige Bürokratie behindere Unternehmen ebenso wie ehrenamtliche Strukturen. „Entscheidungsprozesse müssen schneller getroffen werden, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können“, erklärte er. Sicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gehörten eng zusammen.
Mit Blick auf den russischen Angriff auf die Ukraine unterstrich Herrmann zudem die Bedeutung einer starken Bundeswehr. „Deutschland muss verteidigungsfähig sein, um Frieden zu sichern. Acht Jahrzehnte Frieden in Mitteleuropa sind keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis einer stabilen demokratischen Ordnung“, sagte er. Demokratie und Rechtsstaat hätten diesen Frieden ermöglicht und müssten aktiv geschützt werden.
Zum Abschluss rief Herrmann zur Teilnahme an der bevorstehenden Kommunalwahl auf. „Es geht um die Zukunft der eigenen Region“, sagte er. Beim anschließenden Austausch nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit dem Minister.
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