Lokales VB 24.02.2026

Bauprogramm vorgestellt: 40 Millionen für Autobahnen in der Region

Fulda – Von Janosch Hensel – Mehr Geld, mehr Maßnahmen, aber möglichst keine zusätzlichen Staus: Die Außenstelle Fulda der Autobahn GmbH des Bundes investiert 2026 rund 40 Millionen Euro in Erhalt und Ausbau der Autobahnen in der Region. Im Mittelpunkt stehen mehrere Projekte, unter anderem auf der A66 und der A7. Gleichzeitig laufen Großprojekte wie der Umbau am Kirchheimer Dreieck und der Ersatzneubau der Talbrücke Thalaubach weiter. Darüber informierte Julia Rös, Leiterin der Außenstelle Fulda, am Montagvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz.

Julia Rös, Leiterin der Außenstelle Fulda der Autobahn GmbH des Bundes, stellte das Bauprogramm vor. Fotos: Janosch Hensel

Mit der Fahrbahnerneuerung auf der A66 zwischen den Anschlussstellen Flieden und Schlüchtern-Nord startet das größte neu beginnende Projekt des Jahres. Auf rund vier Kilometern wird die Strecke in beiden Fahrtrichtungen saniert, die Bauzeit ist von Mai bis September 2026 angesetzt. 5,4 Millionen Euro fließen in die Maßnahme. „Das ist für uns eine Maßnahme, die wir im letzten Jahr aufgrund der Haushaltslage schieben mussten. Umso mehr freut es uns, dass wir sie jetzt endlich bewerkstelligen können“, sagte Außenstellenleiterin Julia Rös bei der Vorstellung des Bauprogramms in Fulda. Wie bei nahezu allen Projekten gelte: „Wir halten alle Fahrstreifen aufrecht.“ Vorgesehen ist eine 3+1-Verkehrsführung, alle Spuren bleiben befahrbar, wenn auch verengt und in der Regel mit Tempo 80.

Insgesamt plant die Außenstelle Fulda im Jahr 2026 Investitionen von rund 40 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es 25,7 Millionen Euro – eine Steigerung um 56 Prozent. „Nicht alle Niederlassungen steigern ihr Bauvolumen in so einem großen Umfang. Umso mehr freut es mich, dass wir das hier für Fulda hinbekommen haben“, betonte Rös.

Ein zentrales Dauerprojekt bleibt der Umbau am Kirchheimer Dreieck, dem Knotenpunkt von A4 und A7. Die Bauzeit erstreckt sich von 2015 bis 2030, die Gesamtkosten liegen bei rund 120 Millionen Euro. Für 2026 sind 8,5 Millionen Euro eingeplant. Ab Mai wird der Verkehr vollständig auf die Westseite verlegt – ein weiterer großer Bauabschnitt. Trotz der komplexen und wechselnden Verkehrsführungen sollen in beide Richtungen jeweils drei Fahrstreifen erhalten bleiben. Warum die Baustelle für viele wie eine Dauerbaustelle wirkt, erklärte Rös: „Wir haben ein ganz festes Ziel, dass wir alle Fahrstreifen aufrechterhalten, einfach weil wir sie brauchen für die Menge an Verkehr. Dann bleibt extrem wenig Platz für die Baustelle.“ Der Verkehrsfluss dürfe nicht abreißen, machte die Außenstellenleiterin deutlich.

Neben diesen größeren Maßnahmen fließen erhebliche Mittel in die laufende Erhaltung. Vier Millionen Euro sind für die Beseitigung von Frost- und Fahrbahnschäden vorgesehen, 3,7 Millionen Euro für die Instandsetzung von Bauwerken entlang von A5, A7 und A66. Weitere 1,3 Millionen Euro werden in die Erneuerung und Instandsetzung von insgesamt 14 Verkehrszeichenbrücken auf A7 und A66 investiert. Viele dieser Arbeiten erfolgen in Tagesbaustellen außerhalb der Spitzenzeiten.

Ein weiteres bedeutendes Projekt im Zuständigkeitsbereich ist der Ersatzneubau der Talbrücke Thalaubach auf der A7. Die Maßnahme liegt in der Verantwortung der Außenstelle Kassel, betrifft jedoch das Gebiet der Außenstelle Fulda. Die Bauzeit ist von 2022 bis 2030 angesetzt, die bestehende Brücke wird abgerissen und durch zwei neue Teilbauwerke ersetzt. Teile des Bauwerks sollen gesprengt werden, dafür wird die darunterliegende Bundestraße 279 demnächst gesperrt. Genauere Informationen dazu folgen aber noch. „Die Brücken aus den 60er Jahren sind für das Verkehrsaufkommen, das wir heute haben, nicht ausgelegt gewesen“, sagte Rös. Damals sei sehr materialeffizient gebaut worden, was heute an Grenzen stoße.

Darüber hinaus sei das Verkehrsaufkommen nach einem deutlichen Einbruch während der Corona-Pandemie inzwischen wieder spürbar gestiegen. Auch die Verkehrsverlagerung durch die A49 mache sich vor allem rund um das Hattenbacher und Kirchheimer Dreieck bemerkbar. Besonders stauanfällig bleiben nach Einschätzung der Autobahn GmbH die großen Dreiecke sowie die A4 ohne durchgehenden Standstreifen. „Sobald ein Fahrzeug liegen bleibt, hat das sofort Stau zur Folge“, erläuterte Rös. Gerade an langen Wochenenden und in den Ferien müsse dort mit Verzögerungen gerechnet werden. Das zentrale Ziel bleibe klar: „Der Verkehr muss rollen. Dafür ist die Autobahn da.“

Sorge bereitet der Außenstellenleiterin allerdings der zunehmend rauere Umgangston gegenüber Beschäftigten. „Das nimmt zu“, sagte sie mit Blick auf Baustellen- und Winterdienstpersonal. Mitarbeiter würden beschimpft, teils auch mit Gegenständen beworfen. „Wenn aus einem Lkw eine gefüllte Flasche vor die Füße geknallt wird und noch verbale Äußerungen dazukommen, macht das etwas mit den Menschen.“ Die Autobahn GmbH habe interne Strukturen geschaffen, um Betroffene zu unterstützen.

Mit erhöhtem Budget, langfristigen Planungen und stabiler Personalstruktur sieht sich die Außenstelle Fulda dennoch gut aufgestellt – auch wenn sich Autofahrer im Jahr 2026 erneut auf zahlreiche Baustellen einstellen müssen.