„Die Stimmung ist grundsätzlich gut, auch wenn es immer wieder Auf und Abs gibt – das gehört einfach dazu“, sagt Kilic. In den vergangenen Wochen musste er rund drei Wochen pausieren, nachdem ihn eine Erkrankung und eine Verletzung am Knie ausgebremst hatten. „Der Körper lernt eine ganz neue Belastung kennen. Wichtig ist, dass man dranbleibt, Spaß hat und nichts als Ausrede sieht“, erklärt der Fuldaer.
Die kurzen Unterbrechungen haben seine Motivation nicht gebremst. „Solange nichts Schlimmeres passiert, ist alles gut. Wir können über Rückschläge meckern – oder wir nehmen sie an und machen weiter“, so Kilic. Statt sich auf Probleme zu konzentrieren, richtet er den Blick nach vorn und nutzt jede Einheit, um Fortschritte zu machen.
Die ersten Trainingswochen standen vor allem im Zeichen des Kennenlernens und der Anpassung an die neuen Abläufe. „Am Anfang war vieles neu. Man musste sich erst an alles gewöhnen“, berichtet Kilic. Mittlerweile habe sich eine gewisse Routine eingestellt. „Jetzt beginnt langsam die heiße Phase. Man weiß, was man tut, und kann gezielter arbeiten.“ Dennoch sei Geduld weiterhin gefragt, denn viele Abläufe müssten sich erst mit der Zeit festigen.
Spürbar sind die Fortschritte bereits: Die Fitness steigt, Bewegungen werden sicherer, und das Selbstvertrauen wächst. „Man fühlt sich wohler und wird fitter – das ist das Entscheidende“, sagt Kilic. An den bevorstehenden Wettkampf denkt er aktuell noch wenig. „Ich setze mich nicht unter Druck. Im Moment konzentriere ich mich auf das Training, nicht auf den Kampf.“
Pro Woche trainiert Kilic vier- bis fünfmal, davon zweimal in der Gruppe. Zusätzlich spielt er weiterhin regelmäßig Fußball, um Kondition aufzubauen und für Ausgleich zu sorgen. Auch während der Karnevalszeit bleibt der Fokus klar auf dem Sport. „Karneval ist für mich aktuell kein Thema. Mein Kopf ist hier im Training“, erklärt er. Feiern und Ablenkung stehen derzeit hinten an.
Großes Vertrauen setzt Kilic in seinen Trainer Johann Gildenberg. „Ich mache das, was er mir vorgibt, und versuche, alles aufzusaugen. Er kennt sich besser aus als wir Neulinge“, betont der Amateurboxer. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, das Umfeld im Gym sei motivierend und unterstützend.
Neben Technik und Kondition spielt für Kilic vor allem die mentale Vorbereitung eine wichtige Rolle. „Mentale Stärke wird entscheidend sein. Man muss aus der Komfortzone raus, aber gleichzeitig den Weg genießen“, sagt er. Das Boxtraining sei nicht nur körperliche Arbeit, sondern auch eine persönliche Herausforderung.
Mit Disziplin, Ehrgeiz und Freude am Sport sieht Kilic seine Entwicklung auf einem guten Weg. Die kommenden Wochen sollen genutzt werden, um weiter an den Grundlagen zu feilen und sich Schritt für Schritt dem Wettkampf zu nähern. „Der Tag wird kommen – bis dahin holen wir das Maximum raus“, sagt er selbstbewusst.
