Lokales FD 20.02.2026

Aschermittwoch der CDU: „Bewahren, was wir geschaffen haben“

Fulda (sk) – Zum traditionellen politischen Aschermittwoch hatte der CDU-Stadtverband Fulda ins umfassend neu renovierte Bürgerhaus in Kämmerzell eingeladen – ganz im Zeichen der Kommunalwahl. Stadtverbandsvorsitzender Dag Wehner und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld stellten die Stärken Fuldas unter achtzigjähriger CDU-Mehrheit heraus, bevor der Abend mit einer Talkrunde mit Kandidaten aus dem Fuldaer Westen ausklang.

Susanne Jobst und Dag Wehner. Foto: Stefan Krug.

Mit selbstgemachtem Heringssalat und Kartoffeln aus heimischer Produktion wurde ein typisches Fastenessen serviert – unter anderem von Kämmerzells Ortsvorsteher Christian Ruppel, Magistratsmitglied Stefan Grauel, dem Stadtverordneten Guido Lomb und der Kreistagsabgeordneten Katharina Rossbach. Viele Teilnehmer der gut besuchten Veranstaltung trugen ein Aschenkreuz – entweder vom gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche St. Godehard in Kämmerzell oder vom „Aschenkreuz to go“ aus der Stadtpfarrkirche. Auch im weiteren Verlauf blieb die Veranstaltung sachlich. Im Mittelpunkt standen die eigenen politischen Schwerpunkte – auf die bei überörtlichen Veranstaltungen üblichen, teils weniger sachlichen Seitenhiebe auf politische Mitbewerber wurde verzichtet.

Gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden Susanne Jobst begrüßte Dag Wehner die Gäste. Gleich zu Beginn stimmte er auf die Kommunalwahl ein: „Es geht darum, das zu bewahren, was wir geschaffen haben.“ Auch in zunehmend schwierigen finanziellen Zeiten habe der Bund der Steuerzahler – eigentlich eher kritisch eingestellt – Fulda nun bereits zum zweiten Mal in Folge gelobt. „Wir sind die Partei, die das große Ganze im Blick hat“, sagte Wehner. „Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass keine Ideologie, sondern Sachpolitik ganz oben steht.“

Die CDU stehe für Sicherheit. Neben dem „Videoschutz“ an öffentlichen Plätzen verwies Wehner auf den Rosenmontagszug im vergangenen Jahr, der in vielen Städten wegen Bedenken aufgrund der Anschlagsgefahr ausgefallen sei. Ebenso hob er die Vereinsförderung hervor – beispielhaft nannte er das Bürgerhaus, das intensiv von den „Kämmerzeller Mattebiddel“ genutzt werde. Viel investiert habe die Stadt zudem, um jedem Kind einen Kindergartenplatz anbieten und die Nachmittagsbetreuung an Schulen frühzeitig sicherstellen zu können.

Oberbürgermeister Wingenfeld, zugleich CDU-Bezirksvorsitzender, betonte als besondere Stärke der Fuldaer CDU die „Persönlichkeiten, die kandidieren“ – fest verwurzelt in Familie, Beruf, Gesellschaft und Vereinen. Er warb für eine hohe Wahlbeteiligung: „Die Wahl entscheidet für die Menschen in Fulda.“ Für die bisherigen Mandatsträger gelte das Wahlmotto „24/7“ der hessischen CDU schon lange: „Jederzeit ansprechbar sein und sich vor Ort kümmern – das macht den Unterschied.“

Trotz schwindender finanzieller Spielräume – in Hessen habe sich das Defizit der Kommunen zwischen 2023 und 2025 von 700 Millionen auf sechs Milliarden Euro nahezu verzehnfacht – gelte in Fulda weiterhin: „Finanzielle Nachhaltigkeit ist die Leitmaxime.“ Es müsse sorgfältig abgewogen werden, ob Mittel für kurzfristigen Konsum oder langfristige Investitionen eingesetzt würden. Mit Blick auf die innere Sicherheit verteidigte Wingenfeld die Videoüberwachung „an bestimmten Orten“ als „Videoschutz, der dafür sorgt, dass Menschen sich an Regeln halten“. Ein klares Bekenntnis gab er zudem zur Bundeswehr ab – in der kommenden Woche soll im Museumshof erneut ein öffentliches Gelöbnis stattfinden. Auch die Feuerwehr sei ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Sicherheit, wozu sich die Stadt unter anderem mit dem Neubau der Feuerwache Fulda-Süd bekenne.

Als Erfolg wertete der Oberbürgermeister die Wohnungsbaupolitik der Stadt. Während die Bundesregierung 400.000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen habe, von denen nur etwas mehr als die Hälfte realisiert worden seien, verzeichne Fulda eigene Rekordzahlen: „Mit über 500 genehmigten Wohneinheiten hatten wir 2025 einen Höchststand bei den Baugenehmigungen.“ Dies sei Ergebnis der CDU-Politik – von neuen Baugebieten, künftig auch in Kämmerzell, bis zur Entwicklung des Waidesgrunds mit unterschiedlichen Wohnformen. Dort entstünden 175 Wohneinheiten für Studierende und Auszubildende. Gerade Letztere seien lange benachteiligt worden, betonte Wingenfeld: „Eine Ausbildung sollte gleichwertig zum Studium behandelt werden.“

Dank des städtischen Förderprogramms werde das Siedlungswerk am Waidesgrund Wohnungen zu einer Kaltmiete von 6,50 Euro anbieten – ein Modell, das sich für die Bürger auszahle. Zudem verwies der OB auf die kommunalen Unternehmen: „Der Bund der Steuerzahler hat Fulda zum zweiten Mal in Folge bestätigt, dass es hier die niedrigsten Wohnnebenkosten vergleichbarer Städte gibt.“ Wirtschaftspolitisch sprach er sich für niedrige Gewerbesteuern aus. Die 17 Hektar des Gummiareals sollten so entwickelt werden, dass neue Arbeitsplätze entstünden: „Harte Arbeit ist die Basis für Wohlstand.“

Weitere Erfolge sieht Wingenfeld in der Medizinerausbildung am Klinikum, die im kommenden Jahr mit 135 Studierenden ab dem siebten Semester fortgeführt werde. „Fast alle absolvieren auch ihr praktisches Jahr hier, und dank Thomas Hering können sie in Fulda ihre Medizinische Prüfung II ablegen – erstmals seit 200 Jahren.“ Zudem verstehe sich Fulda als „Kulturhauptstadt“. Dies trage auch zu inzwischen über 700.000 Übernachtungen jährlich bei – „ein echter Wirtschaftsfaktor“. Beispielhaft nannte er die Besucherzahlen des Weihnachtsmarktes, die sich seit 2022 auf 800.000 verdoppelt hätten. Auch die Domplatzkonzerte seien inzwischen als feste Marke etabliert.

Abschließend rief Wingenfeld dazu auf, die CDU zu unterstützen: „Der eingeschlagene Kurs der vergangenen Jahre ist genau der richtige. Seit 1946 tragen wir Verantwortung – teils mit Partnern, die es ähnlich sehen wie wir. Warum sollten wir jetzt pessimistisch sein? Es geht um die Zukunft Fuldas.“

Aschermittwoch der CDU. Fotos: Stefan Krug.