Lokales FD 26.08.2026

Winfriedpreis der Stadt Fulda 2026 geht an Nino Haratischwili

Fulda (pm/jah) – Der Winfriedpreis 2026 der Stadt Fulda geht an die Schriftstellerin, Dramatikerin und Theaterregisseurin Nino Haratischwili in Anerkennung ihres entschiedenen Eintretens für den europäischen Gedanken und für die Bewahrung der Freiheit angesichts des russischen Imperialismus.

Foto: G2 Baraniak

Seit dem Jahr 2001 verleiht die Stadt Fulda jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Winfried-Preis an Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um Menschenrechte und um die Völkerverständigung in Europa verdient gemacht haben. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern der vergangenen Jahre gehören unter anderem Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, Bundestagspräsident a.D. Prof. Norbert Lammert, Abtprimas Prof. Dr. Notker Wolf, der Schriftsteller und Publizist Navid Kermani, der Journalist und Publizist Ulrich Wickert sowie im vergangenen Jahr Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof vom Luxemburg.

In der Begründung des Preiskuratoriums für die diesjährige Wahl heißt es: „In ihren Werken greift Nino Haratischwili Themen aus der europäischen Geschichte auf, insbesondere beschäftigt sie sich mit den Konsequenzen des Zerfalls der Sowjetunion und des russischen Imperialismus.  In ihrer Publikation „Europa, wach auf!“ positioniert sie sich klar für ein gemeinsames europäisches Denken sowie die Bewahrung der kulturellen und geistigen Errungenschaften und gibt so wichtige Gedankenanstöße für unsere westliche Gesellschaft.“

Zur Person: Nino Haratischwili

Nino Haratischwili, 1983 in Tiflis geboren, ist eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die vielfach ausgezeichnete Autorin, Theaterregisseurin und Dramatikerin erhielt u.a. den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, den Anna Seghers-Preis und den Bertolt-Brecht-Preis. Ihr internationaler Durchbruch gelang mit dem Epos »Das achte Leben (Für Brilka)«. 

Zu ihren weiteren bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienenen Werken zählen »Mein Sanfter Zwilling«, »Die Katze und der General« sowie »Das mangelnde Licht« - Romane, die sich durch eine kraftvolle Sprache und intensive Auseinandersetzung mit Geschichte und Identität auszeichnen. Zuletzt erschienen: »Löwenherzen« (FVA 2024) und »Europa, wach auf! Texte und Reden« (FVA 2025).

Stichwort: Winfriedpreis der Stadt Fulda

Gestiftet wird der Winfried-Preis der Stadt Fulda von der Dr. H. G. Waider-Stiftung. Namensgeber ist der Heilige Winfried Bonifatius, der in Fulda begraben ist und bisweilen als der „erste Europäer des Frühmittelalters“ bezeichnet wird. Stifter des Winfried-Preises ist der 1926 in Fulda geborene Unternehmer Dr. Heinz G. Waider (gestorben 2015 in Neuss). Er war aufgrund seiner persönlichen Kriegserfahrungen überzeugt, dass Kriege nur durch ein offenes und friedliches Neben- und Miteinander aller Menschen verhindert werden können. Aufgrund der besonderen Verbundenheit des Stifters mit der Stadt Fulda wird der Preis hier verliehen.