Dass der Grundwasserspiegel und die Gewässerpegel im Landkreis Fulda nach wie vor zu niedrig sind, liegt nicht nur daran, dass der Sommer zu trocken ist und der Regen bisher zu wenig ergiebig war. Denn das Sommerhalbjahr ist für den Grundwasserspiegel weniger entscheidend als das sogenannte hydrologische Winterhalbjahr, also der Zeitraum von November bis Ende April. In dieser Zeit ruht die Vegetation, und die Verdunstung ist geringer als im Sommerhalbjahr. Somit kann das Niederschlagswasser zum großen Teil versickern. Bei ausreichend Niederschlag steigen dann die Grundwasserstände in der Regel wieder an. Im letzten Winterhalbjahr 2025/2026 gab es in Hessen allerdings viel zu wenig Niederschläge. Gemessen wurden 259 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter über das sechsmonatige Winterhalbjahr. Von diesen 259 Millimeter gelangt längst nicht alles ins Grundwasser: Ein Teil verdunstet, wird von Pflanzen aufgenommen, fließt oberirdisch ab oder verbleibt im Boden. Zum Vergleich: In den Jahren 1991 bis 2020 lag das langjährige Mittel bei 357 mm.
Zur aktuellen Situation der Gewässer in Hessen informiert das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) umfangreich auf seiner Webseite. Wasserwirtschaftliche Monatsberichte: www.hlnug.de/themen/wasser/berichte/monatsberichte
Informationen zur Niedrigwassersituation: www.hlnug.de/themen/wasser/niedrigwasser
Weitere Pegeldaten aus dem Starkregenfrühalarmsystem des Landkreises Fulda: www.starkregen.de/
Wasserentnahme untersagt
Nach dem sehr trockenen Winterhalbjahr und zusätzlich dem trockensten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 sind die Pegelstände in ganz Hessen und im Landkreis Fulda also nach wie vor sehr niedrig. Die Allgemeinverfügung, die das Entnehmen und Ableiten von Wasser aus oberirdischen Gewässern (Bäche, Flüsse, Seen) im Landkreis Fulda untersagt, gilt daher weiterhin. Die Allgemeinverfügung ist zu finden auf www.landkreis-fulda.de/amtliche-bekanntmachungen.
