Anzeige 16.08.2026

Was aus der Betriebsimmobilie wird, entscheidet über den Ruhestand

Osthessen (pm) - Tausende Unternehmerinnen und Unternehmer in Hessen stehen in den kommenden Jahren vor der Übergabe ihres Betriebs und immer öfter findet sich kein Nachfolger. Dann rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die viele lange aufschieben: Was geschieht mit der Firmenimmobilie? Für die meisten Inhaber ist sie der größte Vermögenswert und ein zentraler Baustein der Altersvorsorge.

Katharina Heid, Geschäftsführerin von Heid Immobilienmakler.Foto: Heid Immobilien GmbH

Der Generationswechsel im Mittelstand ist längst keine abstrakte Prognose mehr. Nach  Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn steht zwischen 2026 und  2030 bundesweit in rund 186.000 Unternehmen eine Nachfolge an. 57 Prozent der  Inhaber im Mittelstand sind laut KfW inzwischen 55 Jahre oder älter, und Hessen zählt zu  den Bundesländern mit hohem Nachfolgedruck. Die mittelständisch und handwerklich  geprägte Wirtschaftsregion Fulda trifft diese Entwicklung besonders: Die IHK Fulda sieht  die Nachfolge als eine der zentralen Herausforderungen für die regionale Wirtschaft. 

Die am häufigsten genannte Hürde ist die Suche nach einem geeigneten Nachfolger: 69  Prozent der übergabewilligen Inhaber nennen sie als Schwierigkeit. Bei mehr als jedem  vierten der 2024 von den IHKs beratenen Unternehmen steht eine Betriebsaufgabe im  Raum. Als häufigsten Grund nennen die IHKs, dass kein geeigneter Nachfolger gefunden  wird. 

Die Immobilie: oft wertvoller als der Betrieb selbst 

Wird ein Betrieb aufgegeben oder ohne Immobilie verkauft, bleibt den Eigentümern  häufig das Wertvollste zurück: das Betriebsgrundstück mit Halle, Werkstatt oder  Bürogebäude. Nicht selten steckt darin mehr Vermögen als im Unternehmen selbst –

über Jahrzehnte abbezahlt, gepflegt und erweitert. Anders als andere betriebliche  Vermögenswerte bleibt die Immobilie nach der Betriebsaufgabe bestehen – ihr Wert  hängt jedoch weiterhin von Lage, Zustand und möglichen Nachnutzungen ab. Sie wird  aber zur offenen Frage: verkaufen, vermieten oder einer neuen Nutzung zuführen? 

Welcher Weg der richtige ist, hängt weniger von der Immobilie ab als von der  Lebenssituation. Wer den Erlös für den Ruhestand braucht, für den ist der Verkauf meist  die klarste Lösung. Wer laufende Einnahmen bevorzugt, kann vermieten, bleibt damit  aber Vermieter mit allen Pflichten. Und manche Objekte eignen sich für eine  Umnutzung, etwa wenn aus dem Bürotrakt Praxisräume werden. 

„Bei der Betriebsimmobilie hängt viel davon ab, dass sie den richtigen Käuferkreis  erreicht – und der ist bei Gewerbeobjekten kleiner und spezieller als bei einem  Wohnhaus“, sagt Katharina Heid, Geschäftsführerin von Heid Immobilienmakler. „Wer  hier gezielt vorgeht, kann den passenden Käuferkreis ansprechen, ohne die  Betriebsaufgabe frühzeitig öffentlich zu machen.“ 

Betriebsimmobilie früh in die Unternehmensnachfolge einbeziehen 

Wer eine Übergabe kurzfristig anstrebt, ist im Schnitt bereits über 66 Jahre alt – viele  Inhaber beginnen also spät. Bei der Immobilie rächt sich das doppelt: Die Vermarktung  einer Betriebsimmobilie braucht Zeit, denn der Kreis möglicher Käufer ist kleiner als bei  Wohnobjekten und will gezielt angesprochen werden. Zudem lässt sich die Vermarktung  vieler Objekte erleichtern, wenn vor dem Verkauf noch Weichen gestellt werden, etwa  indem Unterlagen vervollständigt oder Mietverhältnisse geordnet werden. Heid rät  deshalb, die Immobilie nicht als letzten Punkt der Nachfolgeplanung zu behandeln,  sondern von Beginn an mitzudenken. 

Ein Aspekt wird dabei oft übersehen: Unternehmenswert und Immobilienwert gehören  getrennt betrachtet. Wer beides vermischt, macht den Betrieb für Nachfolger unnötig  teuer. Die Immobilie separat zu bewerten und gegebenenfalls getrennt vom Betrieb zu  übertragen oder zu vermieten, kann deshalb eine Alternative sein: Der Übernehmer  muss weniger finanzieren, während der Übergeber einen eigenständigen Vermögenswert  behalten kann. 

Gewerbeflächen in der Region Fulda sind knapp 

Für Eigentümer in Osthessen kommt ein regionaler Faktor hinzu: Gewerbeflächen sind  in der Region Fulda knapp, während die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung  den Standort auch für überregionale Unternehmen interessant machen. Die knappe  Flächenverfügbarkeit kann die Nachfrage nach geeigneten Bestandsobjekten  begünstigen, vorausgesetzt, Preis und Zielgruppe stimmen. „Gerade in einer Region mit  knappen Gewerbeflächen ist eine freiwerdende Betriebsimmobilie kein Problemfall,  sondern ein gefragtes Gut. Entscheidend ist, dass der Angebotspreis auf einer belastbaren Bewertung beruht und die Vermarktung die richtigen Interessenten  erreicht“, so Heid. 

Gerade wenn eine Betriebsaufgabe noch nicht öffentlich werden soll, ist eine diskrete  Ansprache möglicher Käufer sinnvoll. Eigentümer, die im Zuge der Nachfolgeplanung  den Wert ihrer Betriebsimmobilie klären oder einen Verkauf vorbereiten möchten,  können sich dabei an Heid Immobilienmakler Fulda wenden, die Gewerbeimmobilien  bewerten und diskret oder öffentlich vermarkten. So wird aus der offenen Frage nach  der Firmenimmobilie ein geordneter Teil der Nachfolgeplanung – rechtzeitig  angegangen, bevor der Zeitdruck die Optionen verengt.