Vor 90 Jahren stand Deutschland im Zeichen der Olympischen Ringe. Nach den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen im Februar 1936 fanden vom 1. bis 16. August die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin statt. Die Spiele waren nicht nur ein internationales Sportereignis, sondern wurden vom nationalsozialistischen Regime gezielt für politische Zwecke genutzt.
Die Olympischen Spiele in Berlin gelten als frühes Beispiel moderner Medienspiele. Das NS-Regime nutzte die internationale Aufmerksamkeit, um Deutschland als weltoffenes und friedliches Land darzustellen. Gleichzeitig wurden antisemitische Botschaften und sichtbare Ausgrenzung während der Spiele aus dem öffentlichen Raum entfernt, um den Gästen ein gewünschtes Bild zu vermitteln.
Auch Städte außerhalb Berlins wurden in die Inszenierung eingebunden. Dazu gehörte unter anderem Fulda, das ebenfalls Teil dieser Propagandamaßnahmen war.
Der Vortrag von Alexander Kropp zeigt auf, welche Rolle die Stadt Fulda im Umfeld der Olympischen Spiele 1936 spielte, welche Maßnahmen umgesetzt wurden und wie die Darstellung der Ereignisse anschließend in der Region vermittelt wurde. Der Referent möchte dabei die damaligen Vorgänge einordnen und erstmals umfassend analysieren.
