Der Einschulungsfeier ging ein Gottesdienst voraus, den Pfarrerin Ulrike Röder, Pfarrer Guido Pasenow und Gemeindereferentin Simone Michel gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern feierten. Anschließend ging es in der Kulturscheune musikalisch und festlich weiter. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten die Klasse R7a und Musiklehrer Constantin Kuhn sowie ein aus einer Zehntklässlerin der Von-Galen-Schule und Gitarrenlehrer Peter Schmuck bestehendes Gitarrenduo.
Im Mittelpunkt der Begrüßung durch Schulleiterin Bianka Roth stand ein ungewöhnliches, aber zugleich naheliegendes Bild: Schlösser als Sinnbild für die kommende Schulzeit. „Hinter jedem Schlosstor beginnt eine neue Geschichte“ lautete der Leitgedanke ihrer Ansprache. Zum Einstieg nahm Roth die Schülerinnen und Schüler mit auf eine gedankliche Reise. Wer schon einmal Schloss Fasanerie besucht habe, fragte sie, oder das Stadtschloss in Fulda? Vielleicht hätten einige der Kinder auch schon berühmte Schlösser in England, Frankreich oder Österreich gesehen. Schlösser seien faszinierend, erklärte die Schulleiterin. Manche seien klein und vertraut, andere riesig und weltberühmt. Eines aber hätten sie gemeinsam: Hinter jedem Schlosstor warte etwas Neues. Die Reise begann deshalb ganz in der Nähe – im Schloss Fasanerie in Eichenzell. Es sei vertraut und überschaubar und damit ein passendes Bild für den Beginn der Schulzeit an der Von-Galen-Schule. Noch sei vieles neu: Klassenkameradinnen und Klassenkameraden, Lehrkräfte und Räume. Doch ebenso wie man sich in einem Schloss nach und nach zurechtfinde, werde auch die neue Schule bald vertraut werden. Weiter ging es zum Stadtschloss Fulda. Mehr Räume, mehr Türen und mehr Geschichten standen sinnbildlich für die wachsende Welt der Schülerinnen und Schüler. Neue Fächer, Sprachen, Naturwissenschaften, Kunst, Musik, Sport und praktische Angebote würden ihnen immer wieder neue Türen öffnen.
Windsor Castle stand für einen weiteren wichtigen Gedanken: Entwicklung braucht Zeit. Das über Jahrhunderte gewachsene Schloss sei ebenfalls nicht an einem Tag entstanden. Auch von den Kindern werde niemand erwarten, bereits am ersten Schultag alles zu können. Sie würden lernen, üben, Fehler machen und daran wachsen. Mit Schloss Chenonceau führte die Reise nach Frankreich. Das Schloss verbindet zwei Ufer miteinander und wurde so zum Sinnbild für Gemeinschaft. Freundschaften zu knüpfen, aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu helfen, seien wichtige Bestandteile des Schullebens. „Schule bedeutet nicht nur Lernen. Schule bedeutet vor allem, gemeinsam zu wachsen“, gab Roth den neuen Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. Weitere Stationen der Schlossreise standen für Verantwortung und die individuellen Stärken jedes Einzelnen. Buckingham Palace symbolisierte die zunehmende Verantwortung für die eigenen Aufgaben, Entscheidungen und das Miteinander in der Klasse. Schloss Schönbrunn mit seinen zahlreichen Räumen erinnerte daran, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte und ganz besondere Talente mitbringt. Ob Mathematik, Werkstatt, Musik, Kunst, Sport oder Sprachen – nicht alle Schülerinnen und Schüler würden durch dieselbe Tür gehen. „Und genau das ist gut so“, betonte die Schulleiterin. Jeder und jede sei einzigartig.
Am Ende der Reise wartete Schloss Versailles. Prachtvoll und beeindruckend, aber zugleich so groß, dass man unmöglich alle Räume an einem einzigen Tag erkunden könne. Auch die Schulzeit werde Herausforderungen bereithalten. Die Aufgaben würden anspruchsvoller, die Themen schwieriger und am Ende stünden Prüfungen. Doch niemand müsse alles sofort können. Ein Schloss erkunde man schließlich Raum für Raum und Stockwerk für Stockwerk – und genauso entwickelten sich die Schülerinnen und Schüler Schuljahr für Schuljahr. Schließlich wurde die Von-Galen-Schule selbst zum Schloss. „Es ist vielleicht kein Schloss wie Versailles. Aber es wird euer Schloss sein“, sagte Bianka Roth. In den kommenden Jahren würden die Kinder viele Türen öffnen. Manche gingen leicht auf, andere vielleicht erst nach mehreren Versuchen. Für jede verschlossene Tür gebe es jedoch einen Schlüssel: manchmal Fleiß, manchmal Geduld, manchmal Mut – und manchmal einen Menschen, der helfe.
Auch an die Eltern richtete Roth persönliche Worte. Mit dem Wechsel an die weiterführende Schule beginne auch für sie ein neuer Abschnitt. Das Vertrauen, das sie der Schule entgegenbrächten, sei etwas Besonderes. Gemeinsam wolle die Schule die Kinder auf ihrem weiteren Weg begleiten. Zum Abschluss richtete die Schulleiterin den Blick weit nach vorn: Irgendwann werde sich das große Schlosstor wieder öffnen. Dann würden die Schülerinnen und Schüler die Von-Galen-Schule nicht mehr als Kinder verlassen, sondern als junge Menschen – mit Wissen, Erfahrungen, Freundschaften und Erinnerungen. Und vielleicht, so die Hoffnung der Schulleiterin, mit dem Gefühl: „Dieses Schloss hat mich wachsen lassen.“ Mit guten Wünschen für die kommende Schulzeit und einem herzlichen Willkommen wurden die neuen Fünftklässler anschließend als Teil der Schulgemeinschaft der Von-Galen-Schule begrüßt und von ihren Klassenlehrerinnen Arjeta Sylejmani-Zeqiri, Diana Bott und Carolin Raschkewitz in Empfang genommen.
