„Es sind zwei verlorene Punkte. Lichtenau hatte einen Schuss aufs Tor, und der war auch noch abgefälscht und fast ein Eigentor“, konstatierte ein enttäuschter Christian Kreß. „Wir sind drückend überlegen, es ist 90 Minuten ein Spiel auf ein Tor. Wir machen die Dinger nicht und stehen uns auch noch selbst im Weg.“
Was Kreß meinte: Eine knappe Viertelstunde vor dem Lichtenauer Ausgleich lag der Ball zum zweiten Mal im Tor der Gastgeber, das Schiedsrichtergespann verweigerte dem Treffer allerdings korrekterweise die Anerkennung. Nach einer Flanke von der linken Seite verpassten zwei Fliedener in der Mitte, Leandro Müller stand am zweiten Pfosten goldrichtig und brachte den Ball aufs Tor, „der wohl auch so reingegangen wäre“, erläuterte Kreß. Doch Akif Kovac hielt aus dem Abseits kommend noch den Fuß rein und verhinderte das 2:0. „Sowas ist einfach absolut vermeidbar.“
Wenig später gelang dann den Hausherren mit dem ersten Angriff nach dem Seitenwechsel der Ausgleich, als Flieden den Tempogegenstoß trotz Überzahl nicht verteidigt bekam und Niclas Theil aus 18 Metern zum 1:1 traf. „Das war hintenraus dann einfach schlecht verteidigt, der Abschluss darf so schon nie passieren und dann ist der auch noch abgefälscht“, haderte Kreß. Buchonia-Keeper Maximilian Fritz war bereits in die andere Ecke unterwegs und entsprechend chancenlos (84.).
Die Punkteteilung in Lichtenau war aus Fliedener Sicht nicht nur aufgrund der Entstehung des Gegentors maximal ärgerlich: Die Gäste dominierten die Partie vom Start weg und hätten bereits höher führen müssen, ehe die Hausherren noch zum Ausgleich kamen. Schon im ersten Durchgang hatten Akif Kovac und Sebastian Alles zwei Großchancen, ehe Louis Larbig den Bann brach und nach einem langen Ball für das 1:0 sorgte (41.).
In der Folge ließ die Kreß-Elf allerdings beste Möglichkeiten ungenutzt: Sowohl Mats Zinkand per Direktabnahme als auch Marcel Schöppner per Kopf brachten den Ball nicht im Kasten unter – wobei Schöppners Kopfball durchaus auch hinter der Linie gewesen sein könnte. Und sogar nach dem Ausgleich hätte Kevin Muth noch für den Siegtreffer sorgen, scheiterte aber am starken LFV-Schlussmann Maik Schemme. „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“, brachte es Kreß abschließend auf den Punkt: „Wir waren auch nach dem 1:1 wieder am Drücker und hatten die Chance. Uns fehlt im Moment einfach der Knotenlöser.“
Lichtenau: Schemme; Gadea, Koteliukh, Kotil, Hoffmann, Tymkiv, Theil, Vasylchenko, Grosu, Vogelsang, Elsherbini
Flieden: Fritz; Schöppner, Hilgenberg, Kovac (83. Sa. Schäfer), Sippel (65. Müller), Manß (77. Hossini), Kullmann, Larbig (81. Muth), Alles, Jasching, Zinkand
Schiedsrichter: Jonas Vitt (Lispenhausen)
Tore: 0:1 Louis Larbig (41.), 1:1 Niclas Theil (84.)
Zuschauer: 150
