Derbyfieber am Fliedener Weiher
„Wir gehen in ein Heimspiel, in ein Derby“, betont Fliedens Trainer Christian Kreß: „So wollen wir auch auftreten, um direkt das erste Spiel in unsere Richtung zu lenken.“ Doch auch Kreß weiß um die Schwere der Aufgabe gegen den SVS, die Gäste aus dem Mühlengrund „sind eine gefestigte Mannschaft, haben mit Petr Paliatka einen Trainer, der schon lange dabei ist und mit Alexander Reith einen Dreh- und Angelpunkt im Spiel.“ Dennoch will die Buchonia Paroli bieten, dagegenhalten und so möglichst positiv in die Runde starten – wenngleich Kreß mit seinem Trainerteam einen größeren Umbruch moderieren musste: Gleich 14 Neuzugänge wechselten im Sommer ins Königreich, angeführt vom ehemaligen Barockstadt II-Kapitän Silas Bernges und Akif Kovac, der vom SVS an den Weiher kam – und nun direkt im ersten Spiel auf seine alten Kollegen trifft. „Wir wollen den Umbruch gut meistern und die Neuzugänge integrieren“, gibt Kreß die Marschroute vor: „Wir haben jetzt drei Jahre lang gegen den Abstieg gespielt, in diesem Jahr wollen wir schneller da unten raus und nichts mit den unteren Plätzen zu tun haben. Ich glaube, dass die Liga leistungstechnisch nochmal enger zusammengerückt ist und wir keine abgeschlagenen Absteiger haben werden.“ Als Favoriten für die vorderen Plätze nennt Kreß neben Weidenhausen, Bad Soden und dem SVS Steinbach außerdem Aufsteiger Tuspo Rengershausen.
SVS will angreifen
Beim SV Steinbach ist die Ausgangslage eine andere als im Königreich: Nach dem Abstieg aus der Hessenliga gehörte der SVS in der letzten Saison zu den Topteams, hatte aber immer wieder mit Leistungsschwankungen zu kämpfen und lief am Ende auf dem dritten Platz ins Ziel ein – eine Platzierung, die Trainer Petr Paliatka verbessern will: „Ich würde mir wünschen, dass wir erfolgreicher sind als im vergangenen Jahr. Und das ist auch mein Ziel.“ Heißt im Klartext: Mindestens Platz zwei soll es werden für die Steinbacher, was die Teilnahme an den Aufstiegsspielen bedeuten würde. Zu weit in die Zukunft blicken will Paliatka jedoch nicht – zumal sich innerhalb der Liga einiges getan hat: „Es sind viele Aufsteiger dazugekommen, deshalb kann man jetzt noch gar nicht sagen, wo man steht. Viele Mannschaften haben neue Spieler dazu geholt. Bei Weidenhausen weiß man als Absteiger ebenfalls nicht genau, wo sie stehen. Ich würde sagen, dass man wie immer nach etwa zehn Spieltagen sehen kann, wohin die Reise geht.“
Im Gegensatz zu Steinbacher Coach, der sich mit einer Einschätzung noch zurückhält, wird der SVS von Paliatkas Trainerkollegen häufig als Meisterschaftskandidat genannt – was den Übungsleiter umso mehr freut: „Vor ein paar Jahren wären wir dafür noch ausgelacht worden. Es ist schön, wenn andere so über uns denken. Das macht einen stolz auf das, was man sich erarbeitet hat.“ Gleichzeitig tritt Paliatka aber auch auf die Bremse: „Wenn es am Ende klappt, wäre das natürlich super, aber wir müssen abwarten.“ Und in einem ist sich der Steinbacher Coach mit Fliedens Christian Kreß einig: „Ich glaube, dass die Liga ausgeglichener wird, nicht so wie im vergangenen Jahr.“ Wie auch die Buchonia sieht Paliatka einen erfolgreich als eminent wichtig für die weiteren Wochen an: „Es ist wichtig, mit einem Sieg zu starten. Dann geht man ganz anders in die nächsten Spiele. Zum Start weiß man nie, wie man selbst oder der Gegner drauf ist. Aber eins steht fest, wir wollen gewinnen. Die Jungs freuen sich, dass es endlich losgeht“, schickt Paliatka abschließend eine klare Botschaft ins Königreich.
Barockstadt-Reserve gegen Osthessen-Schreck Grebenstein
Zeitgleich mit dem Derby am Weiher wird am Samstag das erste Saisonspiel der U23 der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz angepfiffen: Die Mannschaft des Trainerduos Sebastian Sonneberger/Niklas Herget reist 123 Kilometer in den Norden Hessens zu Aufsteiger Tuspo Grebenstein – ein schwer einzuschätzender Gegner für die SGB-Reserve, in der Region allerdings keine Unbekannte: Besonders der SV Neuhof und die SG Eiterfeld/Leimbach dürften schmerzliche Erinnerungen mit den Grebensteinern verbinden, immerhin eliminierten die Nordhessen beide Mannschaften in der Relegation und feierten Mitte Juni den Aufstieg in die Verbandsliga. „Wir wissen nicht genau, was da auf uns zukommt“, sagt Sebastian Sonnenberger im Vorfeld: „Das ist ein unbekannter Gegner für uns, aber ich bin mir sicher, dass es ein schweres Spiel wird. Dennoch wollen wir dort bestehen und die ersten Punkte holen.“ Ähnlich fällt die Einschätzung von Niklas Herget aus: „Das ist ein Team mit vielen erfahrenen Spielern. Wir müssen mit guter Aggressivität und hoher Laufbereitschaft knacken.“
Generell sind die Voraussetzungen für die SGB U23 zwar in jedem Jahr ähnlich, aber doch gänzlich anders als zur Ligakonkurrenz: „Wir starten wie in jedem Jahr mit einer neuen Mannschaft und müssen uns erstmal finden“, erläutert Sonnenberger: „Das ist immer ein spannender Start. Natürlich wollen wir trotzdem jedes Spiel gewinnen, sehen uns aber nicht in der Pflicht. Wir sehen uns immer als Herausforderer der etablierten Teams.“ Zum Favoritenkreis zählt auch Sonnenberger Teams wie Steinbach, Bad Soden und Weidenhausen, nennt allerdings auch die SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach und den TSV Wabern, wenn es um die vorderen Plätze geht. Wie auch Paliatka und Kreß ist sich jedenfalls auch das SGB-Trainerduo sicher: „Es wird vorne als auch hinten sehr eng, generell ist die Liga deutlich enger geworden. Aber wir wollen jeden schlagen und jeden Kampf annehmen“, betonen Sonnenberger und Herget abschließend.
Verbandsliga Nord
Samstag
15 Uhr
SV Buchonia Flieden – SV Steinbach
Tuspo Grebenstein – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II
15.30 Uhr
OSC Vellmar – TSV Jahn Calden
1. FC Schwalmstadt – TSV Wabern
Sonntag
15 Uhr
FSV Dörnberg – FC Eichenzell
SG Bronnzell – SG Bad Soden
VfL Rengershausen – FSV Wolfhagen
Lichtenauer FV – SG Adler Weidenhausen
