Dabei entwickelte sich die Partie zu einem regelrechten Kraftakt. Djokovic wirkte bereits bei schwülen Bedingungen zu Beginn körperlich angeschlagen, stützte sich nach langen Ballwechseln immer wieder auf seine Knie und musste mehrfach tief durchatmen. Im dritten Satz übergab sich der viermalige US-Open-Sieger sogar mehrmals auf dem Platz. Trotzdem kämpfte sich der Serbe nach verlorenem ersten Satz zurück und ging zwischenzeitlich sogar mit 2:1 nach Sätzen in Führung.
Doch die körperlichen Probleme wurden immer größer. Neben dem wiederholten Übergeben kamen muskuläre Beschwerden hinzu. Djokovic ließ sich behandeln, nahm eine medizinische Auszeit und bekam unter anderem den Rücken behandelt. Im vierten Satz konnte er schließlich nicht mehr dagegenhalten. Im Entscheidungssatz war seine Gegenwehr gebrochen, Navone setzte sich mit 6:1 durch. Zwischen den Ballwechseln standen Djokovic zeitweise die Tränen in den Augen. Der Argentinier feierte anschließend den größten Sieg seiner Karriere.
Für Djokovic bleibt damit der Traum vom 25. Grand-Slam-Titel weiter unerfüllt. Bereits beim Vorbereitungsturnier in Cincinnati hatte der Serbe körperliche Probleme. Besonders Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit machen ihm nach eigener Aussage zunehmend zu schaffen. In New York musste er nun erstmals überhaupt bereits nach seinem Auftaktmatch die Heimreise antreten.
Während Djokovic für die große Überraschung des ersten Turniertages sorgte, kamen andere Favoriten souveräner durch ihre Auftakthürden. Daniil Medwedew, an Nummer sieben gesetzt, setzte sich gegen den Franzosen Hugo Gaston glatt mit 6:4, 6:2 und 6:4 durch. Der Russe hatte zuletzt beim Turnier in Winston-Salem noch mit seiner Form gehadert und sogar scherzhaft über einen Wechsel zum Pickleball nachgedacht. In New York zeigte er sich nun deutlich stabiler.
Auch Alexander Bublik steht in der zweiten Runde. Der Kasache bezwang den US-Amerikaner J.J. Wolf mit 6:4, 6:2, 3:6 und 6:1. Wolf konnte nur im dritten Satz mit dem aufschlagstarken Bublik mithalten. Danach dominierte der Favorit wieder und machte den Einzug in die nächste Runde perfekt.
Bei den Damen startete Elina Svitolina erfolgreich in das Turnier. Die an Nummer neun gesetzte Ukrainerin ließ Solana Sierra aus Argentinien beim 6:1 und 6:2 kaum eine Chance und benötigte dafür gerade einmal 52 Minuten. Svitolina, die 2019 in New York bereits das Halbfinale erreicht hatte, zeigte sich damit deutlich verbessert gegenüber ihrem enttäuschenden frühen Wimbledon-Aus.
Auch Lokalmatadorin Jessica Pegula überstand ihre Auftakthürde. Die an Nummer drei gesetzte US-Amerikanerin setzte sich gegen die Rumänin Elena-Gabriela Ruse mit 6:3 und 6:2 durch. Pegula, die in New York geboren wurde und als eine der größten Hoffnungen des heimischen Publikums gilt, zeigte trotz eigener Nervosität eine souveräne Leistung.
Für ein weiteres Drama sorgte Terence Atmane. Der Franzose führte gegen den Spanier Jaume Munar bereits mit 2:0 nach Sätzen, musste sich nach fast fünf Stunden aber noch mit 7:6, 6:3, 1:6, 6:7 und 5:7 geschlagen geben. Im fünften Satz kämpfte Atmane zudem mit Krämpfen, biss sich aber bis zum Ende durch.
Damit bot bereits der erste Tag der US Open zahlreiche Geschichten. Während Medwedew, Bublik, Svitolina und Pegula ihre ersten Aufgaben erfolgreich lösten, endete das Turnier für Djokovic so früh wie noch nie in New York. Die große Frage bleibt nun, ob der 39-Jährige noch einmal die Chance auf seinen 25. Grand-Slam-Titel bekommen wird.
