Lokales VB 26.08.2026

Unwetterschäden im Schlitzer Land: „Da blutet einem das Herz“

Schlitz (st) – Nach dem schweren Unwetter in der vergangenen Woche sitzt der Schock bei den Bewohnern des Schlitzer Lands sowie bei Bürgermeister Heiko Siemon noch tief. Abgebrochene Äste, abgedeckte Dächer und umgefallene Bäume – der Schaden im Schlosspark von Schlitz ist erheblich. Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange, und auch die ersten Ideen sind in Planung.

Das Unwetter hinterließ auch an den Dächern im Schlitzer Land deutliche Spuren. Foto: Stephanie Trapp

„Wir sehen, dass der Schlosspark deutlich in Mitleidenschaft gezogen wurde“, machte Siemon deutlich. Überall sind Bäume samt Wurzeln aus dem Erdboden gerissen worden, Äste sind teilweise an der Baumkrone gebrochen und hängen noch im Baum. Aus diesen Gründen sei der Park auch noch auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Aufräumarbeiten sind schon seit Anfang der Woche in vollem Gange, und die ersten Fortschritte sind bereits zu sehen. „Erst mal Dank an den Bauhofleiter Achim Kokel, wie schnell der Bauhof in der letzten Woche hier aufgeräumt hat und nicht nur hier, sondern auch auf den Radwegen“, sagte der Bürgermeister.

Das Hauptaugenmerk lag in der vergangenen Woche auf den Radwegen, und nun ist der Schlosspark dran, aufgeräumt zu werden. Drei große Blöcke stehen auf der Liste der Stadt Schlitz: viel Geäst, das später zu Hackschnitzeln werden soll, Baumstämme, die zu Brennholz werden sollen, und einmal Wertholz, das weiterverarbeitet werden kann. „Im Endeffekt möchten wir dadurch einen gewissen Ertrag generieren, der dann als Budget bleibt, um später eine Neuanpflanzung zu machen“, betonte Siemon. Mit Baumgutachtern und der Naturschutzbehörde sei der Bürgermeister schon durch den Park gelaufen, und er machte darauf aufmerksam, dass es in Zukunft zu weiteren Fällungen kommen würde. „Teilweise können wir Bäume, die noch stehen, so nicht retten“, betonte Siemon und fügte hinzu: „Die Sicherheit steht hier ganz klar im Vordergrund.“

Die Fällungen sollen bald starten, alles in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde, wie Bürgermeister Siemon betonte. „Wir werden nicht irgendeinen Baum fällen, sondern wir werden das mit klarem Blick auf die Sicherheit machen“, sagte Siemon. Spätestens ab nächster Woche sollen die Fällarbeiten beginnen, jedoch bei keinem Baum, bei dem es nicht nötig ist. „Die Eigenbäume sind nun mal über 100 Jahre gewachsen, die werden wir so schnell nicht wieder hinkriegen. Also es blutet einem ein Stück weit das Herz, wenn man das sieht“, betonte der Bürgermeister.

Bäume, die schützenswert sind, weil es nicht nur heimische Bäume sind, sollen so gut wie es geht beibehalten werden. Zu den heimischen Bäumen gehören zum Beispiel Eichen, Kastanien oder Birken. Mit einem Planer soll nach der Neuanpflanzung geschaut werden, ob es eine Neusortierung geben wird oder eine neue Allee. Die Pflanzung der neuen Bäume soll nicht vor Frühjahr 2027 stattfinden, wie der Bürgermeister betonte. „Wir werden auch gerade von den nicht heimischen Bäumen versuchen, Samen und Ableger in irgendeiner Form zu retten, wenn es zu retten ist, um vielleicht eine Nachpflanzung von diesen zu ermöglichen“, sagte Siemon. Aber auch auf Klimaresistenz soll bei den Bäumen geachtet werden, was alles mit HessenForst abgestimmt wird.

Erste Ideen zum Wiederverwenden der Bäume stehen schon im Raum. Es sei geplant, eine Bank aus einem der Bäume zu gestalten, die daran erinnert, was das für ein Unwetter war, sowie Brettchen, die verkauft werden könnten.

Der am 6. September geplante Burgenlauf für die Kinderkrebshilfe, der unter anderem durch den Schlosspark führt, wird auf eine andere Strecke umgeleitet, da die Sicherheit aktuell im Park nicht gegeben sei. Wie schnell der Park wieder geöffnet werden kann, sei momentan noch nicht absehbar. Jedoch werde daran so schnell wie möglich gearbeitet.

Sturmschäden im Schlosspark. Fotos: Stephanie Trapp