Lokales FD 01.08.2026

Trockenheit verändert die Rhön: Wasser wird zur kostbaren Ressource

Rhön (pm/sim) – Versiegende Quellen, trockene Bachläufe und sinkende Wasserstände: Die Folgen des Klimawandels werden auch in der Rhön immer sichtbarer. Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön macht darauf aufmerksam, dass die natürlichen Wasserressourcen der Region zunehmend unter Druck geraten.

Ein ungewohnter Anblick im Schwarzen Moor: Statt glitzernder Wasserflächen prägt Trockenheit das Landschaftsbild. / Foto: Anja Daume

Wo sonst Wasser das Moor prägt, breiten sich nun trockene Flächen aus: Das Rote Moor leidet unter der anhaltenden Dürre. / Foto: Lea Hohmann

Bäche und Quellen in der Rhön kämpfen um jeden Tropfen. Die anhaltende Hitze hinterlässt deutliche Spuren in der Landschaft. / Foto: Joachim Walter

Auch die Els am Gangolfsberg bleibt von der Trockenheit nicht verschont und trocknet zunehmend aus. / Foto: Volker Bauer.

Wasser prägt die Landschaft der Rhön seit jeher. Es speist Quellen, Bäche und Moore, versorgt Menschen, Tiere und Pflanzen und ist eine wichtige Grundlage für die einzigartige Natur des Biosphärenreservats. Doch längere Trockenperioden und steigende Temperaturen sorgen dafür, dass weniger Wasser im Boden gespeichert wird und sich die Grundwasservorräte langsamer erneuern.

Bereits heute sei zu beobachten, dass einzelne Quellen zeitweise oder dauerhaft versiegen und Grundwasserstände sinken. Dadurch könnten langfristig nicht nur die verfügbaren Wassermengen, sondern auch die Wasserqualität beeinträchtigt werden. Da Grundwasser auch in der Rhön eine wichtige Grundlage der Trinkwasserversorgung bildet, könnte dies künftig zu Herausforderungen führen.

„Viele Menschen verbinden die Rhön mit klaren Bächen, saftigen Wiesen und intakten Wäldern. Doch diese Landschaft ist nicht selbstverständlich. Sie braucht Wasser – und Wasser wird zunehmend zu einer kostbaren Ressource“, erklärt Dr. Doris Pokorny, Leiterin der für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön federführenden Bayerischen Verwaltungsstelle.

Besonders betroffen sind auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Quellen und Feuchtgebiete zählen zu den artenreichsten und empfindlichsten Lebensräumen der Rhön. Viele spezialisierte Arten sind auf dauerhaft kühle und wasserreiche Bedingungen angewiesen. Trocknen diese Lebensräume aus, können ganze Lebensgemeinschaften verloren gehen.

Die Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön rufen deshalb zu einem bewussteren Umgang mit Wasser auf. Dazu gehören unter anderem naturnahe Gärten und Grünanlagen, weniger Flächenversiegelung, das Pflanzen von Schatten spendenden Bäumen, das Bedecken offener Böden sowie das Sammeln von Regenwasser.

Eine wichtige Rolle spielen auch Moore, Feuchtgebiete und naturnahe Gewässer. Sie wirken wie natürliche Wasserspeicher: Sie nehmen Wasser in niederschlagsreichen Zeiten auf und geben es während Trockenperioden langsam wieder ab. Dadurch helfen sie nicht nur bei Trockenheit, sondern können auch bei Starkregenereignissen eine wichtige Funktion übernehmen.

„Jeder trockene Bachlauf, jede versiegte Quelle und jeder abgestorbene Baum erinnert uns daran, dass die Klimakrise auch vor unserer Haustür angekommen ist“, sagt Pokorny. Gleichzeitig zeigten viele Menschen in der Rhön, dass Veränderungen durch einen bewussten Umgang mit Wasser möglich seien.

Wer die Natur des Biosphärenreservats entdecken möchte, kann dies auch digital tun. Mit der offiziellen App „Biosphärenreservat Rhön“ können Besucher Touren planen, Wander- und Radwege erkunden und Informationen zur Rhöner Natur abrufen. Die kostenlose App ist für iPhones und Android-Geräte verfügbar.