Fußball 18.08.2026

Schiris aus Hersfeld-Rotenburg erfahren, worauf es körperlich ankommt

Osthessen (pm/pf) – Was hat ein Schiedsrichter mit einem Läufer gemeinsam? Auf den ersten Blick einiges, schließlich kommen auch für den Unparteiischen während eines Fußballspiels schnell mehrere Kilometer zusammen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Das Bewegungs- und Belastungsprofil eines Schiedsrichters unterscheidet sich deutlich von dem eines klassischen Läufers. Bei der jüngsten Pflichtsitzung der Schiedsrichtervereinigung Hersfeld-Rotenburg ging es deshalb um eine Frage, die im Amateurfußball häufig eher nebenbei behandelt wird: Wie bereitet sich ein Schiedsrichter richtig auf die 90 Minuten vor?

Von links: KLW Julian Rohrbach, KSO Sören Wollrath, Mirko Koster und stellv. KSO Jannik Schwarz. Foto: Schiedsrichtervereinigung Hersfeld-Rotenburg

Als Referent zu Gast war an diesem Abend Mirko Koster, Geschäftsführer des therapie.expert Rehazentrums am Schlosspark in Rotenburg, staatlich anerkannter Physiotherapeut und Diplom- Sportwissenschaftler.

Koster stellte zunächst das besondere Belastungsprofil der Unparteiischen heraus: 6,5 bis 7 Kilometer legen Schiedsrichter im Durchschnitt in den unteren Spielklassen während eines Spiels zurück. Dabei werden etwa 900 Meter rückwärts gelaufen. Hinzu kommen zahlreiche Sprints und schnelle Richtungswechsel. Ein gewöhnlicher Dauerlauf lässt sich damit kaum vergleichen.

Im weiteren Verlauf ging es darum, wie sich Schiedsrichter auf diese unterschiedlichen Belastungen vorbereiten können. Koster erläuterte verschiedene Möglichkeiten des Aufwärmens und zeigte auf, warum neben der Muskulatur auch Sehnen, Bänder und das Nervensystem berücksichtigt werden sollten. Dabei wurden auch einige verbreitete Gewohnheiten kritisch hinterfragt.

Auch das Training, die Ernährung und die Regeneration kamen zur Sprache. Die Teilnehmer erhielten praktische Hinweise dazu, worauf sie im Alltag und rund um den Spieltag achten können. Dabei wurde deutlich, dass nicht immer mehr Training oder möglichst viele Nahrungsergänzungsmittel die Lösung sind. Eine sinnvolle Belastungssteuerung, ausreichende Erholung und eine ausgewogene Ernährung bilden die Grundlage.

Die Schiedsrichter wurden während des gesamten Abends immer wieder in die Diskussion einbezogen. Anhand eigener Erfahrungen wurden Fragen gemeinsam besprochen und Lösungsansätze erarbeitet. So entstand kein reiner Vortrag, sondern ein abwechslungsreicher Austausch, bei dem der eine oder andere Teilnehmer sicherlich auch seine bisherige Vorbereitung auf ein Spiel noch einmal überdachte.

Nach dem offiziellen Ende der Sitzung blieb noch Zeit für persönliche Gespräche und individuelle Fragen an den Referenten.