Fußball 18.08.2026

Regionalliga – Standards „nicht schönzureden“ – Elekwa-Sperre offen

Fulda (pf) – Das nervenaufreibende 3:4 der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gegen den SV Sandhausen hatte am Samstag in der Johannisau alles zu bieten: Schick herausgespielte Treffer des Aufstiegskandidaten, desolat verteidigte Standardsituationen, fast ein großes Comeback und am Ende ein Platzverweis nach Abpfiff. Trainer Daniyel Cimen lässt sich den ersten Heimaufritt seiner Jungs in der Fußball-Regionalliga insgesamt nicht schlechtreden, sondern ärgert sich vielmehr über zwei der vier Gegentreffer. Außerdem wirkte die Barockstadt nochmal auf den Verband ein und hofft, dass in die Bewertung der Rote Karte gegen Emmanuel Elekwa entsprechendes Videomaterial strafmildernd angesehen werde.

Moritz Dittmann im Duell mit Sandhausens Keeper Lukas Schneller. Foto: Manfred Völler

Teilweise verteidigte die SG Barockstadt die Gegentore gegen den Titelkandidaten schwach – daraus kann auch Trainer Daniyel Cimen keinen Hehl machen, der aber weit davon entfernt ist, von einer der schwächsten Halbzeiten zu sprechen, die er als Coach in Fulda gesehen hat: „Am Ende hat Sandhausen viermal aufs Tor geschossen und vier Tore erzielt. Das ist extrem hohe Effektivität. 1:4 zur Pause hört sich natürlich nach einer desolaten Leistung an, aber sowohl live als auch in der Nachbetrachtung habe ich das nicht so gesehen“.

Die SGB hatte tatsächlich früh eine gute Offensivaktion, die Hereingabe von Leon Pomnitz kam allerdings nicht am langen Pfosten bei Sebastian Schmitt an, der wieder rechts offensiv begann, um mit seinem starken linken Fuß die Bälle direkt hinter die teilweise aufgerückte Kette des SVS zu spielen. „Da können wir vielleicht führen, stattdessen passiert dann hinten der Doppelschlag“, so Cimen. Das erste Gegentor habe Sandhausen sensationell herausgespielt, beim zweiten Gegentor neun Minuten später durch den Ex-Fuldaer Tim Korzuschek stimmte nach dem Freistoß der Gäste vieles nicht. Sowohl Göbel als auch Ivankovic kamen nicht in die Duelle. „Da ärgert mich natürlich, dass wir beide Male nicht die innere Linie zubekommen haben“, sagt Cimen, der seine Mannschaft vorab warnte, dass Sandhausen zwar nicht allzu viele großgewachsene Spieler habe, „aber mit Tarnat einen „sehr guten Schützen, der nochmal viel wertvoller ist“, sodass mit gutem Timing beim Einlaufen als auch bei Kopfbällen die Körpergröße wettgemacht werden könne.

Das 0:3 fiel dann nach einer guten halben Stunde durch Schulz, hier war die SGB nicht schnell genug, um nach der kurz ausgeführten Ecke die Flanke zu verhindern, die nicht einmal gut war – dennoch bekam der SVS den Ball irgendwie verlängert und Frey ihn nicht geklärt, Sarpei war dann am Ende auch noch eine Fußspitze hinter dem Torschützen. „Der Gegner war gut im Spiel, und dann kippen solche 50:50-Dinge auch auf ihre Seite. „Die beiden Gegentore kann man nicht schönreden und werden wir auch ansprechen“, so Cimen, der aber anfügt: „Das erste und vierte Tor war vom Gegner auch richtig gut gespielt und einfach Qualität. Dazu hatten wir selbst nach dem 0:2 auch Möglichkeiten, wo nur der letzte Pass gefehlt hat“.

Dem Trainer gefiel dann allerdings, wie seine Mannschaft bei großer Hitze gegen einen ambitionierten Gegner mit Drittliga-Niveau zurückkam: „Da kannst du auch schnell mal richtig unter die Räder kommen“. Stattdessen verkürzte Ivankovic noch vor der Pause, und Habermehl gab mit dem 2:4 Hoffnung, dass das Momentum kippt. Die SGB konnte die beste Gelegenheit danach nicht verwerten, als Elekwa Ivankovic bediente, der den Ball nicht auf das Tor bringen konnte und dem Spiel nochmal richtig Drama hätte bringen können. Auf der anderen Seite vergab Sandhausen aber auch das 2:5 und scheiterte an der Latte und an Horz.

Unter dem Strich stand die erste Saisonniederlage im zweiten Spiel, aus der die Fuldaer viel mitnehmen können: „Teilweise haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht, die Hypothek schien dann zu groß. Aber die Jungs haben sich nicht aufgegeben. Nur musst du selbst effektiver werden gegen solche Gegner“, bilanziert Cimen.

Ein bitterer Beigeschmack war dann die Rote Karte nach Abpfiff gegen Emmanuel Elekwa, der bei seinen Einsätzen bisher ordentlich Betrieb machte und nun erstmal gesperrt fehlen wird. Doch die SG Barockstadt hatte direkt nach Abpfiff eine Stellungnahme beim Verband abgegeben, Videomaterial angefügt, und hofft auf Milderung der Strafe nach dessen Tätlichkeit. Cimen begründet: „Es ist klar zu sehen, dass vier Gegenspieler ihn da in eine Situation bringen“. Gäste-Spieler Kehl-Gomez habe außerdem versucht, dem Fuldaer eine leichte „Kopfnuss“ mitzugeben. „Da ging also eine Aktion voraus – aber natürlich ist die Reaktion von ihm aus dann auch nicht schönzureden“. Das Urteil steht Stand Montagnachmittag noch aus.