Der Brand war am Mittwoch gegen 17.20 Uhr nach derzeitigen Erkenntnissen vermutlich im ersten Obergeschoss eines Fachwerkhauses am Marktplatz/Am Graben ausgebrochen und hatte sich sehr schnell auf die dicht stehenden benachbarten Fachwerkhäuser ausgebreitet. Die genaue Brandursache und der Entstehungsort sind weiterhin Gegenstand laufender Ermittlungen. Der Brand wurde Freitagmorgen gelöscht. Insgesamt wurden fünf Häuser beschädigt. Innenminister Roman Poseck besuchte am Sonntag den Einsatzort in Lauterbach und sprach mit Bürgermeister Holger Marx und Landrat Mischak über das Brandgeschehen. Er nutzte auch die Gelegenheit, um den Einsatzkräften für ihren herausragenden Einsatz zu danken: „Nach dem verheerenden Brand in der Altstadt von Lauterbach, wollte ich mir heute einen persönlichen Eindruck von Lage verschaffen. Das Feuer hat das Herz der Stadt Lauterbach getroffen. Mehrere jahrhundertalte Fachwerkhäuser wurden im historischen Zentrum zerstört. Fünf Häuser sind unbewohnbar geworden, drei Bewohner und zwei Einsatzkräfte erlitten eine Rauchgasvergiftung. Das ist die traurige Bilanz des fast zweitägigen Brandes. Den Betroffenen, die Rauchgas eingeatmet haben, geht es erfreulicherweise wieder gut. Aber der Schock über das Brandgeschehen sitzt im gesamten Vogelsbergkreis tief. Auch darüber hinaus hat der Brand in der Altstadt von Lauterbach Menschen in unserem gesamten Bundesland erschüttert und Mitgefühl ausgelöst. Ich denke in diesen Stunden an die Betroffenen und wünsche ihnen viel Kraft.“
Weiter führte Poseck aus: „Bürgermeister Holger Marx hat den Betroffenen Unterstützung zugesagt und für den morgigen Montag einen Runden Tisch einberufen. Auch der Landrat des Vogelsbergkreises, Jens Mischak, unterstützt vor Ort. Besonders beeindruckend ist die Solidarität und große Anteilnahme der gesamten Stadt. Jeder packt mit an. Es wurde eine Jugendherberge für die Betroffenen bereitgestellt, in der sie auch mit Essen und Trinken versorgt werden. Die Lauterbacher halten in diesen schweren Stunden zusammen. Ich hoffe sehr, dass schon in der nächsten Zeit gute Lösungen für die Zukunft der Betroffenen und die schöne Altstadt in Lauterbach gefunden werden können.“
Besonders beeindruckend sei der aufopferungsvolle Einsatz der Kräfte der Feuerwehr, des THWs, des Rettungsdienstes und der Polizei gewesen. „Die Brandbekämpfung dauerte bis in den späten Mittwochabend. Das Feuer galt zwar als unter Kontrolle, Glutnester blieben aber, nicht zuletzt aufgrund des Windes, gefährlich. Am Donnerstag liefen weiterhin Nachlöscharbeiten und Sicherungsmaßnahmen. Dabei ging es insbesondere darum, Glutnester zu bekämpfen und Einsturzgefahren zu beherrschen; hierfür wurden zusätzlich zwei Kräne angefordert. Die insgesamt 320 Einsatzkräfte haben unter schwierigen Bedingungen das Feuer am Freitagmorgen gelöscht. Neben der Feuerwehr Lauterbach haben auch die umgebenen Brandschützer unterstützt. Mich beeindruckt immer wieder, wie groß und selbstverständlich die Solidarität unter den Einsatzkräften ist. Von der hohen Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in Lauterbach konnte ich mich bereits bei früheren Besuchen überzeugen. Auch bei diesem Großeinsatz haben die beteiligten Feuerwehren wieder einmal ihre Leistungsfähigkeit und ihre Professionalität unter Beweis gestellt“, so Poseck: „Ich danke allen Einsatzkräften, die dafür gesorgt haben, das Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen und damit noch größere Auswirkungen zu verhindern. Der Einsatz war für die Kräfte der Feuerwehr, des THWs, des Rettungsdienstes und der Polizei insbesondere wegen der Höhendifferenz und der topografischen Verhältnisse der Altstadt sehr herausfordernd. Herzlichen Dank für diesen herausragenden Einsatz! Die Menschen in Lauterbach können sich auf die Einsatzkräfte gerade in sehr schwierigen Stunden und Situationen verlassen.“
300 Einsatzkräfte bei Brand - Mischak: Horrorszenario wahr geworden
Schaden in Millionenhöhe – Fünf Häuser betroffen – Fünf Verletzte
