Lokales FD 31.08.2026

Poppenhausen am Wochenende ganz im Zeichen der Gänsezucht

Poppenhausen (sk) – Die Erhaltung seltener Rassen, der intensive fachliche Austausch und die gezielte Vorbereitung auf die anstehenden Rassegeflügelschauen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung des Sondervereins (SV) Deutscher Gänsezüchter von 1907. Nicht zu kurz kam dabei das abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das dem geselligen Austausch der Mitglieder und dem Kennenlernen der Rhöner Heimat diente.

Foto: Stefan Krug.

Eine fast dreistellige Zahl engagierter Züchter, Preisrichter und Vorstandsmitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet folgte der Einladung zur traditionellen Sommertagung 2026 auf den Geflügelhof von Ingo Müller in Poppenhausen-Rodholz. Inmitten dieser von Landwirtschaft und aktivem Vereinswesen geprägten Kulisse direkt unterhalb der Wasserkuppe kam das Fachgremium zusammen, um im Rahmen von Tierbesprechungen, Schulungen und der Jahreshauptversammlung wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der organisierten Gänsezucht vorzunehmen. Der Vereinsvorsitzende Matthias Koch hob im Zuge der Eröffnung das bürgerschaftliche Engagement hervor, welches das eigentliche Herzstück der Traditionsgemeinschaft bilde.

Das gesamte Wochenende über verwandelte der Sonderverein die Gemeinde damit in den zentralen Treffpunkt für Experten aus dem gesamten Bundesgebiet. Neben der intensiven fachlichen Arbeit, konstruktiven Diskussionen über aktuelle Zuchtfragen und einem Erfahrungsaustausch abseits des eigenen Gänsestalls bildete das Rahmenprogramm den geselligen Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung. Die Wahl des Austragungsortes stieß vor Ort auf große Begeisterung, da die gelebte Tierhaltung und das ländliche Brauchtum der Rhön den idealen Rahmen für das Vereinstreffen boten. Vorsitzender Matthias Koch, selbst wohnhaft in der norddeutschen Tiefebene, zeigte sich begeistert über die Organisation: „Erstmals wurden wir in die wunderschöne Rhön eingeladen. So eine coole Kulisse hatten wir schon lange nicht mehr. Ingo Müller hat die Veranstaltung mit seiner Familie wirklich toll organisiert. Ich denke, wir kommen in ein paar Jahren gerne noch einmal wieder.“ Neben den züchterischen Entscheidungen stand besonders das Knüpfen neuer Kontakte sowie das persönliche Wiedersehen der Mitglieder im Fokus der rundum gelungenen Sommertagung.

Den fachlichen Schwerpunkt bildeten die fundierten Tierbesprechungen und Sonderrichterschulungen, bei denen Zuchtwarte die rassetypischen Merkmale und Bewertungskriterien der staatlich anerkannten Rassen detailliert analysierten. Neben bewährten Großgänsen wie den Toulousegänsen oder Pommerngänsen richtete sich das Augenmerk der Experten zunehmend auf den Nachwuchs und seltene Farbschläge. Wie Koch im Vorfeld der Tagung betonte, sucht der Sonderverein aktiv nach qualifizierten Kräften, die Interesse an der Ausbildung zum Sonderrichter für Gänse haben, um die fachliche Qualität auf den Schauen auch langfristig auf universitärem Niveau zu sichern. Sorge bereitet den Züchtern bundesweit jedoch die anhaltende Thematik der Vogelgrippe, die den Ausstellungsbetrieb im Winter immer wieder vor logistische Herausforderungen stellt. Dennoch blickt die Vereinsführung optimistisch auf die anstehende Schausaison 2026, die sich von September bis Dezember erstreckt. Im Rahmen der Tagung wurden die offiziellen Termine für die kommenden Großereignisse finalisiert, zu denen die Groß- und Wassergeflügelschau in Meiningen Ende September, die VHGW-Bundesschau in Erfurt im Oktober sowie die renommierte Bundessiegerschau in Leipzig im Dezember zählen. Während des festlichen Züchterabends am Samstag wurden zudem die Sieger der leider einzigen Bundesschau des Jahres 2025 ausgezeichnet – darunter Gastgeber Ingo Müller, der für seine grau-braunen Höckergänse geehrt wurde.

Müller betonte im Gespräch das wichtigste Anliegen des Vereins, das lebendige Kulturgut dauerhaft zu bewahren. Nachdem es in den vergangenen Jahren durch die Auflagen der Geflügelpest zu vielen abgesagten Schauen kam, hoffe man nun auf eine ungestörte Saison, für die es laut aktuellen Prognosen bislang sehr gut aussehe. Er selbst hält auf seinem Hof rund 50 bis 60 Gänse und freut sich über weitere Interessenten für dieses Hobby: „Wir hatten während der Sommertagung, besonders bei der Ausstellung während der Jahreshauptversammlung, doch ziemlich viele Besucher – besonders auch von Familien mit Kindern. Nach der Schausaison kann man hier auch Gänse kaufen. Sowohl um selbst als Züchter einzusteigen, aber natürlich auch die eine oder andere Weihnachtsgans.“

Poppenhausen im Zeichen der Gänsezucht. Fotos: Stefan Krug.