Tischtennis 29.08.2026

Pokal Grand Opening – TTC schlägt Velbert – Faustdicke Überraschung

Nürnberg (pf) – In das erstmals ausgetragene Grand Opening des deutschen Tischtennis-Pokals ist der hiesige Bundesligist TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell am Samstag erfolgreich gestartet: Gegen Zweitligist SV Union Velbert feierten die Osthessen am Mittag einen 3:1-Pflichtsieg – im Viertelfinale geht es nun aber gegen Ochsenhausen weiter, das Borussia Düsseldorf spektakulär aus dem Wettbewerb schmiss.

Jonathan Groth steuerte souverän einen Einzel-Sieg zum Weiterkommen im Pokal bei. Nun geht es für die Maberzeller gegen Ochsenhausen weiter. Archivfoto:

Der TTC Maberzell ließ im Achtelfinal-Duell gegen Underdog Velbert nichts anbrennen und die Sorgen aus der Bundesliga erst einmal vergessen: Fanbo Meng, Jonathan Groth und nochmal Meng sorgten mit drei 3:0-Erfolgen in den Einzeln für das Weiterkommen, dabei schlugen beide sogar den Ex-Düsseldorfer Borgar Haug, der für Velbert an Position eins spielte. „Groth hat glücklicherweise sein Selbstvertrauen wiedergefunden“, strahlte Maberzells Präsident Stefan Frauenholz nach dem Weiterkommen. Es war die Pflicht, die die Osthessen erfüllt haben und zumindest mal – nach den bitteren Niederlagen bisher in der TTBL – einen ruhigeren Spieltag verleben durften.

Lediglich Dimitrij Ovtcharov, der diesmal an Position drei spielte, unterlag Rogelio Castro mit 2:3. „Er hatte den Gegner im ersten Satz leicht unterschätzt“, so Frauenholz. „Dima“ drehte anschließend das Spiel und war auf der Siegerstraße, ehe Castro den fünften Satz erzwang. Dort spielte der Velbert-Akteur dann plötzlich „Riesen-Bälle“, sagte Frauenholz, „aber wir hatten da ja schon mit 2:0 geführt – das konnten wir verkraften“.

Ein anderes Achtelfinale war aus neutraler Sicht sogar nennenswerter: Die TTF Liebherr Ochsenhausen schafften die Mega-Überraschung und warfen Borussia Düsseldorf mit 3:1 aus dem Pokal. „Der Traum vom Triple ist schon geplatzt – das konnte keiner so richtig verstehen“, staunte auch Frauenholz aus Fuldaer Sicht. Denn eigentlich hatte sich Maberzell schon insgeheim auf Düsseldorf als nächsten Gegner im Viertelfinale eingestellt. Doch eine Erklärung gab es für den Präsidenten: „Togami ist im Moment in einer außerirdischen Form“. Der Japaner in Ochsenhausens Reihen habe „international fast alles geschlagen“ und wird auf Weltranglisten-Platz 14 geführt. Und keinesfalls schenkte Düsseldorf den Pokal ab, sondern lief in Starbesetzung auf: Fan Zhendong, Anton Källberg und Dang Qui. Doch Togami bezwang Källberg (3:0) und auch Fan (3:2), dazu unterlag auch Dang Qui in seinem Einzel mit 2:3 und die Messe war gelesen für den Rekordmeister. „Düsseldorf hatte nichts dem Zufall überlassen“, stellte Frauenholz fest. Doch nun geht es für Maberzell am Sonntag um 15 Uhr im Viertelfinale gegen Ochsenhausen – die Aufgabe ist durch die Überraschung der TTF aber nicht leichter geworden: „Togami wird gegen uns auch mitspielen“, befürchtete Frauenholz. Die Maberzeller müssen sich also etwas einfallen lassen, wenn das Ticket fürs Halbfinale gebucht werden soll. Übrigens waren am Samstag 1300 Zuschauer in der Kia Metropol Arena in Nürnberg zugegen – das erste „Grand Opening“ im Pokal wurde gut angenommen. Auch international: „Es waren bestimmt 400 Chinesen da“, schmunzelte Frauenholz. Alle wollten Superstar Fan Zhendong spielen sehen – doch der schied mit Düsseldorf aus. Kurios war außerdem: Velberts zweite Mannschaft durfte ebenfalls am Pokal teilnehmen und schaffte es im Gegensatz zur ersten ins Viertelfinale: Die Zweitvertretung gewann 3:2 gegen Bundesligist Grünwettersbach II.

Pokal-Achtelfinale:

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – SV Union Velbert 3:1

Fanbo Meng – Yoan Velchikov 3:0 (13:11, 12:10, 11:3)

Jonathan Groth – Borgar Haug 3:0 (11:6, 11:8, 11:9)

Dimitrij Ovtcharov – Rogelio Castro 2:3 (9:11, 11:1, 11:7, 7:11, 6:11)

Fanbo Meng – Borgar Haug 3:0 (11:8, 12:10, 11:6)

Zuschauer in Nürnberg: 1300