„Das war eine taktische Meisterleistung heute, das kann man wirklich sagen“, freute sich Frauenholz nach dem Einzug ins Halbfinale des Pokals: „Das ist schon außergewöhnlich gut und ein Riesenerfolg für uns.“ Um gegen Ochsenhausen bestens aufgestellt zu sein, scheute der TTC keine Kosten und Mühen: Filus war ursprünglich gar nicht mit nach Nürnberg gereist, trat die Reise nach Mittelfranken nach dem Sieg von Ochsenhausen gegen Düsseldorf aber doch noch an. „Wir wussten, dass sich Ochsennhausen gegen Abwehrspieler schwer tut. Deswegen haben wir ihn einfliegen lassen“, schmunzelte Frauenholz: Erst am Samstagabend traf Filus in Nürnberg ein, trainierte am Sonntagvormittag nochmal und holte gegen Tiago Abiodun den einen, notwendigen Punkt. „Er musste einen Punkt holen, und das hat er gemacht“, betonte Frauenholz.
Die Maberzeller Taktik ging vom Start weg auf: Die Osthessen stellten Filus auf Position eins, Jonathan Groth an zwei und Starspieler Dimitrij Ovtcharov an drei – was allen voran mit Shunsuke Togami zusammenhing. Der Japaner in Diensten der Schwaben ist in bestechender Form und sorgte am Samstag fast im Alleingang dafür, dass Ochsenhausen Rekordmeister Düsseldorf aus dem Pokal warf. Togami schlug dabei nicht nur Anton Källberg, sondern auch den früheren Olympiasieger und Weltranglistenersten Fan Zhendong. Frauenholz und Co. wollten nun verhindern, dass „Dima“ gegen Togami antreten muss.
So ging zunächst Groth ins Duell mit Togami, war beim deutlichen 0:3 aber unter dem Strich chancenlos – obwohl der Däne in den Durchgängen zwei und drei gut dagegenhielt und sich sogar zwei Satzbälle erspielte. Der Japaner hatte den entscheidenden Momenten allerdings die Nase vorn und sorgte für die 1:0-Führung für die Schwaben.
Den vielleicht wichtigsten Punkt holte anschließend aber Ruwen Filus. Weil sich Dimitrij Ovtcharov an Position drei gegen Iulian Chirita durchsetzte und jener Filus an vier gegen Togami trotz großem Kampf mehr oder weniger chancenlos war, musste der Abwehrspezialist an Position zwei den Punkt für die Osthessen holen, um im weiteren Verlauf der Partie das entscheidende Doppel zu ermöglichen. Und der 38-Jährige erledigte seine Aufgabe gegen Tiago Abiodun souverän: Während die ersten beiden Sätze noch relativ knapp verliefen, steigerte sich Filus in den Durchgängen drei (11:7) und vier (11:4) und entschied die Partie mit 3:1 für sich – und weil Jonathan Groth und Ovtcharov anschließend den Doppelfluch brachen, zog der TTC nach einer taktischen Meisterleistung erneut ins Final Four ein. Dort wartet im Halbfinale nun der SV Werder Bremen, im zweiten Semifinale duellieren sich Saarbrücken und Borussia Dortmund. „Mit Dima und Jonathan war klar, dass wir im Doppel unsere Vorteile ausspielen können, mit der Rechts-Links-Kombination. Das haben wir dann auch souverän gezogen“, analysierte Frauenholz.
TTF Ochsenhausen - TTC Rhön Sprudel Fulda-Maberzell 2:3
Shunsue Togami – Jonathan Groth 3:0 (11:5, 12:10, 12:10)
Tiago Abiodun – Ruwen Filus 1:3 (10:12, 11:9, 7:11, 4:11)
Julian Chirita – Dimitrij Ovtcharov 1:3 (11:7, 8:11, 3:11, 8:11)
Shunsuke Togami – Ruwen Filus 3:0 (11:5, 12:10, 11:4)
Iulian Chirita / Tiago Abiodun – Jonathan Groth / Dimitrij Ovtcharov 0:3 (7:11, 8:11, 6:11)
