Die L14zwo versteht sich als offener Ort, an dem Menschen und Initiativen zusammenkommen, eigene Ideen entwickeln und gemeinsam kulturelle und soziale Projekte verwirklichen können. Mit dem Kulturkino soll dieses Angebot um einen weiteren Schwerpunkt ergänzt werden. Film, Musik, Literatur und gesellschaftlicher Austausch sollen dabei miteinander verbunden und unterschiedliche Kulturformen zusammengebracht werden.
Das Programm soll künftig weiter wachsen. Menschen aus Fulda und Umgebung, die sich für Film, Musik, Literatur, Medien oder andere kulturelle Projekte interessieren und eigene Ideen einbringen möchten, sind eingeladen, sich an der weiteren Entwicklung zu beteiligen. Denkbar sind unter anderem feministische Filmreihen, Dokumentarfilmabende und junges politisches Kino. Auch die Räume sollen sich nach und nach weiterentwickeln.
Bereits im September soll das neue Programm starten. Dabei soll ausdrücklich kein klassisches Kino mit einem ausschließlich auf Filmvorführungen ausgerichteten Spielplan entstehen. Vielmehr soll ein vielfältiger Kulturraum geschaffen werden, in dem unterschiedliche Veranstaltungsformen nebeneinander Platz finden und miteinander verbunden werden.
Ein besonderer Schwerpunkt ist die monatliche Reihe „Kino im Dialog“. Ein gesellschaftlich relevanter Film bildet dabei den Ausgangspunkt für einen moderierten Abend. Geschichten, Figuren und Konflikte auf der Leinwand sollen Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sich im Alltag aufgrund unterschiedlicher sozialer, politischer, kultureller oder generationeller Erfahrungen möglicherweise nur selten begegnen.
Im Mittelpunkt stehen wechselnde gesellschaftliche Themen wie Einsamkeit und soziale Isolation, Zugehörigkeit, Migration, Generationenkonflikte, soziale Ungleichheit, Demokratie, Identität oder gesellschaftliche Polarisierung. Nach der Filmvorführung wird der Abend durch moderierte Gespräche, unterschiedliche Dialogformate und je nach Thema eingeladene Gesprächspartner ergänzt. Dabei soll keine vorgegebene Position vermittelt werden. Vielmehr soll Raum für unterschiedliche Perspektiven, Widerspruch und einen respektvollen Austausch über gesellschaftliche Kontroversen entstehen.
Die Reihe entsteht in Kooperation von L14zwo und „ngd – neuer gesellschaftlicher dialog“ und ist zunächst einmal monatlich geplant. Die erste Ausgabe findet am Montag, 14. September, von 19.30 bis 22.30 Uhr in der L14zwo, Löherstraße 16–18, statt. Als erstes Thema steht „Einsamkeit“ im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um individuelles Alleinsein, sondern auch um soziale Isolation, Zugehörigkeit und die Frage, wie sich gesellschaftliche Beziehungen verändern.
Zusätzlich sollen Film und Gespräch mit Literatur verbunden werden. In Zusammenarbeit mit der benachbarten Buchhandlung Ulenspiegel in der Löherstraße wird passend zum jeweiligen Film und zur gesellschaftlichen Leitfrage des Abends eine Auswahl an Romanen, Essays, Sachbüchern oder anderen Veröffentlichungen zusammengestellt. Besucher können sich so auch über den Filmabend hinaus mit den jeweiligen Themen beschäftigen.
Im Rahmen des FuldaFestivals sind für die letzten beiden Septemberwochen zudem vier Musikfilmveranstaltungen geplant. Der Eintritt ist jeweils frei. Den Auftakt macht am Sonntag, 20. September, um 19 Uhr „Köln 75“. Der Film erzählt die Geschichte der 18-jährigen Vera Brandes, die 1975 gegen alle Widerstände das legendäre Kölner Jazz-Klavierkonzert von Keith Jarrett organisiert.
Am Montag, 21. September, um 19 Uhr folgt „Bohemian Rhapsody“, eine Filmbiografie über das Leben von Freddie Mercury und den Aufstieg der Rockband Queen. Am Freitag, 25. September, wird ab 18.30 Uhr F. W. Murnaus Klassiker „Nosferatu“ als Stummfilm gezeigt und live an der Bratsche von dem Filmemacher, Maler und Musiker Hugo Max begleitet.
Zum Abschluss folgt am Samstag, 26. September, um 19 Uhr „Crescendo“. Das Drama erzählt von einem renommierten Dirigenten, der ein Jugendorchester aus israelischen und palästinensischen Musikern zusammenstellen soll und dabei sowohl die Konflikte als auch die verbindende Kraft der Musik erlebt.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen beträgt, sofern nicht anders angegeben, fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Eine Reservierung ist nicht möglich. Die Räume sind rollstuhlgerecht zugänglich.
