Lokales FD 29.08.2026

„Liebe größer als Grenzen“ – CSD-Demo mit 1500 Teilnehmern

Fulda – Von Marilena Alt – Unter dem Motto „Queer? Foll dafür!“ fand am Samstag in der Fuldaer Innenstadt eine Demonstration von CSD Fulda statt. Zum fünften Mal in Folge nach einer zuvor 20-jährigen Pause versammelten sich rund 1500 Menschen, die für ihre Freiheiten und einige Forderungen kämpften.

Fotos: Marilena Alt

Los ging es morgens in der Severikirche mit einer Andacht, einem gemeinsamen Singen und einigen Reden. „Es geht darum, dass sich keiner für die Liebe verstecken muss“, sagte Diakon Michael Friedrich. Für jede der genannten Fürbitten wurde ein Licht angezündet, besonders dafür, dass keiner mehr Angst haben müsse, da Gottes Liebe „größer ist als unsere Grenzen“. Im Anschluss konnten sich Interessierte und Demonstrierende auf dem Universitätsplatz treffen, über 20 Initiativen wären dort mit ihren Ständen. Im Anschluss begann der Demonstrationszug am Bahnhof und führte durch die Fuldaer Innenstadt.

„Die Parade lief super, es war eine gute Stimmung“, sagte Emily Charlotte Rödel, Organisatorin von CSD Fulda. Seit einigen Jahren finde die Demo wieder in Fulda statt – und alle waren pünktlich zurück am Uniplatz. Die Veranstaltung verlief wie geplant, berichtete sie: „Wir sind froh, dass es dieses Jahr keine Zwischenfälle gegeben hat. Unser Sicherheitskonzept hat sich bewährt“, sagte Rödel, die nur positives polizeiliches Feedback bekommen habe. „Die Kommunikation mit Funkgeräten hat geklappt und dafür gesorgt, dass der Demozug deutlich störungsfreier abgelaufen ist“, so Rödel.

Einige der Demonstrierenden erzählten ihre Geschichte vor Ort: „Wenn alles so einfach gewesen wäre, hätte ich keine Angst gehabt, verprügelt zu werden“, sagte Teilnehmer Winfried Schlemmer, der nun „offener und lockerer“ seit seinem Outing sei. Ziel der Demonstrierenden war, bestimmte Forderungen des Vereins, wie beispielsweise eine queere Gesundheitsversorgung und speziell ausgebildete Psychotherapeuten sowie Sportangebote für Transpersonen, deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Zurück auf dem Uniplatz wurde an den Ständen etwas gegessen, sich informiert und unterhalten oder an Mitmachaktionen teilgenommen. Bis 22 Uhr können die Gäste sich bei Live-Musik vergnügen – ab 23 Uhr geht es dann mit einer Aftershowparty im Kulturzentrum Kreuz weiter „Wir hoffen, dass die Leute bis dahin hierbleiben und Spaß haben, wir freuen uns“, sagte Rödel. Von der Polizei Osthessen wurde nachmittags eine Gesamt-Teilnehmerzahl von 1500 bestätigt.