Nach einer torlosen ersten Halbzeit nahm die Partie nach dem Seitenwechsel Fahrt auf. Tristan Niklas brachte Kerzell in der 49. Minute mit 1:0 in Führung. Borussia Fulda antwortete und kam durch Spielertrainer Marcel Mosch in der 60. Minute zum Ausgleich. Anschließend drängten die Gäste auf die Führung, doch der entscheidende Treffer wollte nicht fallen. Stattdessen schlug Kerzell kurz vor dem Abpfiff noch einmal zu: Avanesjan traf in der 90. Minute zum 2:1 und sorgte damit für ausgelassenen Jubel auf und neben dem Platz.
„Das war überragend. Wir hatten eine geile Stimmung und eine mega Zuschauerzahl“, freute sich Kerzells Trainer Florian Günther nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft habe dem Gruppenligisten von Beginn an die Stirn geboten. „Es war ein packendes Spiel. Wir haben unsere Chancen kreiert und gedrückt.“ Am Ende habe Kerzell die Partie auch deshalb für sich entschieden, weil die Mannschaft mehr investiert habe. „Wir haben es mehr gewollt und mehr investiert. Am Ende haben wir das Ding gezogen.“
Bei Borussia Fulda war die Enttäuschung dagegen entsprechend groß. Spielertrainer Marcel Mosch sprach von einem „klassischen Pokalspiel“. Kerzell habe sich „überall reingeworfen“, während seine Mannschaft ihre Möglichkeiten nicht genutzt habe. „Wir haben die Tore nicht gemacht und schlafen dann die ersten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit.“
Nach dem Rückstand übernahm Borussia laut Mosch zwar zunehmend die Kontrolle. „Wir dominieren dann das ganze Spiel, haben aber nur Halbchancen und machen immerhin das 1:1.“ Kurz vor Schluss folgte dann erneut ein Fehler, der sich für die Borussia in dieser Saison immer wieder bemerkbar macht. „Wie die ganze Saison verteilen wir kurz vor Ende Geschenke. Individueller Fehler – das zieht sich einfach durch die ganze Saison und da werden wir bestraft.“
Auch personell waren die Voraussetzungen für die Borussia schwierig. „Wir sind heute mit zwölf Mann angereist, heute ist auch wieder ein Verletzter dazugekommen“, berichtete Mosch. Als Ausrede wolle er die Situation allerdings nicht gelten lassen. „Damit müssen alle arbeiten.“ Viel Zeit zum Hadern bleibt ohnehin nicht: „Jetzt geht es am Sonntag weiter.“
Für Kerzell dagegen darf der Pokalabend noch etwas nachwirken. Der Kreisoberligist hat nicht nur für eine Überraschung gesorgt, sondern sich vor heimischer Kulisse mit einer kämpferischen Leistung den Einzug in die nächste Runde gesichert.
Tore: 1:0 Tristan Niklas (49.), 1:1 Marcel Mosch (60.), 2:1 Mikael Avanesjan (90.)
Zuschauer: 200.
