Duell der Überraschungsteams
„Unerwartet“ kommt die Ausgangslage für Sonntag für Niesigs Spielertrainer Patrick Broschke: Sein KSV steht nach dem Sieg in Hilders am Mittwoch auf Rang zwei, der nächste Gegner Edelzell/Engelhelms führt die Tabelle sogar an. Beide haben am Freitag frei – dann kann sich zwar noch etwas verschieben – doch ein frühes Top-Duell ist es trotzdem. „Die Vorbereitung war nicht optimal, wir hatten viele Urlauber und noch Verletzte. Im ersten Spiel hatten wir dann auch keinen Torwart“, berichtet Broschke. Der Torjäger stand gegen Dipperz/Dirlos selbst im Kasten und hielt zumindest ein Remis fest, seither gewann der Aufsteiger. Broschke ist beeindruckt vom Team: „Wir sind seit dem Aufstieg noch mehr zusammengewachsen, jeder kämpft für jeden und wir verteidigen gemeinsam“. Ein Kompliment richtet der Coach, der sonst immer viel über seine starke Offensive lesen darf, an die Viererkette: „Sie machen das richtig gut hinten, und Daniel Kratz, den wir im Sommer als Führungsspieler holen konnten, performt auch nach seiner Verletzung wieder und hilft mit seiner Erfahrung“. Doch Niesig möchte auf dem Teppich bleiben, wie Broschke weiter ausführt: „Wir nehmen die Euphorie natürlich mit, aber wollen erstmal Punkte sammeln, um möglichst früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das kann schnell gehen“. Mit der SGEE erwartet Niesig am Sonntag ein Knaller-Heimspiel – und zumindest im Moment die mit Abstand beste Offensive der Liga: „Sie sind ein gestandener Kreisoberligist, der Ambitionen hat, und haben mit Fabian Lehmann einen guten Trainer und guten Spieler. Das ist ein sehr unangenehmer Gegner“ – zumal noch Mario Schlereth dem KSV gesperrt fehlt, der ansonsten als „Arbeitsmaschine“ viele Kilometer abreißt. Ob sich die Zuschauer auf ein Spektakel freuen können? Broschke ist noch unsicher: „Wenn jeder viele Tore erwartet, passiert oft das Gegenteil. Wir wollen erstmal stabil stehen“.
Die Prüfungen werden härter für die FSG Vogelsberg
Die KOL Süd kommt gleich mit mehreren Topspielen daher – aktuell führen Flieden II und Kerzell die Rangliste mit je drei Siegen an, Vogelsberg und Rückers stehen bei sechs Punkten, haben aber auch erst zwei Partien gespielt, und auch Bellings/Hohenzell ist noch ungeschlagen. Jetzt wartet auf die FSG Vogelsberg ein Doppelspieltag – gegen die Helvetia aus Kerzell (Freitag; 19 Uhr) und gegen Bellings/Hohenzell (Sonntag; 15 Uhr). Bisher siegte das Team von Trainer Kevin Steudter gegen Welkers/Rönshausen (6:1) und Kalbach (3:0), doch auch der Absteiger weiß, dass das im Nachhinein gefühlte Pflichtaufgaben waren. Steudter macht klar: „Jetzt kommen zwei richtig gute Gegner – und es gilt jetzt, auch diese Kaliber zu schlagen, wenn man seine eigenen Ziele hat. Wir brauchen Konzentration, aber auch Selbstvertrauen“. Gespielt wird in Lanzenhain – dem einzigen Platz der FSG, der zuletzt etwas „Wasser gesehen hat“. Steudter befürchtet in der aktuellen Hitzeperiode auch eine höhere Verletzungsgefahr durch trockene Rasenplätze, angeschlagen ist aber aktuell nur Felix Westerholt. „Solche Doppelspieltage sind immer eine Hürde. Aber wenn alle Mann an Bord sind, treffen am Freitag zwei richtig gute Mannschaften aufeinander. Kerzell hat lange Gruppenliga gespielt, da ist noch viel Substanz da“, so Steudter.
Bevor Bellings/Hohenzell dann am Sonntag nach Lanzenhain reist, ist die SG erst noch beim Spitzenreiter Flieden II gefordert – für Trainer Luca Gaul wird es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. „Ich hatte acht schöne Jahre in Flieden und bin immer gerne dort. Ich freue mich, egal wie es ausgeht, hinterher auch mit dem einen oder anderen noch ein Bier zu trinken“, so Gaul. Vorher wartet allerdings ein hartes Stück Arbeit, wie der SGBH-Coach hervorhebt: „Flieden II hat eine sehr gute Mannschaft, auf jeder Position einen Spieler, der die Liga kann und kennt, und drumherum viele junge Wilde. Das ist eine ganz andere Qualität als in den letzten Jahren“. Mit Vogelsberg wiederum warte am Sonntag für Gaul der Topfavorit der KOL Süd: „Sie sind total eingespielt, da haben wir auch wieder ein dickes Brett zu bohren“. Vier Punkte wäre „überragend“, so der Coach, selbst zwei Zähler in Summe am Wochenende würde er als „sehr gut“ einstufen. Generell ist Gaul aber froh über den Status quo und die sieben Punkte, die schon gegen Hosenfeld, Lauter und Schmalnau geholt worden sind: „Wenn man die Gegner sieht, und unsere nicht sehr gute Vorbereitung, ist das schon sehr zufriedenstellend. Aber Doppelspieltage tun im Moment weh, wir sind personell noch etwas angeschlagen“.
Burghaun kann mit Niederlagen leben
Mit zwei Siegen gegen Friedewald und Nachbar Kiebitzgrund/Rothenkirchen kam der Aufsteiger RW Burghaun prächtig in die Saison – nun gab es ein 1:4 gegen Neuenstein, doch Trainer Marius Ebert und sein Team konnten es realistisch einschätzen: „Ich könnte auch mit weiteren Niederlagen leben. Es gibt eben Gegner, die eine andere Kategorie sind, und Gegner, die wir da einordnen, wo wir uns auch selbst sehen. In diesen Duellen müssen wir die Punkte holen, dann bin ich zufrieden“, sagt Ebert. Auch am Freitag gegen den ESV Hönebach gebe es „nur Bonuspunkte“ zu holen, der nächste Gruppenliga-Absteiger kommt. Am Sonntag bestreitet RWB dann gleich das nächste Heimspiel gegen den SV Wölf – auch im Rot-Weißen Duell hängen die Trauben sicherlich hoch. „Wir haben es aber ganz offen kommuniziert, dass keiner enttäuscht ist, wenn es mal wie jetzt ein 1:4 gibt“. Vier Gegentreffer in einem Spiel kassierten die Burghauner monatelang nicht, „aber es war uns bewusst, dass der Tag irgendwann kommt“, so Ebert weiter. Mit dem dünnen Kader werde es auch diesmal eng, doch der Coach gibt gerne Spielern aus der zweiten Mannschaft oder der A-Jugend die Chance: „Sie können sich zeigen“. Und natürlich schenkt der Aufsteiger die anstehenden Spiele keinesfalls vorher ab.
Kreisoberliga Mitte
Freitag
18.30 Uhr
FSG Dipperz/Dierlos – SG Marbach/Dietershan
19 Uhr
FT Fulda – SV Großenlüder
Türkischer SV Fulda – SG Praforst
FSV Germania Fulda – SV Müs
RSV Petersberg – SG Reulbach7Brand
SG Ehrenberg – TSV Bachrain
Sonntag
15 Uhr
FT Fulda – RSV Petersberg
SG Hilders/Simmershausen – SG Reulbach/Brand
FSV Germania Fulda – SG Ehrenberg
KSV Niesig _ SG Edelzell/Engelhelms
15.30 Uhr
FSG Dipperz/Dirlos – SG Praforst
16 Uhr
Haimbacher SV – TSV Bachrain
17 Uhr
Türkischer SV Fulda – SV Großenlüder
Kreisoberliga Süd
Freitag
19 Uhr
SV Schweben – TSV Rothemann
FSG Vogelsberg – SG Kerzell
SG Schmalnau/Hettenh/Gersf. – SG Kalbach
Spvgg. Hosenfeld – SG Welkers/Rönshausen
SG Lauter – SG Löschenrod
SV Buchonia Flieden II – SG Bellings/Hohenzell
SG Grimmstadt – FSV Thalau
Sonntag
15 Uhr
SV Schweben – SG Rückers
FSG Vogelsberg – SG Bellings/Hohenzell
SG Schmalnau/Hettenh/Gersf. – VFl Lauterbach
SG Lauter – TSV Rothemann
SV Buchonia Flieden II – SG Grimmstadt
SG Kerzell – SG Löschenrod
Kreisoberliga Nord
Freitag
19 Uhr
Hünfelder SV II – Blau-Weiß Großentaft
SG Eiterfeld/Leimbach II – FSG Bebra
SV Rot-Weiß Burghaun – ESV Hönebach
ESV Weiterode – FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen
SV Steinbach – SG Neuenstein
FSG Jossatal – SV Wölf
20 Uhr
SG Rotenburg/Lispenhausen – VFL Philippsthal
Sonntag
15 Uhr
SV Rot Weiß Burghaun – SV Wölf
ESV Weiterode – VFL Philippsthal
SG Heineb/Osterb. – Blau.Weiß Großentaft
SV Steinbach II – SG Rotenburg/Lispenhausen
ESV Hönebach – FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen
16 Uhr
Hünfelder SV II – FSG Jossatal
