„Wir wollen die bescheidene Impfquote steigern in Fulda“, sagte Prof. Dr. Horst Feldmann, Vorsitzender des Fördervereins für die Krebsberatung. Die Situation rund um die HPV-Impfung habe sich insbesondere durch die Corona-Pandemie verändert. Bei vielen Eltern sei die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen gewachsen, zugleich hätten die zahlreichen Impfungen während der Pandemie zu einer gewissen Impfmüdigkeit geführt.
Dabei sei die HPV-Impfung nach Einschätzung Feldmanns sehr gut verträglich. „Absolut gut verträglich“, betonte er und verwies darauf, dass die Impfung weltweit bereits rund 500 Millionen Mal verabreicht worden sei. Die Kampagne soll deshalb vor allem Aufklärung leisten und Ängste abbauen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der direkten Ansprache von Jugendlichen. „Es bedarf eine sehr emphatische Ansprache mit Jugendlichen zu sprechen über Verhinderungen der möglichen Krankheiten“, sagte Dr. med. Jörg Simon, Aufsichtsratsvorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen eG. Schülerinnen und Schüler sollen deshalb mit Flyern über die Impfung und deren Schutzwirkung informiert werden.
„Wie wichtig diese Impfung ist“, sagte Feldmann, müsse Jugendlichen stärker vermittelt werden. Die Kampagne soll dabei nicht nur Eltern erreichen, sondern die Jugendlichen selbst in den Mittelpunkt rücken. Schließlich geht es um einen Schutz, der bereits in jungen Jahren aufgebaut werden kann und später vor schwerwiegenden Erkrankungen bewahren soll.
Die HPV-Impfung kann nach Angaben der Initiatoren bis zu 94 Prozent der HPV-bedingten Erkrankungen verhindern. Zu den bekanntesten Folgen einer Infektion mit Humanen Papillomviren gehört Gebärmutterhalskrebs. Die Impfung bietet damit die Möglichkeit, langfristig eine ganze Krebsart zurückzudrängen. Gleichzeitig trägt eine hohe Impfquote dazu bei, auch Menschen zu schützen, die selbst nicht geimpft sind.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Wer die Impfung in diesem Zeitraum verpasst, sollte die Immunisierung bis zum 18. Geburtstag nachholen. Auch darüber hinaus kann eine HPV-Impfung im Einzelfall noch sinnvoll sein.
