Lokales FD 31.08.2026

Joseph’s Eis: Handwerk trifft auf Dattel, Mandel und Veilchen

Fulda (pm/sim) – Eine neue Eissorte soll in Fulda Handwerk und Genuss miteinander verbinden: Das Eiscafé Monte Carlo präsentiert am 5. September das „Joseph’s Eis“. Hinter der Kreation stehen Mergim Durmishi vom Eiscafé Monte Carlo und Joseph Dehler. Gewidmet ist das Eis dem heiligen Joseph, dem Schutzpatron der Handwerker, insbesondere der Zimmerleute und Schreiner.

Fotos: Erzent Durmishi

Ursprünglich wollten Durmishi und Dehler lediglich aus Freude am Experimentieren eine neue Eissorte entwickeln. Doch je länger sie darüber nachdachten, desto klarer wurde ihnen: Die 1001. Sorte Eis zurechtzumischen war ihnen dann doch zu wenig. Wenn schon, sollte es etwas Besonderes und zugleich Nutzbringendes sein. Auf diese Weise wurde Joseph Dehler die Aufgabe zuteil, nicht nur eine Eissorte, sondern eine komplette Eismarke zu kreieren – und zwar eine mit einer Botschaft.

Trotz des permanenten Dialogs mit Mergim Durmishi wollte das Vorhaben zunächst nicht so recht zünden. Die Reifezeit zog sich hin. Doch dann war Joseph Dehler wieder einmal in eine Debatte über die zunehmende Akademisierung der Gesellschaft und die gleichzeitig im Handwerk vorherrschenden Engpässe bei der Stellen- und Nachwuchsrekrutierung verwickelt. Auch hier fehlte ihm bei seinen Gesprächspartnern – wie so oft – eine überzeugende Wertschätzung gegenüber dem Handwerk.

Wie genau ihm dabei das geplante Eisprojekt wieder in den Sinn kam, vermochte er später nicht mehr zu sagen. Einige Tage später fragte er sich jedoch, ob er zur Wertschätzung des Handwerks nicht ein „Handwerker-Eis“ kreieren könne – ohne dass es letztlich nur ein neuer Name für ein gewöhnliches Speiseeis wäre. Und wie sollte das schmecken? Vielleicht so, dass man das Handwerk am Ende tatsächlich genießen könne? Mit der Idee eines „Handwerker-Eises“ konnten sich Durmishi und Dehler zwar anfreunden. Die Bezeichnung für eine neue Eissorte klang ihnen allerdings zu kühl.

So vergingen wieder einige Tage. Joseph Dehler fragte sich, ob man das Eis vielleicht einem Menschen widmen könne, der sich um das Handwerk verdient gemacht habe. Schließlich überlegte er, wer denn gemeinhin als der prominenteste Handwerker in die Geschichte Eingang gefunden haben könnte. „Na, wer schon“, dachte er – und schnell war klar: „Natürlich der heilige Joseph, der Schutzpatron der Handwerkerinnen und Handwerker, insbesondere der Zimmerleute und Schreiner.“

Damit war das „Joseph’s Eis“ geboren. Fortan sollte die neue Eissorte dem heiligen Joseph gewidmet und damit das Handwerk vielleicht ein wenig „in den Himmel gehoben“ werden. Das Joseph’s Eis, also ein „Widmungseis“ für den heiligen Joseph und damit für das Handwerk, könnte es sein, davon waren beide überzeugt. „Erst aber mussten wir über diesen Gedanken schmunzeln“, beschreibt Mergim Durmishi die damalige Stimmung. Joseph Dehler selbst war, wie er sagte, geradezu über seine eigene Idee „erschrocken“, den heiligen Joseph mit einer Eissorte aufleben lassen zu wollen. Vor allem fragte er sich, was sein schon lange verstorbener, dem heiligen Joseph besonders zugewandter Großvater Bonaventura dazu sagen würde. Dieser hatte seinen Sohn Joseph im Krieg verloren und wurde deshalb auf dessen Bitte hin selbst auf den Namen „Joseph“ getauft.

Gleichzeitig hatte ihn dieser Gedanke kurze Zeit später regelrecht gefesselt – auch weil er sicher war, dass sein Großvater die Idee spontan für gut befunden hätte. Und nun die Rezeptur? Da hatte Dehler analog zum auf dem Markt befindlichen „Heu-Eis“ herumgesponnen: Könnte man als Basis vielleicht „Sägespäne“ extrahieren? Dies erschien ihm dann doch zu banal – obwohl er tatsächlich schon darüber nachgedacht hatte, von welchem Baum die Sägespäne am besten schmecken würden.

Nach reiflicher Überlegung kam ihm schließlich die Idee, eine Rezeptur aus Zutaten zu entwickeln, die bereits zu Lebzeiten des heiligen Joseph, also im ersten Jahrhundert, bei den Menschen eine Rolle spielten. Diese Zutaten geschmacklich abzurunden und in die heutige Zeit zu übertragen, schien ihm nicht nur plausibel, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal zu sein. Vor allem wäre damit über die einzelnen Zutaten hinaus ein geschichtlicher und geografischer Zusammenhang mit dem Leben des heiligen Joseph hergestellt. Im Mittelpunkt der Rezeptur stehen Dattel, Mandel, Honig, Zimt, Zitrone und Veilchen.

Gleichzeitig sollte der bärtige heilige Joseph als ein in die heutige Zeit passender, handwerklicher Eismacher erscheinen. Daraus entstand ein zeitgemäßes Logo. Letztendlich versteht sich das Joseph’s Eis als kulinarische Würdigung eines Berufsstandes – des Handwerks –, der das gesellschaftliche Leben seit Jahrhunderten prägt. Nach dreimonatiger Entwicklungsarbeit auf einer kleinen Laboreismaschine und einer geheim gehaltenen Testphase soll das „Joseph’s Eis“ nach weiteren Testgängen im Eislabor von Monte Carlo am 5. September der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zur Testphase gehörten unter anderem die Umsetzung vom Labor auf eine Profi-Eismaschine sowie Geschmackstests mit Kunden einer befreundeten Eismanufaktur in Karlstadt am Main.

„Mit dem Joseph’s Eis ist nicht einfach nur ein Werbeslogan oder eine Kampagne für das Handwerk entstanden, sondern eine Eiskreation, die Genuss mit einer gesellschaftlichen Botschaft verbindet“, sagt Mergim Durmishi. Er sei zudem froh darüber, dass die Entwicklung des Speiseeises gemeinsam mit Joseph Dehler vorangetrieben werden konnte. „Joseph war auf all seinen beruflichen Wegen stets bemüht, dem kreativen Handwerk den Rücken zu stärken und junge Menschen für einen handwerklichen Beruf zu begeistern“, sagt Durmishi.

Dehler habe bereits im Alter von 14 Jahren eine handwerkliche Ausbildung begonnen und später erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus verfüge er über Erfahrungen in der Speiseeisherstellung. Schon in seinem ersten Berufsleben als Koch im damaligen „ersten Haus am Platz“, dem Hotel zum Kurfürsten in Fulda, sowie in der Patisserie der Hotelfachschulen am Tegernsee gehörte die Herstellung von Konditorei-Eis zu seinen Tätigkeiten. Einige Gäste kennen ihn zudem noch aus dem ehemaligen Fuldaer Altstadtcafé MandelRose®, wo er Speiseeissorten kreierte.

Beide, Mergim Durmishi und Joseph Dehler, hoffen nun, dass sich die dem heiligen Joseph zugeschriebenen Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Tatkraft, Bescheidenheit und Bodenständigkeit auch geschmacklich wiederfinden. Über eine verpackte Lösung des Joseph’s Eis mit einem geeigneten Partnerbetrieb wird derzeit nachgedacht.

Die Präsentation und Verkostung findet am Samstag, 5. September, im Eiscafé Monte Carlo in Fulda, Karlstraße 2, statt. Beginn ist um 10.30 Uhr. Unter den Gästen wird unter anderem Stadtpfarrer Stefan Buß sein, der die Veranstaltung mit einigen Worten zum heiligen Joseph einleiten wird.

Die Initiatoren laden die Bevölkerung zur Vorstellung ein. Besonders willkommen seien Namensvetter – ob Joseph, Josef, Josefa oder Josephine – sowie Zunftvertreter aus dem Zimmerer- oder Schreinerhandwerk.

Was steckt im „Joseph’s Eis“?

Das „Joseph’s Eis“ ist dem heiligen Joseph, dem Schutzpatron der Handwerker, gewidmet. Als Zutaten kommen unter anderem Dattel, Mandel, Honig, Zimt, Zitrone und Veilchen zum Einsatz. Milch und Sahne gehörten zum einfachen Alltag der Familien in Galiläa. Im „Joseph’s Eis“ wird Bio-Milch vom Biohof Vogel aus der Rhöner Kneshecke verarbeitet.

Die Dattel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen des Vorderen Orients und steht für natürliche Süße und nährende Kraft. Die Mandel wird in einem feinen Mandelkrokant verarbeitet und gilt als Symbol für Wachsamkeit und Hoffnung.

Honig sorgt für natürliche Süße und Cremigkeit. Zimt verleiht dem Eis Würze und Tiefe, während die Zitrone für Frische sorgen soll. Das Veilchen gilt als Symbol für Demut und Bescheidenheit und kommt im „Joseph’s Eis“ in Form eines hausgemachten Veilchensirups zum Einsatz.

Geschmacksbild: Cremig, mild und natürlich. Datteln, Honig, Mandelkrokant und Zimt bilden den Geschmackskern. Veilchen, feine Zitrusnoten und warme Würze begleiten den Ausklang.