Da sich die städtischen Gremien und Ortsbeiräte im Frühjahr nach der Kommunalwahl neu konstituiert hatten, nutzten Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld den feierlichen Empfang, um den enormen Einsatz der kommunalpolitischen Akteure für die Domstadt zu würdigen. Insgesamt schieden zum 31. März dieses Jahres 23 Personen aus der Stadtverordnetenversammlung aus, während vier Mitglieder den Magistrat verließen. Hartmann und Wingenfeld betonten in ihren Ansprachen, dass dieses bürgerschaftliche Engagement das stabile Fundament der lokalen Demokratie bilde und tiefen Respekt verdiene. Wingenfeld nannte es eine große Ehre, eine so große Anzahl von Personen begrüßen zu dürfen, die sich langjährig um die Stadt verdient gemacht haben: „Dieser Abend zeigt: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie wird geprägt durch die Menschen, die bereit sind, sich über lange Zeit in ihren Dienst zu stellen.“ Auch mit Blick auf die historische Betrachtung der 1282-jährigen Geschichte von Fulda sei es keineswegs selbstverständlich, in einer Demokratie leben zu dürfen. Nach 14 Jahren in der Weimarer Republik gebe es nun seit genau 80 Jahren Demokratie in Hessen. Enttäuscht zeigte sich Wingenfeld jedoch von der letzten Wahl: „Nicht wegen eines Wahlergebnisses, sondern, weil nur rund 50 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Bei der ersten Wahl 1946 in schwieriger Zeit waren das noch 84 Prozent.“ Umso mehr dankte er allen ausgeschiedenen Mandatsträgern für ihr Engagement. In Fulda seien Kommunalpolitiker noch nah am Bürger, und müssen sich auch auf der Straße, im Verein und in der Freizeit Kritik anhören: „Das kostet Zeit, ist tatsächlich ein Opfer an Zeit, dass Sie für die Demokratie erbringen. Ich danke Ihnen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, im Dialog zu bleiben und unterschiedliche Meinungen auszuhalten."
Im Mittelpunkt des Abends stand die Verleihung der Ehrenbezeichnung „Stadtälteste“ beziehungsweise „Stadtältester“ an insgesamt 14 verdiente Persönlichkeiten, die mindestens zwei Jahrzehnte lang die Stadtpolitik oder ihren Ortsteilen geprägt hatten. Aus den Reihen der jüngst ausgeschiedenen Stadtverordneten erhielten Edith Bing, Dorothee Hauck-Hiersch, Dr. Albert Post, Esther Schmitt-Eckart, Hans-Joachim Tritschler und Steffen Werner diese Auszeichnung. Nachträglich wurde dieser Titel zudem an den bereits länger ausgeschiedenen ehemaligen Stadtverordneten Peter Makowka verliehen. Auch aus den Ortsbeiräten wurden mit Timo Diegelmann (Rodges), Reinhard Kremser (Kohlhaus), Dieter Klüh (Maberzell) und Thomas Schmitt (Lüdermünd) vier engagierte Bürger zu Stadtältesten ernannt. Aus dem Magistrat erhielten Michael Hodes, Rainer Kohlstruck und Bernhard Lindner die Auszeichnung, während Amin Aschdjai-Benissi ebenfalls offiziell aus dem Gremium verabschiedet wurde. Ein weiterer Höhepunkt war die Auszeichnung von vier noch aktiven Mitgliedern: Für ihr beeindruckendes 25-jähriges Engagement in der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat wurden Stefan Grauel, Franz-Josef Heimann, Thomas Hering und Andrea Werner unter dem anhaltenden Applaus der Gäste gebührend geehrt.
Ausgeschiedene Stadtverordnete und Magistratsmitglieder wurden während des Empfangs ebenfalls gewürdigt. Aus der Stadtverordnetenversammlung wurden im Zuge der konstituierenden Phase nach der Kommunalwahl neben den Geehrten auch Konstantin Bockmühl, Volker Büchel, Reginald Bukel, Dr. Herbert Büttner, Philipp Ebert, Stefan Euler, Philipp Garrison, Aylin Hunold, Martin Jahn, Dr. Sebastian Koch, Volker Oertel, Steffen Pichl, Hashem Savoji, Jürgen Rainer Schmidt, Dr. Ralf Schneider, Beate Tillmann-Mohr sowie Eric Wettels verabschiedet, deren Sachverstand und Einsatz in den vergangenen Jahren die Stadtpolitik geprägt hätten.
Für die passende musikalische Umrahmung des Festakts sorgte Svea Gutmann aus der Klavierklasse von Maja Zirkunow an der Musikschule Fulda, die mit ihrem feinfühligen musikalischen Beitrag auch den feierlichen Schlusspunkt des offiziellen Teils gestaltete. Im Anschluss an den offiziellen Festakt im Fürstensaal luden die Stadtverordnetenvorsteherin und der Oberbürgermeister alle Anwesenden zu einem gemütlichen Umtrunk und einem kleinen Imbiss ein, bei dem die Gäste in entspannter Atmosphäre die Gelegenheit zum persönlichen Austausch, zum Wiedersehen und zum Ausklang des Abends nutzten.
