Lokales VB 04.08.2026

Hitzewarnstufe 2 am Dienstag - Ministerin appelliert: Aufeinander achten

Wiesbaden (pm/gü) – Anlässlich der heißen Tage, im Rahmen derer laut dem Deutschen Wetterdienst nunmehr die Hitzewarnstufe 2 (extreme Wärmebelastung) ab Dienstag erreicht wird, sensibilisierte die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz dafür, sich bestmöglich zu schützen.

Symbolfoto: Pixabay.

„Was für die einen einfach ein schöner Sommertag ist, wird für andere zur ernsten Belastung: Für ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen kann große Hitze schnell gefährlich werden – besonders dann, wenn sie allein leben. Ein kurzer Anruf, ein Klingeln an der Tür, ein gemeinsam getrunkenes Glas Wasser – das kann mehr bewirken, als wir oft denken. Schauen Sie nach Ihren älteren Nachbarn, nach Ihren Eltern und Großeltern, nach Bekannten, die allein leben. Fragen Sie nach, ob sie genug trinken und gut versorgt sind“, appellierte Stolz.

Doch Fürsorge beginne auch bei einem selbst. Die Ministerin erinnerte daran, dass es schon helfen kann, an heißen Tagen bewusst einen Gang herunterzuschalten: „Muten Sie sich nur das zu, was wirklich sein muss. Erledigen Sie Einkäufe und Wege am besten früh am Morgen, solange es noch angenehm kühl ist. Und was nicht drängt, das darf ruhig auch einmal auf den nächsten, kühleren Tag warten. Trinken Sie ausreichend – am besten, bevor der Durst überhaupt kommt“, so Stolz.

 

Tipps für heiße Tage

Ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen sind bei starker Wärmebelastung besonders gefährdet und sollten ihr Verhalten bewusst an die hohen Temperaturen anpassen. Das Wichtigste ist, ausreichend zu trinken – am besten regelmäßig über den ganzen Tag verteilt und bevor der Durst überhaupt kommt. Leitungswasser ist dabei fast überall leicht zugänglich und gerade in diesen Tagen von enormem Wert. Anstrengende körperliche Aktivitäten gehören in diesen Tagen verschoben, der Aufenthalt in kühlen Räumen tut gut. Lüften lässt sich am besten in den kühleren Stunden – nachts oder am frühen Morgen. Heruntergelassene Rollläden und Außenmarkisen halten die Sonne draußen und die Räume kühl. Dazu kommen leichte Mahlzeiten.

Auch Kinder brauchen an heißen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Sie spüren Hitze anders als Erwachsene, können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut ausgleichen und bemerken Durst oft erst spät. Umso wichtiger ist es, dass sie regelmäßig trinken. Schattige Pausen vom Toben und leichte Kleidung helfen ihnen, gut durch den Tag zu kommen.

 

Sonnenschutz nicht vergessen

Heiße Tage sind fast immer auch sonnige Tage. Wer viel Zeit draußen verbringt, sollte deshalb auch an den Schutz vor UV-Strahlung denken. „Schon kurze Zeit in der Sonne kann die Haut belasten. Schatten, luftige und bedeckende Kleidung, eine Sonnenbrille und ein gutes Sonnenschutzmittel helfen, gesund durch den Sommer zu kommen. Die Gefahr von Sonnenbränden und Hautkrebs sollten wir nicht unterschätzen“, so die Ministerin. Besondere Vorsicht gilt bei den Jüngsten: Babys und Kleinkinder gehören nicht in die direkte Sonne, denn ihre Haut ist noch besonders empfindlich. Gerade Sonnenbrände in jungen Jahren können das Hautkrebsrisiko ein Leben lang erhöhen. Auch wer im Freien arbeitet oder Sport treibt, ist der UV-Strahlung stark ausgesetzt. Hier hilft es, konsequent auf Sonnenschutz zu achten und soweit möglich die pralle Mittagssonne zu meiden.

 

Im und am Wasser: Kinder nie aus den Augen lassen

Die Hitze lockt viele Familien ans und ins Wasser. So schön die Abkühlung ist – die Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen. Vom Baden in unbeaufsichtigten Gewässern ist dringend abzuraten: Strömungen und verborgene Gefahren können schnell lebensbedrohlich werden. Und im Freibad gilt: Kinder gehören in jedem Moment in den Blick der Eltern oder begleitenden Aufsichtspersonen – auch dann, wenn sie Schwimmhilfen tragen oder eine Aufsicht vor Ort ist. Schon wenige Sekunden Unachtsamkeit können gefährlich werden. „So unbeschwert ein Tag am See oder im Freibad ist – Kinder brauchen am Wasser zu jeder Zeit die volle Aufmerksamkeit der Erwachsenen. Diese Aufmerksamkeit rettet im Zweifel ein Leben“, erinnerte Stolz.

Selbstverständlich gilt an heißen Tagen auch: Niemanden im geparkten Auto zurücklassen – kein Kind und kein Tier, auch nicht für einen kurzen Moment und auch nicht bei geöffnetem Fenster. Die Temperaturen im Innenraum steigen in kürzester Zeit lebensgefährlich an. Auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege finden alle Bürgerinnen und Bürger weitere Tipps zum Schutz vor Hitze und UV-Strahlung – in mehreren Sprachen und in Leichter Sprache: www.familie.hessen.de

 

Das Hitzewarnsystem

Das Hessische Hitzewarnsystem stützt sich auf die Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und kennt zwei Stufen. Von starker Wärmebelastung (Warnstufe 1) spricht man ab einer gefühlten Temperatur von über 32 Grad. Eine extreme Wärmebelastung (Warnstufe 2) liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur 38 Grad übersteigt oder die Warnstufe 1 an vier aufeinanderfolgenden Tagen anhält. Über den kostenlosen Hitze-Newsletter des DWD lassen sich aktuelle Warnungen und Prognosen abrufen.

Über das Hessische Hitzewarnsystem ist festgelegt, dass insbesondere Alten- und Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie Krankenhäuser frühzeitig über bestehende und bevorstehende Wärmebelastungen informiert sind. Bei extremer Hitze stellen das Ministerium und die Gesundheitsämter der Bevölkerung zusätzlich gezielte Informationen zu Schutzmaßnahmen bereit. Für Einrichtungen der stationären Langzeitpflege und besondere Wohnformen hat die Betreuungs- und Pflegeaufsicht im Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) einen Hitzeschutz-Leitfaden erarbeitet, der kürzlich aktualisiert wurde und auf der Homepage des HLfGP bereitsteht.