Lokales HEF 12.08.2026

Spektakel: Sonnenfinsternis über Osthessen - Leserfotos gesucht

Fulda (jah) – Ein besonderer Abendhimmel wartet auf Osthessen: Am Mittwochabend schiebt sich der Mond vor die Sonne und sorgt für eine partielle Sonnenfinsternis. In Fulda werden dabei rund 87 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Der Höhepunkt ist gegen 20.12 Uhr erreicht – allerdings steht die Sonne dann bereits sehr tief über dem westlichen Horizont. Wer das Himmelsschauspiel erleben möchte, sollte sich deshalb rechtzeitig einen Platz mit möglichst freier Sicht nach Westen bis Nordwesten suchen.

Symbolfoto: Pixabay

Die Finsternis beginnt in Fulda gegen 19.19 Uhr. Bis zum Maximum nimmt die sichtbare Sonnensichel immer weiter ab, ehe die Sonne gegen 20.47 Uhr untergeht. Das rechnerische Ende der partiellen Finsternis liegt zwar erst später, ist in Osthessen dann aber längst nicht mehr zu sehen. Gerade die letzten Minuten vor dem Sonnenuntergang versprechen deshalb einen besonderen Anblick: Die stark angeknabberte Sonnenscheibe steht tief über dem Horizont und kann – bei freier Sicht und passendem Wetter – gemeinsam mit der Landschaft ein eindrucksvolles Motiv ergeben.

Wasserkuppe: Sonnenfinsternis über den Gipfeln

Wer in der Region einen besonders guten Platz sucht, sollte die Wasserkuppe ins Auge fassen. Mit 950 Metern ist Hessens höchster Berg ohnehin ein beliebter Aussichtspunkt – und an diesem Abend spielt die Höhenlage ihre Vorteile aus. Entscheidend ist vor allem der freie Blick Richtung Westen. Genau den bietet die Aussichtsplattform des Radoms.

Dort findet am Mittwochabend sogar eine organisierte Beobachtung der Sonnenfinsternis statt. Der Verein Sternenpark Rhön und das Radom bieten ab 18 Uhr astronomische Erläuterungen, einen freien Blick nach Westen und eine Sonnenfinsternisbrille im Eintrittspreis. Die Veranstaltung ist nach Angaben der Veranstalter allerdings bereits ausgebucht. Wer dennoch auf die Wasserkuppe möchte, kann sich einen eigenen Beobachtungsplatz mit freier Sicht suchen.

Auch der Eichenzeller Wartturm bietet sich heute Abend für einen Besuch an. Dort gibt es eine organisierte Beobachtung mit Teleskopen und speziellen Sonnenfiltern. Zudem werden kostenlose Sonnenfinsternisbrillen zur Verfügung gestellt. Der Wartturm gehört damit zu den Anlaufstellen in der Region, an denen das Ereignis fachkundig und geschützt beobachtet werden kann. Auch dort gilt: Wer einen guten Platz ergattern möchte, sollte sich rechtzeitig auf den Weg machen.

Nicht nur die Höhe entscheidet

Die Wasserkuppe ist zwar ein besonders naheliegender Tipp für die Region, grundsätzlich braucht es aber nicht zwingend einen Gipfel für eine gute Sicht. Ein freies Feld, eine Anhöhe oder ein anderer offener Platz kann ebenso geeignet sein. Entscheidend ist, dass Häuser, Bäume oder andere Hindernisse den Blick auf den westlichen bis nordwestlichen Horizont nicht versperren. Gerade weil die Sonne während der Finsternis sehr tief steht, kann schon ein kleiner Hügel oder ein Baum den entscheidenden Teil des Schauspiels verdecken.

Für Hessen werden insgesamt gute Bedingungen erwartet. Hochdruckeinfluss soll am Mittwochabend für weitgehend niederschlagsfreies und meist klares Wetter sorgen. Besonders in Mittel- und Südhessen stehen die Chancen gut. Im Norden können vereinzelt hohe Wolkenfelder aufziehen, die die Beobachtung aber nicht grundsätzlich verhindern müssen.

Bloß nicht ohne Schutz in die Sonne schauen

So faszinierend das Schauspiel ist: Bei der Beobachtung ist Vorsicht oberstes Gebot. Auch wenn der Mond einen großen Teil der Sonne verdeckt, bleibt der noch sichtbare Bereich intensiv genug, um die Augen dauerhaft zu schädigen. Ein ungeschützter Blick in die Sonne kann schwere Schäden an der Netzhaut verursachen – und das unter Umständen, ohne dass der Schmerz sofort bemerkt wird.

Normale Sonnenbrillen reichen deshalb keinesfalls aus. Für die direkte Beobachtung sind ausschließlich geeignete und geprüfte Sonnenfinsternisbrillen beziehungsweise entsprechende Sonnenfilter zu verwenden. Auch Ferngläser und Teleskope dürfen niemals ohne einen dafür geeigneten Sonnenfilter auf die Sonne gerichtet werden. Improvisierte Lösungen wie CDs, rußgeschwärzte Gläser oder mehrere übereinandergelegte Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz.

Wer mit dem Smartphone oder einer Kamera fotografieren möchte, sollte ebenfalls vorsichtig sein. Auch der Kamerasensor kann durch das direkte Sonnenlicht beschädigt werden. Für Aufnahmen mit optischen Geräten sind deshalb geeignete Sonnenfilter erforderlich.

Osthessen-Zeitung sucht Ihre Bilder

Und natürlich wollen wir wissen, wie die Sonnenfinsternis über Osthessen aussieht. Wer das Himmelsschauspiel heute Abend mit Kamera oder Smartphone festhält, kann seine schönsten Aufnahmen gerne mit uns teilen. Schicken Sie uns Ihre Bilder per E-Mail an info@osthessen-zeitung.de oder direkt per WhatsApp an 01590 4145075.